Flüchtlinge

Wie sich die Arbeit mit den Flüchtlingen verändert hat

Es ist ruhig geworden um das Thema Flüchtlinge. Die Arbeit des Integrationskreises Eslohe geht indes eifrig weiter.

Es ist ruhig geworden um das Thema Flüchtlinge. Die Arbeit des Integrationskreises Eslohe geht indes eifrig weiter.

Foto: Ralf Rottmann

Eslohe.  Der Integrationskreis kümmert sich weiterhin um die Flüchtlinge in Eslohe. Dass es ruhig geworden ist um dieses Thema, ist auch ein Problem.

Das Flüchtlingsthema ist deutschlandweit zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt. Für den Integrationskreis Eslohe geht die Arbeit indes ungehindert weiter. „Die Menschen, die hier leben, haben weiter mit Schwierigkeiten zu kämpfen und brauchen Hilfe“, sagt Ludwig Klens vom Integrationskreis. Allerdings sehe diese Hilfe inzwischen anders aus, als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015/2016.

Schwerpunkte haben sich verschoben

„Die Verhältnisse in Eslohe sind ein Spiegelbild der Verhältnisse in Deutschland“, resümieren Klens und sein Kollege André König. Der Schwerpunkt der Arbeit habe sich weitgehend verschoben, erklären beide. Ging es 2015/16 um Erstversorgung mit Kleidung, Möbeln, Mobilitätsmöglichkeiten - sprich Fahrrädern, so steht heute eher die Einzelbetreuung im Mittelpunkt.

Dabei geht es um Begleitung bei Behördengängen, Vermittlung von Arbeitsstellen, Ausbildungsplätzen und die Vermittlung von Rechtsberatung. „Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, sowohl in Eslohe als auch mit der Ausländerbehörde“, erklärt König. Klens ergänzt: „Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Man kann immer anfragen und wenn es geht, wird schnell geholfen oder aufgezeigt, was getan werden könnte. „ So nehmen Vertreter des Sozialamts Eslohe auch häufig an den Sitzungen des Koordinationsteams teil.

„Wir müssen uns weiterhin kümmern“

Ein Problemfeld seien die „nicht Anerkannten“. Wenn sie einen Ausbildungsplatz vorweisen können, haben sie eine wesentlich bessere Bleibeperspektive. Viele Flüchtlinge wollen hier arbeiten oder die jungen Menschen eben eine Ausbildung absolvieren. „Es ist gut, dass wir immer wieder Arbeitgeber finden, die die Immigranten beschäftigen oder ausbilden wollen, aber wir müssen uns weiterhin um sie kümmern. Wir bleiben ihre Ansprechpartner und Mentoren. Das setzen die Arbeitgeber in der Regel voraus und das ist oft die Voraussetzung für eine Beschäftigung. Dem entsprechen wir auch, soweit wir dazu in der Lage sind“, so König.

Aufgrund ihrer Erfahrung können Klens und König bestätigen, dass die Arbeitsverhältnisse meist gut funktionieren. Schwierig werde es bei den jungen Leuten, wenn es um die Berufsschule gehe. Die sprachlichen Hürden sind hoch. Ab 1. Januar 2020 wird ein neues Gesetz wirksam. Es stellt eine Beschäftigungsduldung in Aussicht, wenn derjenige mit seiner Arbeit selbst auf Dauer für seinen Unterhalt sorgen kann. Die beiden Männer vom Koordinationsteam sind gespannt, welche Veränderungen sich daraus ergeben.

„Das Thema ist durch“

Den momentanen Blick auf das Flüchtlingsthema bewerten Klens und König sowohl positiv als auch negativ. „Zum einen ist das Flüchtlingsthema ‘durch‘ - die Flüchtlinge sind sozusagen angekommen, andererseits gerät das Thema etwas in Vergessenheit und damit auch das Spendenaufkommen. Wir brauchen wieder Gelder, um unsere Aufgaben bewältigen zu können. Etwa für die Zahlung von Schulgeldern, Büchern, Fahrten zum Arzt oder zum Krankenhaus“, sagen beide.

Den Integrationskreis erreichen immer wieder Anfragen seitens der Flüchtlinge. „Wir setzen auf gezielte Betreuung, nicht mehr auf das Gießkannenprinzip. Uns ist dabei ganz wichtig, dass wir mit den Behörden zusammenarbeiten und nicht gegen sie. Wir betrachten uns als Bindeglied zwischen Flüchtlingen und alteingesessenen Bürgern“. Es gehe um eine dauerhaft humane Grundeinstellung. „Natürlich verurteilen wir kriminelle Machenschaften einzelner Flüchtlinge und distanzieren uns eindeutig davon. Es ist aber eher die Ausnahme,“ versichern die beiden.

  • Der Integrationskreis Eslohe hat 50 Aktive.
  • Zurzeit sind 103 Anerkannte und 57 Asylbewerber (davon 19 mit Duldung) in der Gemeinde Eslohe.
  • Herkunftsländer: Afghanistan, Ägypten, Angola, Armenien, China, Eritrea, Guinea, Irak, Iran, Kosovo, Mongolei, Nigeria, Pakistan, Russland, Somalia, Syrien, staatenlos, Tadschikistan, Togo, Türkei.
  • Am Samstag, 31. August, ab 14 Uhr, findet in Wenholthausen am Sportplatz ein Internationales Sommerfest statt. Ein gemeinsames Picknick mit Sport, Spiel und Spaß für alle Bürgerinnen und Bürger und Neuzugewanderte. Fahrdienst 13.30 Uhr ab Busbahnhof Eslohe oder nach Absprache.

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