Elektro-Mobilität

Weltrekord-Flieger landet in Meschede-Schüren zum Aufladen

Der Zwischenstop des ersten zugelassenen Elektrofliegers auf seinem Weltrekord-Flug von Schänis in der Schweiz nach Norderney in Schüren.

Der Zwischenstop des ersten zugelassenen Elektrofliegers auf seinem Weltrekord-Flug von Schänis in der Schweiz nach Norderney in Schüren.

Foto: Brigitta Bongard

Schüren.  Auf dem Welt zu mehreren Weltrekorden ist ein Elektroflugzeug in Meschede-Schüren gelandet. Es erlaubt Einblicke in die Zukunft der Mobilität.

„Viele glauben noch nicht an die Elektro-Mobilität bei Autos. Wir fliegen!“, sagt Stefan Pieper, Mitglied der Bodencrew rund um Pilot Marco Buholzer, und strahlt. Das erste zugelassene Elektroflugzeug, der Pipistrel Velis, war am Dienstag in Meschede-Schüren auf seinem Weltrekordflug zwischengelandet, um die Batterie aufzutanken.

Crew will sieben Weltrekorde aufstellen

Mit eintägiger Verspätung wegen der schlimmsten Niederschläge seit zehn Jahren in der Schweiz war das Leichtflugzeug am Montag in Schänis gestartet. Das Ziel ist die 700 Kilometer Luftlinie entfernte Insel Norderney. Auf dem Flug will die Crew insgesamt sieben Weltrekorde aufstellen: 1. Geringster Energieverbrauch (kWh/100 km) über 700 Kilometer, 2. höchste Durchschnittsgeschwindigkeit über 700 Kilometer, 3. höchste je mit einem Elektroflugzeug erreichte Flughöhe, 4. schnellste Steigleistung von 0-1000m / 1000-2000m / 2000-3000m, 5. schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit über 100 Kilometer, 6. geringste Anzahl Zwischenstopps auf 700 Kilometer Distanz, 7. längste elektrisch geflogene Strecke in 24 / 48 / 56 Std. (km).

Der erste Flugtag führte die Crew bis Bad Dürkheim, wo sie übernachtete. Schüren war der neunte Halt von zwölf Landungen zum Aufladen. Um 13.42 setzte der Flieger auf der Landebahn auf vor vielen flugbegeisterten Zuschauern.

Als Pilot Marco Buholzer und Co-Pilot Malik Aziz, der unter anderem für Social Media und Begleitfahrzeug zuständig ist, ausstiegen, wurden sie sofort mit Fragen der interessierten Besucher überhäuft. „Das Flugzeug fliegt sich so normal, wie jedes andere Flugzeug, nur die Bedienung ist einfacher“, erklärte Buholzer. „Der Vorteil bei einem Elektroantrieb ist neben den nicht vorhandenen Abgasen, dass man immer die volle Energieleistung hat.“

Flug kostet 46 Euro

Das 80.000 Euro teure Projekt wird durch Sponsoren und die Community der e-Autofahrer finanziert. Das Flugzeug mit seinen 600 t Kilo Gewicht hat eine 120 Kilo schwere Batterie und wird normalerweise als Schulungsflieger genutzt. Stefan Pieper erklärt: „Die Stromkosten für unseren Flug belaufen sich auf etwa 46 Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was ein Flug mit einem Verbrennungsmotor kostet. Die Entwicklung geht mit Riesenschritten voran, eine kommerzielle Nutzung sehe ich dennoch in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren noch nicht.“ Trotzdem sind alle Mitglieder des Projektes davon überzeugt, dass die Zukunft der Mobilität elektrisch sein wird. Auch das Fahrzeug, das die Ladestation für den Flieger von Flugplatz zu Flugplatz bringt, ist ein E-Auto, ein Tesla mit achthundertvierzig PS.

Nach vielen Gesprächen mit der sympathischen und bestens gelaunten Crew sowie einem Besuch im Café des Flugplatzes, wo sich alle in das „Goldene Buch der Luftfahrt“ eintrugen, ging das Abenteuer gegen mit frisch geladener Batterie weiter in Richtung Norden.

Eine Fotostrecke zu dem Ereignis gibt es hier.

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