Theater

Von Schmallenberg ins Berlin der 20er-Jahre

„Lämmchen“ (Claudia Sowa) und Johannes Pinneberg (Björn Lukas) erträumen sich anfangs noch eine bessere Zukunft.

„Lämmchen“ (Claudia Sowa) und Johannes Pinneberg (Björn Lukas) erträumen sich anfangs noch eine bessere Zukunft.

Foto: Berthold Zeppenfeld

Schmallenberg.   Das Ensemble des Westdeutschen Tourneetheaters spielt „Kleiner Mann, was nun?“ in Schmallenberg. Die Spielzeit beendet Kabarettist Fritz Eckenga.

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Mit „Kleiner Mann, was nun?“ stand das letzte Theaterstück der laufenden Spielzeit auf dem Programm der Kulturellen Vereinigung. Auf beeindruckende Weise präsentierte das Westdeutsche Tourneetheater (WTT) aus Remscheid ein szenisches Bühnenspiel nach dem weltberühmten Roman von Hans Fallada.

Nach Romanvorlage von Hans Fallada

In seinem Roman erzählt Fallada auf warmherzige Weise das Schicksal des kleinen Angestellten Johannes Pinneberg und seiner Frau Emma, die er zärtlich „Lämmchen“ nennt, zur Zeit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre.

Obwohl die beiden ein sehr inniges Liebesverhältnis verbindet und sie sich auf ihr erstes Kind, den kleinen „Murkel“, freuen, wird ihr Alltagsleben vor allem durch ein zu geringes Einkommen, Arbeitslosigkeit und beengte Wohnverhältnisse überschattet.

Schauspieler überzeugen mit ihrer Leistung

Mit einfachen Mitteln, aber auf sehr effektive Weise nahm das vierköpfige Ensemble des WTT die gut 80 Zuschauer mit in die von Fallada ebenso realistisch wie sentimental beschriebene Lebenswirklichkeit der kleinen Leute in der Weimarer Republik.

Während das Bühnenbild mit wenigen Möbelstücken und Requisiten und mit einer Leinwand, auf die Bilder und Filmszenen projiziert wurden, die jeweiligen Schauplätze sehr anschaulich vor Augen führte, wurden die Inhalte auf verschiedene Weise präsentiert: Abwechselnd lasen die Schauspieler kurze Passagen aus dem Originaltext vor, die sie dann in gespielte Szenen übergehen ließen. Dabei zeigten die Akteure mit großer Spielfreude ihr schauspielerisches Können.

Bekannte Melodien aus den 20er-Jahren

Claudia Sowa, die die Bühnenfassung erstellt und Regie geführt hat, überzeugte als „Lämmchen“ Pinneberg. Björn Lukas zeigte in der Rolle des Johannes Pinneberg eindrucksvoll die große Bandbreite von Stimmungen und Gefühlen, die ihn bewegen, und Björn Lenz übernahm sehr facettenreich die verschiedenen weiteren Rollen.

Kai Balke, der in einigen Nebenrollen auftrat, ergänzte das Ganze, indem er mit einem Akkordeon bis heute bekannte Melodien aus den 20er-Jahren kunstvoll intonierte. Insgesamt brachte das Ensemble das historische Berlin mit all seinen Sorgen, Nöten, aber auch den schönen Momenten, perfekt auf die Bühne.

>> KABARETT MIT FRITZ ECKENGA

  • Mit einem besonderen Angebot beendet die Kulturelle Vereinigung Schmallenberger Sauerland die noch laufende Spielzeit 2017/2018.
  • Am Sonntag, 15. April, tritt der aus Funk und Fernsehen bekannte Kabarettist Fritz Eckenga mit seinem neuen Programm „Nehmen Sie das bitte persönlich“ in der Aula des Schulzentrums an der Obringhauser Straße auf.
  • Das zuletzt ausgefallene Kinder-Theaterstück „Der kleine Wassermann“ wird direkt zu Beginn der kommenden Spielzeit, am Freitag, 21. September, nachgeholt.

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