Bergbau und Wandern

Beim Bergbauwanderweg in Moers ist alles inklusive

Die Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde: 1. Vorsitzender Werner Gröll und 2. Vorsitzender Michael Sporkhorst.

Die Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde: 1. Vorsitzender Werner Gröll und 2. Vorsitzender Michael Sporkhorst.

Foto: Erwin Pottgiesser

Moers.   Bei kaum einer Gelegenheit erfährt der Wanderer mehr über den Bergbau als auf dieser Tour. Die Strecke ist nicht nur für Wanderer geeignet.

Die Niederrheinischen Berg- und Wanderfreunde haben seit ihrer Gründung schon zwei Wanderwege in der Region markiert. Wie den Niederrheinweg, ein Rundweg, der 2002 bis 2008 entstand. Auf dem Mitgliedertreffen am Donnerstag im Schützenhaus Vinn stellte Vorsitzender Werner Gröll den zweiten Wanderweg vor: den Bergbauwanderweg.

Neben den Mitgliedern waren auch Interessierte gekommen, die sich über den ungewöhnlichen Wanderweg informieren wollten. Wie Fahrradaktivistin Christel Kreischer mit Harald Hau. Sie wollten erfahren, ob der Wanderweg auch mit dem Radl zu bewältigen ist – er ist es, wie sich später herausstellte.

Werner Gröll ist der perfekte Wanderführer

Über die Vorzüge des Wanderns am Niederrhein muss man Waltraud Kraschel, Ingrid Kuta oder Karl Brand mit Frau Helga nicht mehr schlau machen: „Der Niederrhein ist doch so schön, er hat wirklich was für sich“, machen die Mitglieder Werbung in eigener Sache.

Bei kaum einer Gelegenheit erfährt der Mitwanderer mehr über den Bergbau als auf dieser Tour. Denn Werner Gröll war selbst lange Jahre im Bergbau beschäftigt und ist daher der perfekte Wanderführer.

Startpunkt ist Niederberg in Neukirchen-Vluyn

Startpunkt der Tour und auch des Bildervortrags ist das Gelände Niederberg in Neukirchen-Vluyn, wo noch zwei Fördertürme und die Maschinenhalle zu sehen sind. Viel niederrheinische Landschaft gibt es an der Halde Norddeutschland, an der vorbei der malerische Weg durch die Felder nach Lintfort zum Schacht 3 führt. Auch der Lehrstollen an der Friedrich-Heinrich-Allee kann besichtigt werden.

Die Halde Rheinpreußen mit dem beeindruckenden Geleucht ist ein weiteres Wanderziel, vor dort aus geht es zum Gerdtschacht nach Baerl. Ziele sind unter anderem auch Repelen mit den ehemaligen Schächten und die Zeche Schacht 4 in Moers-Hochstraß mit ihrem Bergwerksmuseum.

Endpunkt ist die Rheinhauser Bergbausammlung

In Homberg steht noch ein Förderturm der ehemaligen NBAG an der Baumstraße. Dann wandern die Teilnehmer vorbei am Essenberger See Richtung Rheinhafen Mevissen in Homberg. Vor dort aus geht es weiter zum Bergwerk Diergardt I nach Hochemmerich, wo die alte Lohnhalle besichtigt werden kann. Ziel- und Endpunkt ist die Rheinhauser Bergbausammlung in Bergheim.

„Die Beschilderung ist so gut wie abgeschlossen, es fehlt nur noch ein kleines Stück, das ich aber, sobald das Wetter besser wird, in Angriff nehmen werde“, bekundet Gröll. Die kleinen Schilder, die Wanderern den Weg des Bergbaus weisen sollen, zeigen das „Schlägel und Eisen-Zeichen“ des Bergbaus sowie das Logo des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins Moers, mit dem die Wanderer zusammen arbeiten.

Die Idee kam vom Moerser Karl-Heinz Tepper

Die Idee zu dem neuen Wanderweg hatte der Moerser Karl-Heinz Tepper, ein Förderer der Bergmannstradition. „Es war vor zweieinhalb Jahren. Da fragte mich Tepper kurzerhand, ob ich nicht auch mal einen Bergbauwanderweg beschildern könne. Daraufhin meinte ich, das könne ich wohl tun“, so Gröll über den Hergang des Projektes.

Der Bergbauwanderweg ist 46 Kilometer lang und kann in drei etwa gleich großen Etappen bewältigt werden. Am Sonntag, 12. Februar, 10 Uhr ist Wandertreff am Moerser Bahnhof zur dritten Etappe des Bergbauwanderweges von Hochstraß bis nach Bergheim.

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