Umzug

Wird aus Flüchtlingsunterkunft in Meschede wieder Schule?

Blick auf die Flüchtlingsunterkunft: Wird aus dem Gebäude wieder eine Schule?

Blick auf die Flüchtlingsunterkunft: Wird aus dem Gebäude wieder eine Schule?

Foto: Hans Blossey

Meschede.   Zum Jahresende wird die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Meschede geschlossen. Es gibt bereits zwei Varianten für die Zeit danach.

Für die Flüchtlingsunterkunft an Klocken Kapelle deutet sich eine mögliche neue Nutzung an: Nach ihrer geplanten Schließung könnte die bisherige Zentrale Unterbringungseinrichtung und ehemalige Franz-Stahlmecke-Schule künftig wieder zu einer Schule werden.

Ob sich das verwirklichen lässt und bezahlbar wäre, prüft gerade ein Gutachter. Denn im Mescheder Rathaus gibt es Überlegungen für einen Umzug der St.-Walburga-Hauptschule. Das wäre auch ein starkes Signal für die weitere Zukunft der Hauptschule.

Keine grundlegende Sanierung

Bürgermeister Christoph Weber bestätigt die Umzugs-Überlegungen: „Die Idee ist doch untersuchenswert.“ Hintergrund ist ein Sanierungsstau an den Gebäuden der städtischen Hauptschule am Schederweg. Die Stadt hat in den letzten Jahren daran nur Instandsetzungsarbeiten durchführen lassen – mehr nicht. Am Bestand hat sich dadurch nichts getan, eine grundlegende Sanierung fiel aus. An der Außenhülle ist nichts geschehen. Investiert wurde in die anderen städtischen Schulen.

Das Problem bei der Mescheder Hauptschule war angesichts sinkender Schülerzahlen ihre ungewisse Zukunft: Hätte die Stadt Gelder aus Förderprogrammen investiert, und die Schule wäre doch geschlossen worden, dann kämen auf die Stadt Rückforderungen zu – „deshalb gab es eine gewisse Zurückhaltung“, so der Bürgermeister. In der Eingangsklasse hatte die Walburga-Hauptschule keine, wie es im Schulgesetz eigentlich gefordert wird, Zweizügigkeit erreicht.

Jetzt gibt es aber neue Entwicklungen. In den Gesprächen mit der Bezirksregierung als Schulaufsicht sieht die Stadtspitze inzwischen Veränderungen in der Haltung zu Hauptschulen.

Der Bürgermeister meint, dort werde jetzt der pädagogische Wert von kleinen Einheiten höher bewertet – etwa bei der Berufsvorbereitung oder der Integration in den Hauptschulen. „Da laufen viele Sachen richtig gut“, lobt der Bürgermeister. Beim „Gemeinsamen Lernen“ werden seit dem Schuljahr 2015/16 „Seiteneinsteiger“ in die Internationalen Klassen der Schule aufgenommen.

Nutzung nicht verlängert

Hinzu kommt als neue Entwicklung, dass die Bezirksregierung die seit 2015 laufenden Verträge mit der Stadt Meschede für die Nutzung der Flüchtlingsunterkunft nicht verlängert hat: Anfang des Jahres hatte die Bezirksregierung wegen der rückläufigen Flüchtlingszahlen entschieden, die Einrichtung Ende Dezember zu schließen. Damit konnte man sich im Mescheder Rathaus überhaupt erstmals wieder mit möglichen Folgenutzungen beschäftigen.

Noch in diesem Jahr soll der Mescheder Stadtrat eine Entscheidung zur Sanierung der St.-Walburga-Schule fällen. Zwei Möglichkeiten kommen wohl nicht in Frage: Bei einem Umbau im laufenden Schulbetrieb könnte die Außenfassade nicht saniert werden, ein Umzug von Schülern und Lehrern während der Bauarbeiten in Container ist kaum zumutbar. Im Moment untersucht deshalb ein Gutachter, wieviel ein nur zeitweiser und wieviel ein dauerhafter Umzug der Walburga-Schule vom Schederweg zur Klocken Kapelle kosten würde. Unkompliziert würde ein Umzug nicht: In der ehemaligen Stahlmecke-Schule gibt es natürlich keinerlei Fachräume mehr.

Diskutiert werden müsste bei einem Umzug allerdings auch, ob und welche Auswirkungen es hätte, wenn mit der St.-Walburga-Hauptschule ein Bestandteil aus dem August-Macke-Schulzentrum am Schederweg herausgenommen würde – derzeit befinden sich dort neben der Hauptschule eben auch die Städtische Realschule und das Städtische Gymnasium.

SPD möchte Stadtarchiv umsiedeln

Aktuell gibt es noch aus dem Frühjahr einen Antrag der SPD-Fraktion im Mescheder Stadtrat, das Stadtarchiv künftig in den Räumen der ehemaligen Franz-Stahlmecke-Schule anzusiedeln. Momentan befindet sich das Stadtarchiv in der alten Grundschule in Grevenstein. Die SPD befürwortet eine zentrale Lage des Archivs.

2012 war die Franz-Stahlmecke-Hauptschule geschlossen worden. Dann stand sie leer: Die Stadt hatte ursprünglich über ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren eine neue Konzeption für das Schulgelände an der Klocken Kapelle suchen wollen. Ein Wert- sowie ein Bodengutachten waren bereits fertig gestellt. Dann stiegen 2015 die Asylzahlen und es kam zur Nutzung als Flüchtlingsunterkunft.

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Bis mindestens 2022 können die St.-Walburga-Hauptschule in Meschede und auch die zweite Hauptschule der Stadt, die Konrad-Adenauer-Schule in Freienohl, mittelfristig sicher fortgeführt werden – so der Schulentwicklungsplan der Stadt.

Zuletzt (Zahlen für das Schuljahr 2016/17) hatte sich das Wahlverhalten der Eltern geändert: Zu Lasten von Realschulen und Gymnasien wurden wieder mehr Kinder an den Hauptschulen angemeldet. Mit fast 25 Prozent und 70 Kindern war die Übergangsquote von den Grund- zu Hauptschulen die höchste der letzten fünf Jahre.

Eine Sekundarschule soll in Meschede weiterhin nicht eingerichtet werden: In den Jahren 2012 und 2014 hatten Elternbefragungen keine Mehrheit dafür ergeben. Bürgermeister Christoph Weber sagt: „Von der Stadtverwaltung wird kein neuer Vorstoß kommen.“

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