Wirtschaft

Was Ikeas Köttbullar mit dem Sauerland zu tun haben

Mitarbeiter der Firma Rüther montieren eine Theke. Zu den namhaften Kunden des Unternehmens gehört unter anderem das Deutsche Fußballmuseum und Daimler Benz - und auch den Großteil aller deutschen IKEA-Restaurants und Bistros hat das Bremker Unternehmen mit Speisenausgaben ausgestattet.

Mitarbeiter der Firma Rüther montieren eine Theke. Zu den namhaften Kunden des Unternehmens gehört unter anderem das Deutsche Fußballmuseum und Daimler Benz - und auch den Großteil aller deutschen IKEA-Restaurants und Bistros hat das Bremker Unternehmen mit Speisenausgaben ausgestattet.

Foto: Frank Selter

Bremke.   Wer bei Ikea Köttbullar genießt, trifft oft auf ein Stück Sauerland. Die Firma Rüther aus Bremke hat aber noch viele andere namhafte Kunden.

Eine Kelle Köttbullar landet auf dem Teller. Den Klassiker im schwedischen Möbelkaufhaus IKEA haben vermutlich schon viele probiert. Dass sie dabei auch in den Genuss eines Stücks Handwerk aus dem Sauerland kommen, wissen die wenigsten.

Denn die Firma Rüther aus Bremke hat den Großteil aller deutschen IKEA-Restaurants und Bistros mit Speisenausgaben ausgestattet. Und auch bei Daimler Benz, der Axa-Versicherung, dem Fresenius-Institut, beim ZDF, im Deutschen Fußballmuseum, im Interconti in Davos und im hessischen Landtag geht das Essen über Theken aus dem Sauerland. Das hat Herrmann Rüther bei der Firmengründung 1949 wohl nicht zu träumen gewagt.

In Fachkreisen bundesweit bekannt

Während sich das Bremker Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern heute auf Food-Präsentation und Ausgabetechnik spezialisiert hat, beginnt die Geschichte des Unternehmens damals mit dem Bau und der Reparatur von Kühlanlagen. Damit stößt Herrmann Rüther in eine Marktlücke. Mit Erfolg. Heute ist das Unternehmen in Fachkreisen bundesweit bekannt und gefragt.

Denn: Im Betriebsgebäude im Gewerbegebiet Stakelbrauk wird nicht nur die ganze Palette von der Schankanlage bis zur Großküche und von der Cafeteria-Anlage bis zur kompletten Gaststätteneinrichtung gefertigt - hier werden vor allem individuelle Kundenwünsche verwirklicht. „Alles, was unser Haus verlässt, gibt es kein zweites Mal“, sagt Geschäftsführer Bernhard Bürger.

Erlebnis für alle Sinne

Mensen, Hotels, Seniorenheime, Krankenhäuser, Universitäten sowie Industrie- und Gastronomiebetriebe gehören über den Fachhandel vertrieben zu den Rüther-Kunden. Die Zeiten eintöniger Kantinen sind längst vorbei. Schließlich isst das Auge auch mit - und das schaut nicht nur auf den Teller. In Kantinen und Mensen, die die Firma Rüther eingerichtet hat, blickt es unter anderem auf einen Materialmix aus glänzendem Edelstahl, gemütlichem Holz, stilvollem Glas und rustikalem Stein.

„Der Anspruch, sich kulinarisch und architektonisch auf einem Niveau zu präsentieren, das Pausen und Mahlzeiten zum Erlebnis für alle Sinne macht, ist gewachsen“, sagt Bernhard Bürger. Und nicht zuletzt sei es entscheidend, bei alledem stets hocheffiziente Abläufe zu gewährleisten.

Herzstück des Unternehmens

„Im Prinzip ist unserer Produktionsbereich in vier Bereiche aufgeteilt“, erklärt Bürger und zählt auf: Blechverarbeitung, Kälteabteilung, Montage und Schreinerei. Letztere sei so etwas wie das Herzstück des Unternehmens. Auf seine Mitarbeiter lässt der Geschäftsführer nichts kommen: „Unsere Stärke sind die gut ausgebildeten Handwerker“, sagt er. Die wiederum müssen nicht nur ihr Metier beherrschen, sondern vor allem lösungsorientiert arbeiten. Natürlich gebe es für jedes Projekt - ob für 20.000 Euro oder für 500.000 Euro - einen Plan, aber man könne eben nicht immer nach Plan arbeiten, sagt Bürger. Hier sei oftmals Flexibilität gefragt.

Bekenntnis zum Standort Eslohe

Die Rüther-Mitarbeiter sind auch der Hauptgrund dafür, dass das Unternehmen nach wie vor seinen Sitz in der Gemeinde Eslohe hat. Nur kurz sei damals ein Umzug nach Meschede in Erwägung gezogen worden - unter anderem wegen der Nähe zur Autobahn.

„Nach einer Umfrage unter der Belegschaft hatte sich das aber ganz schnell erledigt“, sagt Bürger und lacht. „Die wollten alle hier bleiben.“ Und so war die Rüther GmbH damals nicht nur das erste Unternehmen, das sich im Bremker Gewerbegebiet Wennetal ansiedelte, sondern im Jahr 2017 auch der erste Betrieb im noch neuen Gewerbegebiet Stakelbrauk. „Der Umzug war erforderlich, weil wir im Wennetal keine Möglichkeit hatten, uns zu vergrößern“, sagt Bürger.

Die neue 5000 Quadratmeter große Produktionshalle und die 1000 Quadratmeter große Bürofläche im Stakelbrauk sind für ihn damit nicht nur ein Bekenntnis zum Standort Eslohe, sondern auch zu den Mitarbeitern, deren Wunsch man mit der erneuten Ansiedlung in Bremke nachgekommen sei. Und so schlecht sei es ja schließlich auch nicht, nach der Autobahnabfahrt in Meschede noch ein paar Kilometer durchs Sauerland zu fahren, sagt Bürger und schmunzelt. „Dann sehen die Fahrer wenigstens, wie schön es hier bei uns ist!“

Problem ist die Rekrutierung von Facharbeitern

Aktuelles Problem der Firma Rüther ist die Rekrutierung von Facharbeitern. „Die besten Leute, die wir haben, haben wir selbst ausgebildet“, betont Geschäftsführer Bernhard Bürger. Und das in insgesamt fünf Bereichen.

Zu den Ausbildungsberufen, die Rüther anbietet, gehören Konstruktionsmechaniker, Technische Produktdesigner, Mechatroniker für Kältetechnik, Tischler und Lagerlogistiker.

Seit 2009 gehört die Firma Rüther zur Unternehmensgruppe Hupfer aus Coesfeld. Bürger spricht von einer idealen Ergänzung im Bereich Großküchenlogistik eines Serienherstellers von Standardprodukten und eines Individualanfertigers von Speisenpräsentations- und Ausgabenanlagen.

Die Hupfer-Gruppe ist weltweit tätig und beschäftigt über 500 Mitarbeiter.

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