Wirtschaft

Lokale Brauerei in Kamp-Lintfort baut eigenen Hopfen an

Der Hopfengarten wächst und gedeiht – im August wird geerntet.

Der Hopfengarten wächst und gedeiht – im August wird geerntet.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Kamp-Lintfort.  Die Geilings Brauerei läuft: Die Absatzmengen steigen, jetzt wird ausgebaut. Was kaum einer weiß: Hier gibt es Bier aus selbst angebautem Hopfen.

Im Sommer sieht man ihn schon von weitem: Mitten in den Feldern im Kamp-Lintforter Ortsteil Saalhoff ragt ein sechseinhalb Meter hoher Hopfengarten aus dem Grün – am Niederrhein ein eher ungewöhnlicher Anblick. „Wir haben vielleicht nicht den einzigen, mit Sicherheit aber den größten Hopfengarten am Niederrhein“, sagt Johannes Lehmbrock, Chef der Kamp-Lintforter Geilings Brauerei.

Was die wenigsten wissen: Aus dem in Kamp-Lintfort angebauten Hopfen werden vor Ort tatsächlich zwei Biersorten gebraut.

Drei verschiedene Hopfensorten ranken sich derzeit vor dem Hauptgebäude der Saalhoffer Brauerei in den Himmel: Hallertauer Saphir, Hallertauer Calista, Hallertauer Ariana und demnächst kommt mit Cascade eine vierte Sorte hinzu. 94 Pflanzen hat Lehmbrock aktuell in seinem Hopfengarten stehen, Platz ist für 128 Pflanzen.

Gerade bilden sich die ersten Dolden aus, im August wird geerntet. „Es wächst, blüht und gedeiht“, freut sich der Brauerei-Chef.

Bier für die dunklen Monate im Jahr

Mit einem Teil des Ertrags werden etwa 10.000 Liter dunkles Bockbier und Pale Ale für die dunklen Monate im Jahr gebraut. Ähnlich wie bei Weinreben spielen auch beim Hopfen Klima, Boden und Sorte eine entscheidende Rolle für den späteren Geschmack des Endprodukts: „Wenn es ein nasses Jahr war, hat man viel Bittere, war es ein eher trockenes Jahr enthält der Hopfen viele Öle“, erklärt Lehmbrock. In diesem Jahr rechnet er mit einer ausgewogenen Note – und etwa 90 Kilo Ertrag, von dem die Geilings Brauerei 15 Kilo selbst verwertet.

Geld spart der Brauereichef nicht dadurch, dass er eigenen Hopfen verwenden kann: „Wenn wir die gleiche Menge kaufen würden, müssten wir vielleicht 500 oder 600 Euro dafür bezahlen – das wiegt Arbeit und Kosten für den Hopfengarten hier aber nicht auf.“ Lehmbrock ist Hopfengärtner vor allem aus „Spaß an der Freude“, wie er sagt. Und: „Wir sprechen bei Bier über ein Lebensmittel, das nur aus natürlichen Zutaten gewonnen wird. Das können wir unter anderem mit dem Hopfengarten hier zeigen.“

100 Brauereiführungen im Jahr

Geilings Bräu gibt es mittlerweile als Kellerpils, Indian Pale Ale, Alt, Dunkles Bockbier, Helles und Weizen. Mit der Eröffnung der eigenen Brauerei vor der Haustür vor zwei Jahren läuft der Betrieb mehr als gut: Jahr für Jahr steigen die Absatzmengen, mittlerweile bieten Lehmbrock und seine Mannschaft um die hundert Brauereiführungen im Jahr an. „Mehr geht zur Zeit nicht“, sagt Lehmbrock. Weil auch der Platz knapp geworden ist, entsteht derzeit ein neuer Gärkeller und demnächst ein neues Kühlhaus. „Ich bin froh, dass wir vor sieben Jahren die Geilings Bräu GmbH gegründet haben, der Trend zu regionalen Produkten ist ungebrochen“, sagt der 30-jährige Brauereichef und ist sicher: „Wenn wir noch zehn weitere kleine Brauereien im Kreis Wesel hätten, würde das niemandem schaden.“ Wie es weiterläuft? „Wir schauen mal, wohin die Reise noch geht.“

Am Samstag, 27. Juli, ist Tag der offenen Tür bei der Geilings Brauerei, Saalhoffer Straße 327. Von 14 bis 20 Uhr gibt es Führungen durch die Brauerei und den Hopfengarten, auf Kinder wartet eine Hüpfburg. Es wird gegrillt – dazu gibt es unter anderem selbstverständlich auch Bier.

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