Gewerkschaft

Zahl steigender Übergriffe beschäftigt Bahn-Gewerkschaft

Jubilarehrung bei der Feierstunde in Bestwig.

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Jubilarehrung bei der Feierstunde in Bestwig. Foto: Privat

Bestwig.   Bei einer Feier der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft in Bestwig gab es auch ernste Töne. Es ging um Übergriffe und Forderungen an die Politik.

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft hofft auf eine schnelle Regierungsbildung in Deutschland und fordert von der künftigen Regierung klare verkehrspolitische Weichenstellungen. Das ist bei einer Veranstaltung des Ortsverbandes Ruhrtal im Bürgertreff des Rathauses Bestwig deutlich geworden. „Die neue Regierung, wie immer sie farblich aussehen mag, muss endlich die ökologische Verkehrswende anpacken,“ sagte Margarete Zavoral, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Bahnsozialwerk und ehemalige Bereichsleiterin der EVG. Bisher habe die Schiene die schönen Worte bekommen und die Straße das Geld. So könne es nicht weitergehen.

Alternativen entwickeln

Verkehrspolitische Themen hätten im zurückliegenden Bundeswahlkampf immerhin eine Rolle gespielt, bilanzierte die Gewerkschafterin. „Es kann aber nicht nur um Fahrverbote gehen. Politik muss auch positiv gestalten.“ So sei es jetzt unter anderem erforderlich, überzeugende umweltfreundliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu entwickeln. Erst wenn der öffentliche Nahverkehr so attraktiv ausgestaltet ist, dass Pendeln keine Last ist, werden mehr Menschen als heute vom Auto in den öffentlichen Personennahverkehr umsteigen.“

Sicherheit an Bahnhöfen

Zavoral sparte im Rahmen ihrer Festrede auch ein Thema nicht aus, das ihre Gewerkschaft seit langem umtreibt: die Sicherheit in Zügen, Bussen und Bahnhöfen. „Was uns betroffen macht, ist, dass die Zahl der Übergriffe auf Beschäftigte und Kunden hoch ist und bleibt und sogar noch weiter ansteigt.“ Allein die gemeldeten Übergriffe bei der Deutschen Bahn hätten sich im Laufe der letzten Jahre verdoppelt. „Im Schnitt siebenmal am Tag wird irgendwo in Deutschland eine Kollegin oder ein Kollege angegriffen.“

Hohe Dunkelziffer

Und das seien nur die gemeldeten Übergriffe. Sie gehe von einer hohen Dunkelziffer aus, betonte Zavoral. Viele Beschäftigte melden solche Übergriffe gar nicht mehr, weil sie das Vertrauen darin verloren haben, dass man ihnen hilft oder dass sich generell an der Situation etwas bessert.“ Die EVG wolle aber dass nicht einfach hinnehmen. „Wir fordern die Deutsche Bahn auf, die Investitionen in die Sicherheit massiv zu erhöhen und das heißt vor allem: mehr Personal.“ Überwachungskameras seien ein Mittel, um gewalttätige Vorfälle aufzuklären.“

Aber im Endeffekt sorgen nur Menschen für mehr Sicherheit.“ Darüber hinaus hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft inzwischen selbst ein Hilfs- und Unterstützungsangebot entwickelt: das Helfertelefon „Ruf Robin“. Wer tätlich angegriffen worden ist, kann sich hier melden - rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. „Unter der Nummer gibt es eine juristische Erstberatung und weitere Informationen über die Unterstützungsleistungen, die die EVG oder ihre Partner anbieten können. Das reiche von Rechtsschutz bis hin zur Vermittlung von Psychosozialer Betreuung.

Treue zur Gewerkschaft gewürdigt

Bei der Feierstunde im Bürgertreff des Rathauses Bestwig hat der Vorsitzende des Ortsverbandes Ruhrtal, Dieter Rickes, von den insgesamt 30 Jubilaren 16 anwesende langjährige Mitglieder des Ortsverbandes Ruhrtal ausgezeichnet.

Acht Jubilare sind für 70 Jahre Gewerkschaftszugehörigkeit und sieben Mitglieder für 60 Jahre geehrt worden. Neun tragen seit 40 Jahre das Mitgliedsbuch und sechs sind seit 25 Jahren gewerkschaftlich organisiert.

„Das sind exakt 1490 Jahre gelebte Solidarität“ würdigte die Festrednerin Margarete Zavoral das Engagement und sprach den Jubilaren Dank sowie Anerkennung der größten Eisenbahner-Interessenvertretung aus.

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