Windkraft

Windräder in Meschede könnten Veltins-Brauwasser gefährden

Für wie viele Windräder wird Raum im Stadtgebiet sein? Jetzt werden die denkbaren Flächen genauer untersucht.

Für wie viele Windräder wird Raum im Stadtgebiet sein? Jetzt werden die denkbaren Flächen genauer untersucht.

Foto: dpa

Grevenstein/Mosebolle.   Die Flächen für Windräder schrumpfen. In Grevenstein ist der Untergrund so anfällig, dass keine Anlagen stehen dürfen: Das Brauwasser wäre in Gefahr.

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Die so genannten Suchräume, die derzeit auf ihre Tauglichkeit für die Windkraft untersucht werden, schrumpfen in sich zusammen. Denn bei den Untersuchungen kommen immer mehr Hindernisse und Überraschungen zutage, die den Bau von Windrädern unmöglich machen. So wird absehbar alleine der Suchraum Grevenstein-Süd um rund ein Drittel seiner bislang vorgesehenen Fläche kleiner. Grund sind mögliche Gefahren fürs Grundwasser und damit auch fürs Veltins-Bier.

Bekannt geworden ist das durch ein neues hydrogeologisches Gutachten. Bisher war zwar die Enscheid-Quelle bei Grevenstein bekannt – nicht aber deren großes unterirdisches Einzugsgebiet. Fachmann Sebastian Matz aus der Mescheder Stadtverwaltung zeigte dies im Ausschuss für Stadtentwicklung: Die Größe dieses Gebietes wiederum verringert nun die Fläche, die für Windräder zur Verfügung gestellt werden soll: Denn Sebastian Matz sprach von der „Verletzungsanfälligkeit“ des Grevensteiner Schiefers – der Boden sei so empfindlich, dass selbst ein Straßenbau für die Erschließungswege, die zu einem Windrad führen, das Grundwasser gefährden könnte. Die Brauerei bezieht ihr Brau- und Betriebswasser daher. Jetzt wird nicht nur die unmittelbare Quelle, sondern auch das Einzugsgebiet von Windrädern frei gehalten.

Kleiner wird der Suchraum auch, weil inzwischen bekannt wurde, dass Richtfunkstrecken zum Beispiel von Telekom und Vodafone, aber auch von der Polizei dort verlaufen: Richtfunk wird zwischen zwei Punkten übertragen und benötigt eine Sichtverbindung – Windräder dürfen deshalb nicht im Weg stehen, sie würden die Funksignale stören. Offen ist aber, wie breit so ein Korridor sein muss. Und wenn man sich letztlich auf den Suchraum verständigt, wird auch noch die Bundeswehr ins Spiel kommen: Sie wird sich erst im konkreten Genehmigungsverfahren äußern, wenn es um echte Standorte geht. Denn um Grevenstein finden militärische Tiefflüge statt. Windräder sind dann gefährlich.

Bedenken auch von Archäologen

Auch an einer anderen Stelle im Stadtgebiet schrumpft der Suchraum: Im Bereich Mosebolle-Ost wehren sich Archäologen, weil dort die ehemalige Grube und Bergarbeiter-Siedlung Alexander liegt. Sie ist inzwischen für die Eintragung in die Denkmalliste vorgesehen. Der Landschaftsverband hat deutlich gemacht, dass es erhebliche Bedenken gebe, Gebiete für die Windkraft auszuweisen, wo früher Bergbau stattgefunden hat.

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