St. Georg Krankenhaus

Vertrag für MVZ im Bad Fredeburger Krankenhaus unter Dach und Fach

Das geschlossene St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg.

Das geschlossene St.-Georg-Krankenhaus in Bad Fredeburg.

Foto: Peter Beil

Bad Fredeburg.   Der Vertrag für das erweiterte Medizinische Versorgungszentrum in Bad Fredeburg ist unter Dach und Fach. Zum Jahresende hatte das der neue Träger, das Klinikum Arnsberg, bekannt gegeben. Im Erdgeschoss sollen sich unterschiedliche Fachärzte unter einem Dach ansiedeln. Um das Gebäude komplett auszulasten, sind aber noch weitere Partner mit im Boot.

Die Fachkliniken in Bad Fredeburg planen zum Beispiel, ihre Verwaltung dort unterzubringen. „Wir prüfen außerdem Nutzungsmöglichkeiten im Bereich Physiotherapie und physikalische Therapie, sprich Massage“, erklärt Klinikmanager Uwe Hackenbracht. Aber erst wenn alle Rahmenbedingungen geklärt seien, könnten die Verträge unterschrieben werden. „Wir sind in Hauruck-Stellung“, ergänzt Hackenbracht zuversichtlich.

Warum die Fachkliniken den Weg ins Zentrum des Kurortes suchen, liegt für den Klinikmanager auf der Hand: „Das Gebäude mitten im Ort ist ein Filetstück.“ Außerdem sei es ein Anliegen der Johannesbad-Gruppe – zu der auch die Fachkliniken gehören – den Gesundheitsstandort Bad Fredeburg zu stärken.

Auch eine Tages- und Kurzzeitpflege soll wieder in die ehemaligen Krankenhaus-Räume einziehen. Bis Ende September des vergangenen Jahres hatte die Caritas im Bad Fredeburger Krankenhaus eine Kurzzeitpflege betrieben – weil das Konzept aber nicht wirtschaftlich war, musste diese aufgegeben werden.

Neues Nutzungskonzept nach Insolvenz

„Jetzt erarbeiten wir ein neues Konzept, das wirtschaftlich ist“, erklärt Axel Trompeter, Einrichtungsleiter des Caritas-Seniorencentrums St. Raphael in Bad Fredeburg. Ergebnisse könne er noch keine verkünden, da aktuell noch Gespräche mit dem Caritasverband Meschede und der Stadt Schmallenberg laufen. „Ich denke aber, dass wir bis Ende des Monats erste Ergebnisse haben.“

Die Frage, ob der Bedarf in der Region vorhanden ist, stellt sich für Axel Trompeter nicht. „Das Angebot wird stark vermisst“, sagt er. Angehörige von pflegebedürftigen Menschen müssten zurzeit Ausweichmöglichkeiten in Winterberg und Lennestadt suchen.

Was mit einem Großteil der Insolvenzmasse – sprich der Ausstattung des Krankenhauses – passiert, zeichnet sich auch schon ab. „Das MVZ hat Interesse, einen großen Teil zu übernehmen“, erklärt Insolvenzverwalter Dr. Axel Kampmann.

Was passiert mit den Patienten-Akten?

Während für die ehemaligen Krankenhaus-Räume also auf Hochtouren an einem neuen Nutzungskonzept gearbeitet wird, stellt sich für den Insolvenzverwalter nun aber auch die Frage: Was passiert mit den Patientenakten? Einen Datenschutz-Skandal, wie es ihn aktuell wieder zur Veramed-Klinik in Meschede-Beringhausen gibt, möchte man sich in Bad Fredeburg ersparen.

Genau wie in der stillgelegten Veramed-Klinik, befinden sich auch die Patientenakten des ehemaligen St.-Georg-Krankenhauses noch im Gebäude. Sorgen darüber, dass Akten nach Einbrüchen offen zugänglich sind, macht sich der Insolvenzverwalter aber nicht: „Ich habe einen Wachtdienst engagiert.“ Was aber letztendlich mit den Akten passiert, muss der Insolvenzverwalter noch klären.

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