Ehrenamt

Wie sich die Arbeit der Caritas-Konferenz Eslohe verändert

Willhelm Feldmann (Verfasser der Chronik), Ursula Quinkert (scheidende Vorsitzende), Ludwig Klens (Redaktion) und  Hiltrud Brock (neue Vorsitzende) freuen sich über das Jubiläum der Caritas-Konferenz dessen Geschichte auf die Gründung des Elisabethenvereins zurückgeht.

Willhelm Feldmann (Verfasser der Chronik), Ursula Quinkert (scheidende Vorsitzende), Ludwig Klens (Redaktion) und Hiltrud Brock (neue Vorsitzende) freuen sich über das Jubiläum der Caritas-Konferenz dessen Geschichte auf die Gründung des Elisabethenvereins zurückgeht.

Foto: Gudrun Schulte

Eslohe.  Seit 150 Jahren werden in der Gemeinde Eslohe Menschen in Not nicht im Stich gelassen. Wie sich die Arbeit der Caritas-Konferenz verändert hat.

Seit inzwischen 150 Jahren helfen Esloher Frauen - und heute auch Männer - Menschen, die in Not geraten sind: schnell, unbürokratisch, diskret und ganz unabhängig von Alter, Glaube, Herkunft, sozialem Status, Sprache oder Kultur.

Das Jubiläum ist für das engagierte Team nicht nur ein guter Anlass, dieses ehrenamtliche und uneigennützige Engagement zu feiern, sondern auch die Geschichte des „Elisabethenvereins“ Revue passieren zu lassen aus dem inzwischen die Caritas-Konferenz geworden ist.

Die Gründung

Die Gründung des Elisabethenvereins geht zurück ins Jahr 1870. Es ist das Jahr, in dem der Deutsch-Französische Krieg beginnt, der viel Not und Elend über viele Bevölkerungsteile brachte. Der Krieg kostete rund 180.000 Soldaten das Leben, 230.000 wurden verwundet. Hedwig Gabriel (1844-1928) und einige andere Frauen gründeten den „Verein der Heiligen Elisabeth in der Pfarrei Eslohe“. Gabriel wurde erste Vorsitzende.

Der Vereinszweck lautete wie folgt: „… in Kriegszeiten für die deutschen Krieger und ihre notleidenden Frauen und Kinder zu sorgen und in Friedenszeiten die armen Kinder der Gemeinde zu Weihnachten und zur Erstkommunion einzukleiden und zu erfreuen.“ Die Mitglieder des Vereins nähten, strickten Socken und verschickten an die Soldaten kleine Päckchen, die so genannten „Liebesgabe“, zur Unterstützung ins Feld. Manch ein Familienvater kehrte nicht zurück in die Heimat. Die Not dieser Familien war besonders groß. Tätige Hilfe und soziale Unterstützung waren besonders gefragt.

Ergänzung der Armenfürsorge

Die Unterstützung armer Familien in Eslohe war schon 1870 in finanzieller Hinsicht durch den Armenfonds gesichert. Diese Fürsorge verlief aber im Verborgenen zum Schutz der Betroffenen. Oft wussten nur Nachbarn, der Pastor oder wohltätige Personen im Dorf vom Leid der Betroffenen.

Der Elisabethenverein wollte aber die Armenfürsorge öffentlich machen - für jeden wahrnehmbar und aktiv. Die Frauen lebten „Caritas“ - sie praktizierten in ihrer Gemeinschaft, christliche Nächstenliebe, Hochachtung und Wertschätzung gegenüber anderen Mitbürgern. Im Jahr 1886 wurde der Armenfond schließlich aufgelöst und der Elisabethenverein übernahm die Aufgabe, Sammlungen von Geld- und Sachspenden zu übernehmen und die Gaben an Bedürftige zu verteilen. Sowohl im Ersten als auch später im Zweiten Weltkrieg übernahm der Verein wieder die Aufgabe die Frontsoldaten mit zu versorgen.

Das 20. Jahrhundert

Unter Annemarie Gabriel, die 1928 den Vorsitz von ihrer Schwiegermutter übernahm, engagierten sich die Frauen des Elisabethvereins, wie er kurz genannt wurde, weiterhin stark für hilfsbedürftige Mitbürger. Sie blieb bis Anfang der 1960 er Jahre an der Vereinsspitze. In der Nachkriegszeit, als Lebensmittelknappheit herrschte, Güter des täglichen Bedarfs und Wohnraum fehlten, gehörte die Hilfe für die vielen Ostvertriebenen zur vorrangigsten, karitativen Aufgabe des Vereins. Nach dem Mauerbau (1961) bis zum Mauerfall (1989) gehörten auch Päckchen in die DDR und nach Polen dazu.

In den 90er-Jahren galt es die Flüchtlinge des Balkankriegs und ab 2015 aus Syrien und anderen Krisenherden der Welt zu versorgen. Weitere Vorsitzende waren: Margarete Linke, Klara Spork mit Änne Thomas, Baronin Maria Theresia von Weichs, Ursula Quinkert und Elisabeth Mahler sowie Gabi Breidebach. 1971 werden die Elisabethenvereine in Caritas-Konferenzen Deutschland umbenannt. Seit 2015 gibt es ein Vorstandsteam. Aktuelles Vorstandsteam sind: Hiltrud Brock (Vorsitzende), Maria Schulte (stellvertretende Vorsitzende), Elisabeth Scherer (Schriftführerin), Wilhelm Feldmann (Kassenführer), Ludwig Klens (Flüchtlingshilfe) und Präses Ludger Vornholz.

Die Gegenwart

Die gemeinnützige karitative Arbeit in 150 Jahren ehrenamtlichem Engagement am bedürftigen Nächsten im Einzelnen zu erfassen, ist kaum möglich. Die genannten Namen sind auch nur stellvertretend für die vielen Frauen gedacht, die sich eingebracht haben, um anderen uneigennützig zu helfen und sie zu begleiten.

Mögen sich auch die Aufgaben gewandelt haben, doch Arbeit gibt es nach wie vor genug: Seniorentreff, Flüchtlingsarbeit, Kinder- und Jugendarbeit, Engagement für Bedürftige, Begleitung der Rollstuhlfahrer im Störmannshof, die Aktion „Urlaub ohne Koffer“, der Betrieb der Kleiderkammer, Haussammlung und Besucherdienste sind nur ein Teil dessen, was die Caritas-Konferenz heute immer noch leistet. Weitere Helferinnen und Helfer sind übrigens jederzeit willkommen.

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