Festival

Das Dong Open Air 2019 in Neukirchen-Vluyn ist gestartet

Auf geht’s: Das rote Festivalzelt wird in den nächsten Tagen beben.

Auf geht’s: Das rote Festivalzelt wird in den nächsten Tagen beben.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Das 19. Dong Open Air auf der Halde Norddeutschland in Neukirchen-Vluyn ist gestartet. Hier gibt es die schönsten Impressionen vom Donnerstag.

Hätte Thomas vorher gewusst, was für ein Aufstieg ihn erwartet, hätte er seinen Bollerwagen noch ein bisschen besser präpariert, keineswegs aber weniger Gepäck mitgenommen. Gut, Bollerwagen traf es vielleicht auch nicht wirklich. Eigentlich war es eine umgebaute Bierzelttischgarnitur, die der 31-Jährige so zusammenschraubte, dass Zelt, Klamotten und sogar zwei Kisten mit Getränken und Verpflegung locker hineinpassten. Rollen drunter und fertig.

Damit ging es gestern den Dongberg rauf. Eine Stunde war der Braunschweiger unterwegs. Er war einer von insgesamt 3500 Heavy-Metalfans, die seit gestern die Halde Norddeutschland besiedeln. Das 19. Dong-Open-Air (DOA)-Festival ist gestartet. „Mir gefällt es schon richtig gut. Die Atmosphäre ist genial. Ich bin wegen Bloodywood hier, aber auch das restliche Line Up ist klasse“, sagte Thomas, der zum ersten Mal das DOA besucht.

Am Donnerstag spielten die ersten acht Bands. Darunter die Modern-Groove-Metalband Angellnc, Septicflesh, Elvellon und Kataklysm. Doch bevor das Musikzelt in der Mitte erobert werden konnte, musste das neue Zuhause auf Zeit aufgebaut werden. Die einen waren pragmatisch mit kleinem Zelt angereist, die anderen fuhren wie Thomas richtig groß auf: Pavillons, Tische und Stühle wurden die Halde mit Bollerwagen, Sackkarre und natürlich purer Muskelkraft hochgehievt.

Minimalcampen hat auch Gewicht

„Wir sind eher die Minimalcamper. Wir haben zwar ein 20 Quadratmeter großes Zelt, aber dafür nur Isomatten, keine Luftmatratzen und keine Stühle, weil das Zelt schon 28 Kilo wog“, erzählte Eva Elschner lachend. Gemeinsam mit Mann Alois besuchte sie zum vierten Mal das DOA. „Es ist schön klein und familiär. Man trifft andauernd Leute, die man schon beim Aufstieg oder in der Warteschlange kennengelernt hat“, sagte sie.

Der erste Tag beim Dong Open Air
Der erste Tag beim Dong Open Air

Natürlich waren die beiden auch wegen der Musik da: Kataklysm und Steel Panther – der diesjährige Headliner des Festivals – standen ganz oben auf der Favoritenliste.

Frauen und Heavy Metal-Musik? Das passt. Nele Messerschmidt, Frontfrau der Moerser Symphonic-Metal-Gruppe Elvellon, hat es bewiesen. Sie stand ihren männlichen Kollegen stimmlich definitiv in nichts nach. Als die Band spielte, dauerte es keine fünf Minuten, bis die Metalfans im Zelt vollkommen in ihrem Element waren. Es wurde mitgesungen, mitgegrölt und nicht zuletzt die Köpfe heftig im Rhythmus der Musik bewegt – typisch für dieses Genre eben. „Lasst und zusammen Heavy-Metal feiern“, rief Messerschmidt. Mit ihrer kräftigen Stimme begeisterte die zierliche Frau das Publikum. Dazu gab es viele Instrumentalsoli an der Gitarre oder am Schlagzeug.

Dann kam der Regen. Es schüttete und wurde stürmisch. Und auch da wurde deutlich: Die Metal-Fans helfen sich. Überall wurde mitangepackt und festgehalten, damit die Zelte nicht wegwehten. Als das Unwetter vorbei war, wurde weiter ausgelassen gefeiert. So kann es auf dem Dongberg doch heute und am Wochenende weitergehen.

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