Gericht

Zwei Schmallenberger wegen versuchtem Diebstahl vor Gericht

Die beiden Männer aus Schmallenberg müssen sich wegen versuchtem Diebstahl vor dem Amtsgericht in Meschede verantworten. Ihre Aussagen zum Tathergang sind widersprüchlich.

Foto: Hans Blossey

Die beiden Männer aus Schmallenberg müssen sich wegen versuchtem Diebstahl vor dem Amtsgericht in Meschede verantworten. Ihre Aussagen zum Tathergang sind widersprüchlich. Foto: Hans Blossey

Bad Fredeburg.  Ein Schmallenberger und sein 21-jähriger Freund sollen versucht haben, die Tür einer Wohnung in Bad Fredeburg aufzuhebeln.

Ein 27-jähriger Mann aus Schmallenberg und sein 21-jähriger Freund sollen am 24. Januar gegen 3 Uhr morgens versucht haben, die Tür einer Wohnung in Bad Fredeburg aufzuhebeln. Dabei wurden sie von zwei Frauen überrascht. Nun müssen sie sich vor dem Mescheder Amtsgericht wegen versuchtem Diebstahl verantworten.

Ob sich die zwei Angeklagten ihren Strategiewechsel vor dem Mescheder Amtsgericht jedoch gut überlegt haben, ist fraglich. Nachdem sie zunächst jede Aussage verweigerten, entschlossen sie sich doch noch dazu, sich zum Tathergang zu äußern – jedoch mit einigen Widersprüchen.

Mehrmals vor dem Haus gesehen

Eigentlich wollten die zwei Zeuginnen einen entspannten Abend in der Wohnung eines Freundes verbringen. Bereits am Abend vor der Tat sahen die zwei Frauen die Angeklagten vor der Eingangstür warten: „Sie wollten in die Wohnung, aber unser Freund war nicht zu Hause. Ohne seine Zustimmung lassen wir niemanden rein“, sagte eine von ihnen. Gemeinsam warteten sie, bis die Männer verschwanden.

Ein paar Stunden später hätten sie wieder vor der Wohnung gestanden - rein zufällig, wie der 21-jährige Angeklagte sagt. „Wir hatten reichlich Alkohol getrunken und wollten ein Stück zu Fuß gehen.“

Sein Freund hingegen sagte zuvor aus, sie seien mit dem Auto zur Wohnung des Geschädigten gefahren. „Wer ist denn gefahren, wenn sie beide so viel Alkohol getrunken haben?“, fragte Richterin Chantale Fischer. „Die Freundin eines Freundes“, antworteten die Angeklagten.

Eigentümer nicht zu Hause

Zunächst versuchten die Männer durch klingeln und klopfen in die Wohnung zu gelangen. Nachdem der Geschädigte, der sich zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung befand, und auch die zwei Frauen die Tür nicht öffneten, sei der 27-Jährige ausgerastet.

„Ich habe mich total verarscht gefühlt. Seit Tagen versuchte ich den Herrn zu erreichen. Ich wollte nur meine Sachen zurück haben“, sagte er.

Vor knapp einem Jahr habe er dem Geschädigten einen großen Fernseher im Wert von 2 000 Euro verkauft, aber bislang keinen Cent bekommen. Auch einen Rucksack samt Mobiltelefon habe er in der Wohnung vergessen.

Am 24. Januar war es dann soweit und der 27-Jährige versuchte die Tür zur Wohnung aufzuhebeln. Alles ganz spontan, wie er sagt. Doch nicht nur die Staatsanwaltschaft, auch die Schöffen und die Richterin sind irritiert von den Aussagen.

„Ich kann mich nicht mehr an den Abend erinnern. Ich bin am nächsten Morgen alleine bei meiner Freundin aufgewacht“, sagte der 21-jährige Angeklagte, der sich am Ende des ersten Verhandlungstages nur noch wegen Beihilfe verantworten muss.

Die Zeuginnen konnten am Ende nur den 27-Jährigen eindeutig identifizieren.

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Der 27 Jahre alte Mann aus Schmallenberg ist kein unbeschriebenes Blatt: Vor einigen Jahren saß er bereits wegen eines unbekannten Deliktes in Haft. Seit fast drei Jahren verbüßt er eine Bewährungsstrafe, die im Oktober dieses Jahres endet.

Aktuell laufen noch weitere Verfahren gegen ihn, unter anderem wegen Betäubungsmitteln und Körperverletzung.

Dennoch ist sein Bewährungshelfer Markus Wolf zuversichtlich: „Es gab in den letzten Jahren immer Höhen und Tiefen. Aber es ist auf dem richtigen Weg. Gerade jetzt, wo er einen geregelten Beruf hat. Arbeit ist die beste Medizin“, sagt er.

>>>> INFO: Zweiter Verhandlungstag

Der zweite Verhandlungstag ist am Donnerstag, 12. Juli. Es soll der Geschädigte angehört werden. Er war zum ersten Termin nicht erschienen. Nun könnte auch das Urteil gesprochen werden.

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