Beste Schule

Warum die Esloher Hauptschüler in der Region so begehrt sind

An der Esloher Hauptschule werden die Schülerinnen und Schüler optimal aufs Berufsleben vorbereitet. Bei den heimischen Arbeitgebern sind die Esloher Schüler daher sehr begehrt.

An der Esloher Hauptschule werden die Schülerinnen und Schüler optimal aufs Berufsleben vorbereitet. Bei den heimischen Arbeitgebern sind die Esloher Schüler daher sehr begehrt.

Foto: Frank Selter

Eslohe.  Wenn Berufsberater Marc Wulf an die Hauptschule Eslohe denkt, gerät er regelrecht ins Schwärmen. Und das hat seinen guten Grund.

Ein guter Draht zu den Schülern, enge Kontakte zu den heimischen Firmen und engagierte Lehrer: An der Esloher Hauptschule werden die Jugendlichen optimal aufs Berufsleben vorbereitet - und zwar deutlich über das gesetzlich geforderte Maß hinaus.

Marc Wulf, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit, gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er von der Esloher Hauptschule spricht. Ebenso wie die Lehrer hat auch er immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Esloher Schüler bei den Betrieben sehr begehrt sind. Den guten Ruf habe die Schule inzwischen längst nicht mehr nur bei Arbeitgebern innerhalb der Gemeindegrenzen, sagt er.

Kein Abschluss ohne Anschluss - kurz KAoA - nennt sich die Landesinitiative, die seit fünf Jahren an allen weiterführenden Schulen den erfolgreichen Übergang von der Schule ins Berufsleben unterstützen soll. In Eslohe hat man sich allerdings bereits lange vor dieser Zeit intensiv um dieses Thema gekümmert und unter anderem auf einen engen Kontakt zu den Arbeitgebern der Region sehr viel wert gelegt. Und die finden das gut. „Das geht so weit, dass hier inzwischen Firmen anrufen, ob wir möglicherweise einen Auszubildenden für sie haben“, sagt David Scheffer. Gemeinsam mit Sylvia Hübner-Adams ist er „StuBo“ an der Esloher Hauptschule. „StuBo“, das steht für „Koordinator für Studien- und Berufsorientierung“.

Aber die beiden sind keineswegs die Einzigen, die sich an der Schule darum kümmern, dass die Schüler am Ende der Schulzeit einen nahtlosen Übergang in die weitere Zukunft genießen. „Die Berufsvorbereitung ist fächerübergreifend ein wichtiges Thema“, sagt Sylvia Hübner-Adams und nennt als Beispiele den praktischen Technik-Unterricht sowie die Deutsch-Stunden, in denen es etwa um das Schreiben von Bewerbungen gehe. Hinzu kommt ein Bewerbungstraining durch einen externen Anbieter für die Neuntklässler. „An unserer Schule werden eine frühe Orientierung und klare Interessen der Schülerinnen und Schüler schon früh eingefordert“, sagt Hübner-Adams.

Das beginne mit Tages-Praktika bereits ab der Klasse 5 und setze sich mit zunehmendem Umfang bis zur zehnten Klasse fort. So stehen in der achten Klasse drei Berufsfelderkundungstage und in den Klassen neun und zehn jeweils dreiwöchige Praktika in den Betrieben an. „Darüber hinaus werden freiwillige Praktika natürlich begrüßt und gefördert“, ergänzt sie. So sei als Wahlpflichtfach in den Klassen neun und zehn ein Langzeitpraktikum möglich, bei dem die Jugendlichen an einem Nachmittag in der Woche in dem Betrieben sind. Und wenn sich bei den älteren Schülern kurzfristig ein Probearbeitstag ergeben sollte, gebe es dafür in Abstimmung mit der Schulleitung selbstverständlich einen freien Tag.

Aus Sicht von Berufsberater Marc Wulf ist nicht nur das Engagement an der Esloher Hauptschule vorbildlich, sondern auch das Umfeld. „Durch die familiäre Atmosphäre und die kleinen Klassen ist eine intensivere Betreuung durch die Klassenlehrer und die StuBos möglich“, sagt er. Die Hauptschule Eslohe sei eine der leistungsstärksten im Hochsauerlandkreis. Man müsse es sagen wie es ist: „In Eslohe ist die Welt wirklich noch in Ordnung“, betont Wulf.

David Scheffer muss lächeln, weil ihm genau in diesem Zusammenhang eine bemerkenswerte Anekdote einfällt. „Wir hatten auf dem Schulgelände mal einen losen und wackelnden Treppenstein“, sagt er und ist sicher, dass an einer Schule in den Ballungszentren so lange gegen den Stein getreten worden wäre, bis am Ende alles kaputt ist. „Hier haben die Achtklässler erst einmal aufgepasst, dass die Fünftklässler nicht stolpern und danach aus eigenen Stücken alles notdürftig wieder hergerichtet - und zwar so gut, dass unser Hausmeister am Ende kaum noch Arbeit damit hatte“, sagt Scheffer und lacht.

  • „Eslohe aktiv“ veranstaltet in Zusammenarbeit mit Haupt- und Realschule jährlich eine Berufsinformationsbörse, die immer weiter wächst. Hiervon profitieren Schüler und Unternehmen gleichermaßen.
  • Außerdem bekommen die Neunt- und Zehntklässler immer wieder Besuch ehemaliger Schülerinnen und Schüler. Ihre Erfahrungsberichte fließen in den Unterricht mit ein.
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben