Senioren

Warum die neue Tagespflege in Bestwig so beliebt ist

Im großzügigen Aufenthaltsbereich im Herzen der insgesamt knapp 300 Quadratmeter großen Tagespflege an der B7 in Bestwig spielen die Senioren Bingo.

Im großzügigen Aufenthaltsbereich im Herzen der insgesamt knapp 300 Quadratmeter großen Tagespflege an der B7 in Bestwig spielen die Senioren Bingo.

Foto: Frank Selter

Bestwig.  Die Tagespflege des DRK in Bestwig kommt bei Senioren und Angehörigen gut an. Und dafür gibt es gleich mehrere gute Gründe.

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Die riesigen Fenster lassen nicht nur viel Licht in die neue Tagespflege des DRK, sie geben vor allem auch den Blick auf das pulsierende Leben entlang der B7 in Bestwig frei. Genau so hatte sich Norbert Vowinkel, Geschäftsführer der DRK Soziale Dienste Meschede gGmbH, das immer vorgestellt. „Hier kriegen unsere Gäste alles mit - sind quasi mitten im Leben“, schwärmt er von der Lage der neuen Einrichtung.

Derweil sitzen im großzügigen Aufenthaltsbereich im Herzen der insgesamt knapp 300 Quadratmeter elf Senioren rund um den Tisch und spielen Bingo. Die Laune ist gut. Die Stimmung entspannt. „Wir sind mit dem Start mehr als zufrieden“, sagt Gülcan Güner. Sie leitet die neue Tagespflege-Einrichtung und kümmert sich damit unter anderem auch um das üppige Programm, das den Seniorinnen und Senioren geboten wird.

„In der Tagespflege geht die Zeit schnell um“,

Dazu zählen unter anderem Schifffahrten über den Hennesee, mal ein Frühstück im Gasthof, mal ein Marktbesuch, regelmäßige Gottesdienste, aber auch Spaziergänge und Ausflüge. „Raus ins Leben sei das Motto“, sagt Güner. Und das lasse sich dank der idealen Lage auch unabhängig vom Programm ganz spontan in die Praxis umsetzen: Ein Gang ins benachbarte Rathaus, in den gegenüberliegenden Lidl, zu den nahen Banken - alles kein Problem. Und mitten in der Natur sind die Senioren auch schnell: Der beliebte Spazierweg am Bähnchen liegt schließlich ebenfalls nah bei.

„In der Tagespflege geht die Zeit schnell um“, weiß Gülcan Güner aus Erfahrung. Lange Zeit hat sie die Tagespflege des DRK In Meschede geleitet. Und in Bestwig sei das nicht anders, sagt sie. Eines der schönsten Komplimente hat sie auch dort schon nach wenigen Tagen bekommen. „Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere Gäste völlig überrascht sind, dass der Tag schon um ist und eigentlich gar nicht gehen wollen“, sagt Güner und lacht.

„Weg von stationären Einrichtungen“

Was sie aber auch weißt: „Nicht alle Senioren sind direkt begeistert, wenn die Angehörigen ihnen mitteilen, dass sie in die Tagespflege sollen.“ Manch einer fühle sich abgeschoben, sagt Güner. Aber das sei eben keineswegs so und in den allermeisten Fällen erkennen die Senioren das auch sehr schnell und seien am Ende dankbar für diesen Schritt. „Alte Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen“, sagt Norbert Vowinkel. Und genau das werde eben durch Einrichtungen wie die Tagespflege ermöglicht. „Wir wollen weg von stationären Einrichtungen wie Seniorenheimen hin zu noch mehr teilstationären Angeboten“, betont der Geschäftsführer der DRK Soziale Dienste Meschede gGmbH. Der Bedarf sei vorhanden und werde weiter steigen, kündigt er an.

Entlastung für die Angehörigen

Ein Problem: Viele Pflegende wüssten gar nicht, dass sie einen Anspruch auf die Tagespflege haben. Für die Finanzierung gebe es einen separaten Topf bei den Pflegekassen, erklärt Vowinkel. „Sie übernehmen die Kosten für die Betreuung und die Pflegeleistung.“ Das gelte auch dann, wenn zeitgleich ambulante Leistungen und Pflegegeld abgerufen würden.

„Im Prinzip fallen lediglich die überschaubaren Kosten für die Verpflegung an“, ergänzt Gülcan Güner und bietet an, bei Fragen gerne zur Verfügung zu stehen. Denn: Der Besuch der Tagespflege sei nicht nur ein Segen für viele Senioren, sondern auch eine Entlastung für die Angehörigen. „Wir kümmern uns ja sogar ums Abholen und bringen der Senioren“, sagt Vowinkel. Zum einen gebe es den DRK eigenen Fahrdienst, zum anderen hätten aber auch die Tagespflege-Mitarbeiter einen Personenbeförderungsschein.

Neben Gülcan Güner kümmern sich drei weitere Mitarbeiterinnen um das Wohl der Bestwiger Senioren - eine Betreuungskraft sowie zwei Pflegefachkräfte. Allesamt aus Bestwig. „Sozusagen Bestwiger für Bestwiger“, sagt Gülcan Güner und lacht. Hinzu kommen Praktikanten und Ehrenamtliche. Und vielleicht auch bald ein Bundesfreiwilligendienstler. „Darüber würden wir uns jedenfalls sehr freuen“, sagt Vowinkel und appelliert, sich gerne zu bewerben. „Wir sind für alles offen!“

Modern und doch gemütlich

Offen ist derweil auch die Tür zum Wohnzimmer der Tagespflege. Modern und doch gemütlich ist es auch dort: Rote Ohrensessel laden ein, gemeinsam den Blick nach draußen auf die B7 zu genießen oder einfach geruhsam am Kamin zu sitzen. Und damit wird ganz nebenbei recht eindrucksvoll der Beweis angetreten, dass unmittelbar an der Bundesstraße Geruhsamkeit durchaus möglich ist - zumindest, wenn die Fenster geschlossen sind.

Eine hochmoderne Lüftungsanlage sorgt für frische Luft in den konsequent barrierefrei gehaltenen Räumen. „Auch das ist sicherlich eine Besonderheit“, sagt Vowinkel, während sich im Nebenraum gerade eine Ergotherapeutin um einen der Senioren kümmert - denn auch Rückzugsmöglichkeiten gibt es in der Bestwiger Tagespflege selbstverständlich.

Sonnige Terrasse hinter dem Gebäude

Dazu zählt übrigens auch die sonnige Terrasse hinter dem Gebäude mit einer gemütlichen Hollywoodschaukel. Die ist allerdings gerade verwaist - nicht nur wegen der kalten Temperaturen, sondern vor allem, weil drinnen schließlich gerade Bingo gespielt!

  • Biodynamisches Licht fördert in den Räumen der Tagespflege an der B7 in Bestwig das Wohlbefinden und den Tag-Nacht-Rhythmus. Wichtig ist das vor allem für Menschen, die an die Demenz erkrankt sind.
  • Die Tagespflege bietet Platz für insgesamt 15 Seniorinnen und Senioren.
  • Geöffnet ist die Einrichtung montags bis freitags von 7.30 bis 15.45 Uhr.
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