Führungen

Zukunfts-Pläne für die Veleda-Höhle in Velmede

Der Frauen-Stammtisch hat nicht nur  Spaß in der Veleda-Höhle, sondern auch Einiges über die Höhle und die Region gelernt. Allein in diesem Jahr haben rund 800 Besucher an einer der vielen Höhlenführungen teilgenommen.

Der Frauen-Stammtisch hat nicht nur Spaß in der Veleda-Höhle, sondern auch Einiges über die Höhle und die Region gelernt. Allein in diesem Jahr haben rund 800 Besucher an einer der vielen Höhlenführungen teilgenommen.

Foto: Christian Péus

Velmede.   Die Nachfrage nach Führungen lässt nicht nach. Jetzt hat die Dorfgemeinschaft Velmede-Bestwig weitere Pläne für die sagenumwobene Veleda-Höhle.

Nicht nur alteingesessene Velmeder und Bestwiger sind fasziniert von der sagenumwobenen Veleda-Höhle in Velmede. Allein in diesem Jahr haben rund 800 Besucher an einer der Führungen teilgenommen, darunter sind Familien, Freunde, Kollegen, Schulklassen oder auch Kegelclubs und Stammtische - so wie der um Magdalena Vollmer aus Sundern. Sie und ihre fünf Freundinnen haben sich bei ihrem alljährlichen Ausflug für eine Erlebnistour unter Tage entschieden – wir haben sie dabei begleitet.

Gut versteckt mitten in der Natur

Sichtlich gut gelaunt erreicht die sechsköpfige Frauengruppe den Parkplatz oberhalb von Velmede, auf der Nordseite des Ostenbergs. Der Weg dorthin ist zwar mittlerweile gut beschildert, die Höhle liegt dennoch gut versteckt mitten in der Natur. Die Gruppe ist interessiert, möchte etwas erleben. Damit können Michael Stratmann, Peter Eikeler und Michael Dunsche dienen. Sie sind 3 der derzeit 15 aktiven ehrenamtlichen Höhlenführer und leiten die Touren.

Ausgestattet mit Helm und Taschenlampe

Das Angebot sieht öffentliche Führungen an ausgewählten Wochenenden vor, für größere Gruppen sind auch Terminvereinbarungen möglich. „Auch für uns ist es jedes Mal aufs Neue ein Erlebnis in die Höhle zu gehen“, so Michael Dunsche. Zuvor gibt es draußen aber noch Informationen zur Entstehung der Höhle.

Michael Stratmann berichtet: „Durch das Sauerland und Südwestfalen zieht sich ein langer Kalkrücken, den das Wasser im Laufe von Jahrtausenden an vielen Stellen ausgehöhlt hat. Jeder Regentropfen, der oberhalb der Veleda-Höhle im Boden versickert ist, hat einen Beitrag zur Entstehung dieses großen Hohlraumes geleistet.“ Ausgestattet mit Helm und Taschenlampe, geht es hinab in die Haupthalle. Hier hat die Dorfgemeinschaft mit Mitteln aus dem Leader-Programm 2014 Treppen und Podeste errichtet. In einer Ecke lässt sich eine Säule erahnen, die aussieht wie eine Frauenfigur. Ist das die germanische Seherin Veleda? Würde passen. Die Legende besagt, sie habe in einem Turm an der Lippe gewohnt, sich dann aber vor den Römern in der Höhle im heutigen Velmede verstecken müssen.

Es wird abenteuerlich

Was dran ist an solchen Erzählungen, weiß niemand. „Ein Funken Wahrheit aber bestimmt“, vermutet Stratmann. Weiter geht die Tour vom Podest aus links in den Seiteneingang. Jetzt wird es abenteuerlich: vorbei sind die präparierten Wege, es geht über Stock und Stein, dazu tiefe Dunkelheit.

Die Frauen sind begeistert. Wände und Decken präsentieren ausgefallene Formen und Farben, laden zu Gedankenspielen ein: „Das hier sieht aus, als hätte ein Riese mit seinen Pfoten Kratzspuren hinterlassen.“ Und hier: ganz viele kleine Löcher. Von Mäusen? „Habt ihr diese Ecke schon gesehen?“, ertönt es durch die schmalen Gänge. Höhlenführer Stratmann muss schmunzeln und sagt: „Man merkt, dass hier eine Frauengruppe unterwegs ist. Toll mit welcher Kreativität und welchem Interesse die dabei sind.“

Der Weg schlängelt sich noch einige Minuten, insgesamt 90 Meter lang, durch die Höhle, endet dann an einer Ecke, die zum sogenannten Schusterstübchen führt. Dort schaltet Stratmann seinen großen Strahler aus, die Besucherinnen folgen seinem Beispiel. Was bleibt, ist die absolute Dunkelheit. Und Stille. In diesem Moment scheint jeder fasziniert. Dann wird der Rückweg angetreten. In kleinen Löchern werden noch Spielzeug-Dinos und Spinnen entdeckt. Michael Dunsche erzählt: „Die Kinder haben bei ihren Touren großen Spaß auf Erkundungstour zu gehen.“

Nach knapp einer Stunde ist die Gruppe wieder draußen angekommen. Das Fazit im Anschluss ist durchweg positiv: „Es war wunderbar. Wir hatten viel Spaß und haben Einiges über die Höhle und die Region gelernt“, so Magdalena Vollmer und ihre Stammtisch-Runde, die sich nun verabschiedet. Den Abend will die Gruppe noch gemütlich ausklingen lassen.

Freude über Reaktionen

Michael Stratmann freut sich über Reaktionen wie diese. Nach über 200 öffentlichen Führungen, in den vergangenen beiden Jahren jeweils 700, am Eröffnungstag in 2015 alleine 900 Gäste, habe das Interesse noch lange nicht nachgelassen. Waren die Besucher zu Beginn eher aus Velmede und Bestwig, zieht es nun weitere Kreise. Stratmann: „Die Besucher kommen mittlerweile aus dem gesamten HSK und der Region.“ Daher wolle man in nächster Zeit weitere Punkte in Angriff nehmen: der Parkplatz soll geschottert, Hinweisschilder sollen aufgestellt und eine „Notfalltoilette“ soll errichtet werden. „Wir können uns auch gut vorstellen, kleinere Events anzubieten“, so Höhlenführer Peter Eikeler. Eine Idee ist zum Beispiel ein Klang- oder Lichtererlebnis in der Höhle. Erste Kontakte wurden bereits aufgenommen.

Virtuelle Höhlentour im Internet möglich

In diesem Jahr wird es in der Veleda-Höhle keine öffentlichen Führungen mehr geben. Sie wird in den Wintermonaten zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse geschlossen.

Voraussichtlich im Mai 2018 wird es die nächsten Führungen geben.

Die Dorfgemeinschaft verweist allerdings auf ihre virtuelle Höhlentour, wie sie sagt „ganz ohne warme Kleidung und festes Schuhwerk“. An verschiedenen Standorten in der Höhle wurden 365-Grad-Rundumsichten aufgenommen. Zu finden sind diese im Internet unter: www.veleda-hoehle.de/hoehlen-tour

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