Krankheit

Windpocken: Erneuter Ausbruch im Stadtgebiet Meschede

Windpocken - rote Pusteln bilden sich fast überall am Körper.

Windpocken - rote Pusteln bilden sich fast überall am Körper.

Foto: Imago

Berge.   Erneut sind im Stadtgebiet Meschede die Windpocken ausgebrochen. Kinder dürfen nicht zum Unterricht - Lehrer und Eltern sind unglücklich darüber.

Erneut hat es einen Ausbruch von Windpocken gegeben. Betroffen ist dieses Mal die St.-Luzia-Grundschule in Berge. Dort sind nach Angaben des Kreisgesundheitsamtes drei Kinder aus verschiedenen Klassen betroffen. Auch deshalb rechnet die Behörde mit weiteren Erkrankungen. Sie hat inzwischen Maßnahmen beschlossen – die nicht nur auf Gegenliebe treffen.

So dürfen rund 30 Kinder für 16 Tage nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Sie gelten als ungeimpft oder es ist unklar, ob sie beide Impfungen gegen Windpocken erhalten haben oder die Erkrankung schon durchgemacht haben. Sobald sie einen Nachweis bringen können, dürfen sie wieder in die Schule. Für Eltern und Lehrer ist die Situation schwierig. Die einen müssen sich um die Betreuung ihrer Kinder kümmern, die anderen sorgen sich um verpassten Lernstoff.

Kollegium für Alternative

Für die betroffenen Eltern könne diese „Unterrichtsbefreiung“ sehr belastend sein, schreibt die Schule in einem Brief an die Mütter und Väter. „Der versäumte Unterricht kann auch sicher nicht immer schnell aufgeholt werden“, heißt es weiter. Das Kollegium hatte daraufhin sogar eine Alternative vorgeschlagen: Es wollte die freigestellten Kinder vormittags in einem separaten Raum unterrichten, der von allen Klassen getrennt wäre. Jedoch: „Leider gibt es für dieses Vorhaben keine Genehmigung vom Kreisgesundheitsamt.“

Dessen Leiter Dr. Peter Kleeschulte bestätigte das Verbot: „Das ist nicht möglich. Die Windpocken sind eine hochgradig ansteckende Krankheit, fast 100 Prozent aller Ungeschützten erkranken.“ Daher sei es fahrlässig, potenziell Erkrankte weiterhin in Gemeinschaftseinrichtungen zu unterrichten. „Das Tückische ist: Jemand kann bereits erkrankt sein und die Windpocken weitergeben, während noch keine Anzeichen zu sehen sind.“

Lebensbedrohliche Komplikationen

Kleeschulte sagte, das Kreisgesundheitsamt handele nach dem Infektionsschutzgesetz und den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Er warnte: Windpocken seien nicht harmlos. Der Großteil der Erkrankten werde wieder komplett gesund, es gebe jedoch auch Verläufe mit lebensbedrohlichen Komplikationen.

Die Windpocken in Berge sind der erste Fall nach einer Welle von Erkrankungen im Stadtgebiet Meschede vor dem Herbstferien. Seinerzeit waren die St.-Walburga-Realschule, die Grundschule unter dem Regenbogen und der Walburga-Kindergarten betroffen.

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