Artenschutzprojekt

Wisent-Protest auf der Almert: Vorwurf der „Inszenierung“

Die Wisente sollen von der Almert verscheucht werden.

Die Wisente sollen von der Almert verscheucht werden.

Foto: dpa/Jochen Lübke

Almert/Bad Berleburg.   Nachdem Landwirte gemeinsam gegen die Wisente auf der Almert protestiert haben, wehrt sich der Trägerverein mit heftigen Gegenvorwürfen.

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Nachdem die Landwirte aus dem Hochsauerlandkreis gemeinsam gegen die Wisente auf der Almert protestiert hatten, meldet sich jetzt erneut der Trägerverein zu Wort. Er erhebt harte Vorwürfe gegen die Landwirte. Es dränge sich der Verdacht „einer Inszenierung der Projekt-Gegner“ auf, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Vereins.

Vorwürfe gegen Projektgegner

Sogar von Falschbehauptungen, Desinformationen und gestreuten Gerüchten ist die Rede. So seien dem betroffenen Landwirt, dessen Silage die Wisente gefressen hatten, eine angemessene Entschädigung sowie der Bau eines Zauns zugesagt worden. Zudem wehrt sich der Verein gegen Befürchtungen, die Tierseuchenhygiene werde gefährdet.

Wie bereits berichtet beharrt der Verein auch darauf, dass sowohl die Haftpflichtversicherung als auch der Schadensfonds nicht gefährdet seien. Beide würden fortbestehen. Zuvor war die Frage aufgekommen, ob sie zum Jahresende auslaufen. „Der Wisent-Verein behält es sich vor, künftig auch rechtlich gegen solche rufschädigenden Behauptungen vorzugehen“, heißt es in der neuen Stellungnahme.

Die Ereignisse der vergangenen Tage zeigten, „dass beim Wisent-Projekt die Probleme offenkundig vor allem auf der Seite der Menschen und weniger bei den Tieren angesiedelt sind. Das gilt nicht nur für die zahlreichen Schaulustigen ,Auf der Almert’, die durch ihr distanzloses Verhalten Mensch und Tier gefährden. Das gilt auch für einige Projektgegner, die den Wisent-Verein daran hindern, Probleme zügig zu lösen.“

Genehmigung zum Vertreiben der Herde

Der Wisent-Verein habe außerdem beim Hochsauerlandkreis (HSK) eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung beantragt. Diese sei bis zum 15. Januar 2018 befristet. „Sie gibt dem Verein die Möglichkeit, die Tiere zu vergrämen. Der Verein kann nun den Versuch unternehmen, die Wisente zu vertreiben und in eine andere Richtung zu lenken.“

Der HSK stellt nach Angaben des Wisent-Vereins in seiner Ausnahmegenehmigung fest: „Es dürfen keine Tiere verletzt oder getötet werden.“ Das Bundesnaturschutzgesetz setze enge Grenzen für einen Eingriff in die Um- und Tierwelt.

Für das Verscheuchen der Wisente sei aber zwingend das Betreten von Naturschutzgebieten erforderlich. Der HSK begründe die Ausnahmegenehmigung mit dem Hinweis auf „öffentliches Interesse“ und „Gefahrenabwehr“.

Da nun die Ausnahmegenehmigung vorliege, werde der Wisent-Verein bei den Grundstückseigentümern das Betreten ihrer Grundstücke beantragen, um aktiv zu werden und die Wisente Richtung Wittgenstein zu lenken.

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