Straßenfest

In Moers gibt es die Tüte Süßes für ein paar Pfennige

Der Nostalgiezauber hält beim Neustraßenfest Einzug.

Der Nostalgiezauber hält beim Neustraßenfest Einzug.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  Beim Neustraßenfest in Moers ist Nostalgie angesagt. Wer möchte, zahlt mit D-Mark. Timo Kirstens Kamera auf Achse zieht die Blicke auf sich.

Nostalgisch gekleidete Frauen und Männer schreiten in noblen Gewändern durch die Neustraße. Sie laufen an Cadillacs vorbei und bleiben vor einem Stand stehen. Hier gibt es eine Tüte Süßes für ein paar Pfennige – ganz so, wie früher. Nostalgie ist das Zauberwort des Neustraßenfestes in der Innenstadt.

Zum dritten Mal hat die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) „Quartier Neustraße“ zum Nostalgiezauber eingeladen. Die Organisation des Festes haben die Inhaber der Geschäfte Mundomio, Pur Natur und Villa Wölkchen übernommen. Die Idee des Festes ist simpel: „Wir möchten zeigen, was die wenig frequentierten Ecken in der Innenstadt zu bieten haben“, sagt Achim Reps, Vorsitzender der ISG und Quartiers-Sprecher. „Moers hat eine lange Geschichte und jeder hat schöne Erinnerungen, die er mit der Vergangenheit verbindet. Da passt Nostalgie perfekt.“

Mehr als 25 Einzelhändler der Neustraße machten mit. Die Regenschauer waren kein Hindernis. Hunderte Besucher suchten am Samstag fernab der Online-Käufe das Gespräch. Kostümierte Zeitreisende aus dem Jahre 1860 besuchten Moers mit Kompass, gefolgt von imposanten Stelzen-Läufern im Schmetterlingskostüm. In den Geschäften klingelte auf historische Weise die Kasse. Im Laden Villa Wölkchen rechnete Inhaberin Christine Reps fleißig um und war überrascht, wie viele Kunden mit D-Mark bezahlten. Vor der Türe des Ladens entführte Stadtführerin Anne-Rose Fusenig in eine Zeit, in der noch Autos auf der Neustraße fuhren und man die Beatles rauf und runter hörte.

Neu beim Nostalgiezauber war die Kamera auf Achse aus Köln. Timo Kirstens Campingwagen Modell Eriba Pan Familia aus dem Jahre 1978 zog die Blicke auf sich. Im Wagen gab es Erinnerungsfotos aus der eingebauten Linse. Es gab Verkostungen von Berliner Weiße im VW Bulli, frischen Kuchen wie zu Omas Zeiten und einen Kaffee aus dem Fahrzeug Ape. Die Kinder spielten ohne Smartphone, ließen sich farbenfrohe Gesichter schminken und erkundeten den Stand des Grafschafter Museums.

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