Vaterschaft

Wer ist der Vater? Ärger um DNA-Test vor Mescheder Gericht

Eine Mutter aus Schmallenberg wirft ihrem Ex-Freund vor, den Vaterschaftstest manipuliert zu haben. Nun landete der Fall vor Gericht.

Eine Mutter aus Schmallenberg wirft ihrem Ex-Freund vor, den Vaterschaftstest manipuliert zu haben. Nun landete der Fall vor Gericht.

Foto: Bodo Marks / dpa

Meschede/Bad Fredeburg.  Das Gericht ordnet zwei Vaterschaftstests bei dem gleichen Mann an, weil die Mutter (26) behauptet, der Fredeburger habe den DNA-Test gefälscht.

Freundlich lächelnd verfolgt die Angeklagte (26) den Prozess, in dem es um einen mutmaßlich gefälschten Vaterschaftstest geht.

Der Hintergrund: Ein angeordneter DNA-Test war für die dreifache Mutter nicht wie gewünscht ausgefallen, da das Gutachten ergeben hatte, dass ihr damaliger Freund nicht der Vater ihres heute anderthalbjährigen Sohns ist. Deshalb hatte die 26-Jährige aus Schmallenberg behauptet, ihr Ex habe den Test manipuliert. Der Fall landete schließlich vor dem Amtsgericht. Tatvorwurf: üble Nachrede.

100 Prozent nicht der Vater

„Er ist mit 100 prozentiger Wahrscheinlichkeit nicht der Vater“, zitiert der Vertreter der Staatsanwaltschaft aus dem Gutachten zum DNA-Test. Darauf antwortet die Angeklagte in einem motzigen Ton: „Das Kind ist ja nicht vom Himmel gefallen.“ Es folgt ein kurzer Moment des Schweigens im Gerichtssaal. Die angeklagte Schmallenbergerin lächelt. Sie lebte zum Zeitpunkt der Anklage in Meschede, weshalb der Fall auch in Meschede verhandelt wurde.

Angeblich keinen „Mehrverkehr“ gehabt

Sie hatte ihren ehemaligen Partner beschuldigt, einen gerichtlich angeordneten DNA-Test gefälscht zu haben. Über ihren Anwalt ließ sie dem Familiengericht unter anderem mitteilen, es habe innerhalb der Beziehung keinen „Mehrverkehr“ gegeben. Der Test könne so nicht stimmen und ihr Ex habe einen Bruder, der ihm zum Verwechseln ähnlich sähe. Der Anwalt bat deshalb um einen zweiten Test, bei dem sicherheitshalber noch einmal die Personalien überprüft werden sollten.

Auch der zweite Test ergab jedoch: Der Mann aus Bad Fredeburg ist nicht der Vater. Keine günstige Angelegenheit: Tests, die den Anforderungen der amtlichen Richtlinien entsprechen, kosten mit Gutachten etwa 600 Euro. Derjenige, der später als Vater festgestellt wird, muss die Kosten aller Tests übernehmen. Wer der Vater des Kindes ist, ist nicht bekannt.

Anschuldigung sorgte für Wirbel in der Familie des Nicht-Vaters

Fest steht jedoch, dass die Anschuldigung innerhalb der Familie des Mannes aus Bad Fredeburg für Wirbel gesorgt hat. So berichtet die Angeklagte davon, dass sie von dessen Mutter auf der Straße harsch angegangen worden sei.

„Sie haben den Mann damit in ein schlechtes Licht gerückt. Das ist nicht hinzunehmen“, versucht Richter Dr. Siepe zu erklären, denn die lächelnde Angeklagte scheint sich keines Fehlers bewusst zu sein. Dadurch, dass sie dieses Gerücht in Umlauf gebracht habe und auch über ihren Anwalt an das Familiengericht mitgeteilt habe, wurde ein zweiter Test angeordnet. „Hier wurde ein erheblicher Aufwand betrieben“, so der Staatsanwalt. „Es geht hier auch um die Täuschung des Gerichts.“

Richter: Anwalt hätte Angeklagte schützen müssen

Die Angeklagte ist mehrfach wegen Betruges und damit einschlägig vorbestraft. Das wirkt sich auch auf das Strafmaß aus. Die dreifache Mutter, die derzeit von Bezügen des Jobcenters lebt, muss schließlich eine Geldstrafe zahlen in Höhe von 45 Tagessätzen à 15 Euro.

Damit bleibt Richter Siepe unter der geforderten Strafe des Staatsanwalts mit 70 Tagessätzen. Strafmindernd wirkte sich aus, dass sie von einem Anwalt beraten wurde, der sie „vor Unbill hätte schützen“ müssen, so Siepe.

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