Ehrenamt

Wie die Ehrung junger Leute in Meschede gescheitert ist

  So sieht sie aus: die Ehrenmedaille der Stadt Meschede.  

  So sieht sie aus: die Ehrenmedaille der Stadt Meschede.  

Foto: Stadt Meschede

Meschede.   Die Stadt Meschede würdigt das Ehrenamt. Eigentlich sollte es einmal eine Kategorie für junge Leute geben. Daraus wurde nichts.

Dreimal ist die Ehrenmedaille der Stadt Meschede bislang vergeben worden. Unter den Preisträgern war kein einziger junger Mensch. Dabei war es ursprünglich ganz anders geplant. Jetzt wird erneut über Änderungen nachgedacht.

September 2015: Der Stadtrat beantragt gemeinsam beim damaligen Bürgermeister Uli Hess, dass der Ehrenring der Stadt Meschede abgeschafft werden soll. Ihn erhalten bis dahin ausschließlich die Kommunalpolitiker selbst. Sie müssen dafür 25 Jahre im heimischen Parlament sitzen.

Drei Kategorien vorgesehen

Stattdessen, so heißt es in dem Vorstoß, sollen künftig Ehrenmedaillen alle zwei Jahre vergeben und vor allem Jugendliche gewürdigt werden: Es sei wichtig, junge Leute stärker mit einzubinden, sie zu begeistern und ihre oft enorme Arbeitsleistung zu würdigen, heißt es in der Stellungnahme der Fraktionen. Deshalb sollte die Ehrenmedaille in drei Kategorien vergeben werden – eine davon: die Jugend. So war es gewünscht.

Im März 2018 beantragt die CDU-Fraktion eine Änderung: Die Ehrenmedaille soll künftig nicht mehr alle zwei Jahre, sondern jährlich vergeben werden. Das Ehrungskomitee verständigt sich darauf. Der Stadtrat stimmt zu. Zu dem Beschluss gehört auch, dass die städtische Auszeichnung doch nicht mehr nach Kategorien verliehen werden soll: Wirtschaft (Wirtschaftspreis) und klassisches Ehrenamt (Ehrenamtspreis) und Jugend waren bis zu dem Zeitpunkt genannt.

Zuvor, im Mai 2017, war die Ehrenmedaille zum ersten Mal vergeben worden: Sie ging an die 85-jährige Elsa Feldmann aus Freienohl. Im Januar 2019 wird die Ehrenmedaille die nächsten beide Male vergeben: An Franz Drinhaus (76) für sein Engagement im Weißen Ring und an Manfred Breider (75) für seinen Einsatz vom SSV Meschede bis zum Seniorenbeirat.

Nichts übrig von der Idee

Dass die drei Ausgezeichneten den Kriterien der Ehrenmedaille entsprechen, gilt als unstrittig. Von der ursprünglichen Idee, auch junge Leute zu ehren, ist nichts übrig geblieben. Vorgeschlagen werden können sie allerdings: „Letztlich bedeute die bisherige Praxis nicht, dass in Meschede keine jungen Menschen ausgezeichnet würden, die sich ehrenamtlich engagierten“, betont Pressesprecher Jörg Fröhling damals auf Nachfrage. Und unabhängig von der Ehrenmedaille führe die Bürgerstiftung Meschede den Wettbewerb „Meschedes Beste“ durch, in dem es speziell um das ehrenamtliche Engagement von Jugendlichen gehe.

Inzwischen gibt es bei der Stadt Meschede die Überlegung, die Ehrenmedaille in einem neuen Rahmen zu verleihen. Die Ehrung habe beim Jahresempfang nicht im Zentrum gestanden, da die Menschen dort Gespräche und Begegnung suchten, sagte Fröhling. Daher werde diskutiert, eine eigene Veranstaltung für Ehrenamtliche und Vereine stattfinden zu lassen. Der Stadtrat wird darüber diskutieren.

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