NATUR

Wie war der Sommer in Meschede? Eine Bilanz der Gärtner

Christian Cordt , der  Vorsitzende des Kleingartenvereins  in der Gartenstadt, steht vor seiner Parzelle. Seine Bilanz zu diesem Sommer: durchwachsen und nicht besonders schön.

Christian Cordt , der Vorsitzende des Kleingartenvereins in der Gartenstadt, steht vor seiner Parzelle. Seine Bilanz zu diesem Sommer: durchwachsen und nicht besonders schön.

Foto: Stefan Meinhardt

Meschede.   Es ist Herbst, die Ernte ist eingeholt: Christian Cordt vom Kleingartenverein blickt mit uns auf das Jahr. Und auf den Sommer.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein verregneter Sommer ist für die meisten kein Grund zur Freude. Wie die letzten Monate für die Mescheder Kleingärtner war und was sie gegen Schädlinge tun, hat uns der Vorsitzende des Vereins aus der Gartenstadt, Christian Cordt, verraten.

Wie war das Wetter für Kleingärtner?

Christian Cordt: Es war ein durchwachsener, kein besonders schöner Sommer. Dazu kommt, dass es im Frühjahr spät noch Frost gab, so dass die Blüten erfroren sind. Das war schlecht, insbesondere für Kirschen und Pflaumen. Ich war seltener im Garten als in den anderen Jahren. Die schönen Tage kamen meistens spontan, so dass man dann oft schon etwas anderes vorhatte. Der Regen hat dieses Jahr viel Zeit gekostet.

Was haben Sie dieses Jahr gepflanzt? Wie war die Ernte?

Ich habe Bohnen, rote Beete, Blattsalat, Gurken und Zucchini angepflanzt. Außerdem haben wir noch Johannisbeer-, Himbeer- und Brombeersträucher sowie einen Birn- und zwei Apfelbäume. An den Bäumen hatte ich dieses Jahr keine einzige Frucht. Die Zucchini wächst normalerweise wie Unkraut. Dieses Jahr war es eher verhalten. Andere Gärtner haben Kartoffeln angepflanzt. Die hatten Probleme mit Krautfäule, so dass die Kartoffeln nichts wurden.

Was können Kleingärtner tun, um ihre Pflanzen zu schützen?

Gegen das Wetter kann man nichts tun, das ist Natur. Es kommt mir nicht unbedingt auf den Ernteertrag an. Manche der Gärtner hier haben ein Gewächshaus, in dem sie Tomaten ziehen. Die schmecken dann auch tatsächlich nach Tomaten.

Was machen Sie aus Ihrer Ernte? Haben Sie vielleicht ein Rezepttipp?

Aus den Beeren machen wir Saft oder essen sie roh im Quark. Die Zucchini schneiden wir in dünne Scheiben, panieren und frittieren sie wie Schnitzel. Das ist auch was für unsere Kinder, die bei gefüllter Zucchini eher ein langes Gesicht ziehen.

Wie sah es mit Schädlingen aus?

Es gab sehr viele Schnecken, die sind kaum zu bekämpfen. Außerdem hatten wir viele Wühlmäuse, die bei den Zucchini die Wurzeln abgefressen haben.

Was tun Sie dagegen?

Wir arbeiten naturnah und setzen keine Chemiekeulen ein. Gegen Schnecken hilft es, Hackschnitzel auf dem Boden zu verteilen. Da kriechen die nicht drüber. Das effektivste Mittel wären Laufenten, die die Schnecken einfach fressen. Aber das Halten von Tieren ist in der Anlage verboten. Unsere größten „Feinde“ sind aber nicht Schnecken, sondern die Wühlmäuse, da hat man keine Chance.

Welche Tricks haben Sie für die Pflege der Pflanzen?

Ich ziehe die Pflanzen zu Hause auf dem Balkon vor und setze sie erst später im Garten aus. Auf dem Balkon gibt es keine Schädlinge. Wir haben schon versucht, die Samen unserer eigenen Pflanzen im nächsten Jahr zu benutzen, aber meistens kaufen wir das Saatgut. Manche Gärtner schwören auf Pferdemist als Dünger, ich mag das aber nicht.

Was können Hobbygärtner ohne Garten auf dem Balkon pflanzen?

Heutzutage ist beinahe alles möglich. Man kann auf dem Balkon sogar besser ziehen als im Garten. Es gibt zum Beispiel rankende Kübel für Erdbeeren. Die brauchen zwar Wasser, aber wenn sie zu viel bekommen, nehmen sie das übel. Auf dem Balkon wären die Pflanzen gegen Regen geschützt. Sogar das Anpflanzen von Äpfeln ist möglich, Stichwort Säulenobst.

Folgen Sie der WP Meschede auch auf Facebook!

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben