Tourismus

Waldhaus Föckinghausen: Zähes Verfahren sorgt für Unmut

Das  Waldhaus Föckinghausen will sich durch die Errichtung mehrerer Gästehäuser vergrößern und damit seinen Standort sichern. Doch das Verfahren schreitet nur langsam voran.

Das Waldhaus Föckinghausen will sich durch die Errichtung mehrerer Gästehäuser vergrößern und damit seinen Standort sichern. Doch das Verfahren schreitet nur langsam voran.

Foto: Jürgen Kortmann

Föckinghausen.  Das Waldhaus Föckinghausen will sich gern vergrößern. Doch das Verfahren zieht sich seit Jahren. Das sorgt für Unzufriedenheit.

Das traditionsreiche Waldhaus Föckinghausen will sich durch die Errichtung mehrerer Gästehäuser vergrößern und damit seinen Standort sichern. Doch das Verfahren schreitet nur langsam voran. Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Paul Theo Sommer zu langsam. Schon seit 2013 seien die Pläne Thema bei Politik und Verwaltung. Es gehe hier immerhin auch um ein Stück Tourismusförderung, sagt er. „Angesichts eines Zeitraums von sechs Jahren wäre es wünschenswert, dass so etwas ein bisschen schneller geht“, schickte er in der Ratssitzung eine klare Botschaft in Richtung Verwaltung.

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Die Dauer des Verfahrens liegt allerdings nicht allein in den Händen der Gemeinde, wie Bürgermeister Ralf Péus klarmachte. Sicherlich habe sie ein stückweit mit den Kapazitäten im Bauamt zu tun. Das aber sei nicht der alleinige Grund. Zum einen seien diverse Änderungen nötig gewesen, zum anderen sei ein Planungsbüro involviert und auch dort gebe es häufig Kapazitätsprobleme. „Es kommt in diesem Fall eins zum anderen“, so Péus. Auch er machte keinen Hehl aus seiner Sicht der Dinge: „Ich bin auch alles andere als zufrieden mit dieser Verfahrensdauer“, stellte Péus klar.

Er habe aber die Hoffnung, dass der Knoten mit der erneuten Beschlussfassung nun durchschlagen sei. Seine Hoffnung und sein Ziel: Ende des Jahres solle das Thema durch sein. CDU-Fraktionschef Winfried Gerold ist angesichts der Zeiträume ebenfalls nicht unbedingt glücklich, formulierte es aber mit einem Schmunzeln: „Gute Ding braucht eben Weile - das trifft in diesem Fall wohl zweifelsfrei zu“. Ebenso wie auch die SPD begrüßen die Christdemokraten die Pläne des Waldhauses. „Wenn sich Gewerbe- oder Tourismusbetriebe erweitern wollen, hat das in der Regel unsere Zustimmung“, so Gerold.

14 Doppel- und 4 Einzelzimmer

Das „Waldhaus“ verfügt bisher über 14 Doppel- und 4 Einzelzimmer, außerdem bereits über ein Gästehaus. Gegenüber einem ersten Plan aus dem Jahr 2017 wurde die Zahl der Gästehäuser von acht auf jetzt vier Neubauten verringert. Durch neu angelegte Streuobstwiesen soll sich der Bereich attraktiv in die Landschaft einfügen: Auf 6500 Quadratmeter Fläche sollen sie als Ausgleich zwischen den Häusern und nördlich daran angrenzend angelegt werden.

2013 erstmals Thema im Ausschuss

Die Pläne waren bereits Ende 2013 erstmals Thema im Gemeindeentwicklungsausschuss. Danach hatte eine Änderung hinsichtlich der nördlichen Plangebietsgrenze vorgenommen werden müssen. Im Dezember 2017 stand das Thema dann erneut auf der Tagesordnung - mit einem erneuten Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes sowie zur Aufstellung des Bebauungsplanes. Grundsätzliche Bedenken äußerte die Bezirksregierung im Zuge des Verfahrens in ihrer Stellungnahme zwar nicht. Allerdings teilte sie nicht die Einschätzung der Gemeinde im Umweltbericht, wonach die Eingriffe „in das Schutzgut Boden“ als nicht erheblich zu beurteilen sind. Angesichts der Tatsache, dass sich durch das Projekt die versiegelten Flächen mehr als verdoppeln (von 3440 Quadratmeter auf mindestens 7310 Quadratmeter) sei die Schwelle der Erheblichkeit überschritten. Entsprechend hatte das Planungbüro noch einmal nachgebessert.

Und genau aus diesem Grund musste sich der Rat in seiner jüngsten Sitzung einmal mehr mit dem Thema beschäftigen und einen erneuten Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung des Bebauungsplanes fassen.

Vier Gästehäuser geplant

Geplant sind vier alleinstehende Gästehäuser im Sauerländer Stil, die sich an das Hotel und Restaurant „Waldhaus Föckinghausen“ anschließen sollen.

Die Gästehäuser sind barrierefrei, jedes ist von den Hotelräumlichkeiten unabhängig – und damit auch weniger personalintensiv. Besucher können sich damit künftig selbst autark versorgen.

Das Gelände grenzt direkt an das Wegenetz der Sauerland-Waldroute an und dient damit vor allem für Wanderer als Ausgangspunkt.

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