Volkstrauertag

In Moers wird das neue Mahnmal für den Frieden eingeweiht

Bürgermeister Christoph Fleischhauer, Moers, hält am Volkstrauertag eine Rede zur Einweihung des Mahnmales für den Frieden im Stadtteil Asberg.

Bürgermeister Christoph Fleischhauer, Moers, hält am Volkstrauertag eine Rede zur Einweihung des Mahnmales für den Frieden im Stadtteil Asberg.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Moers.  Die Arbeiten in Moers haben Jahre gedauert, jetzt ist das Mahnmal, das einst ein Kriegerdenkmal war, fertig. Die Botschaften sind eindeutig.

In Moers-Asberg ist am Sonntag das neue Mahnmal für den Frieden eingeweiht worden. Zum Volkstrauertag gedachten auch andernorts viele Menschen der Opfer von Gewalt und Krieg.

Angeführt vom Gardemusikzug Blau-Weiß Moers, gefolgt von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Schützenverein und zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern zog am Sonntag, dem Volkstrauertag, eine feierliche Prozession durch Asberg. Ziel war das frühere Kriegerdenkmal für die Gefallenen zweier Weltkriege an der Römerstraße. Lange Zeit dem Verfall preisgegeben, wurde es in den letzten drei Jahren mit Mitteln der Stadt Moers und der Asberger Bürgergemeinschaft aufwändig restauriert und zum „Friedensmahnmal Asberg“ umgestaltet.

Neu verputzt, die Nischen mit den, allerdings kaum noch lesbaren, Namen der Gefallenen gesäubert und mit vom SCI:Moers gestalteten, mit Bänken bestückten Freiflächen bietet es nun wieder eine würdige Gedenkstätte. Bild- und Schrifttafeln zeugen von heutigen Flüchtlingsschicksalen, aber auch von authentischen, einheimischen Kriegsopfern. Statt der früheren Metalltafel mit der Aufschrift „Den Opfern der Kriege“ schmückt eine Friedenstaube mit dem Wort „Frieden“ in vielen Sprachen die Mitte des Mahnmals: „Dies soll ein Ort des Friedens sein, ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen. Ein Ort der Besinnung, der dazu einlädt, Ruhe zu finden, ein Ort, den Sie neu mit Leben füllen“, erklärte Frank, Eichholz, 1. Vorsitzender des Bürgervereins zur Begrüßung.

„Die weißen Tauben sind müde. Die Falken fliegen wieder und zeigen, dass sie aus der Vergangenheit nichts gelernt haben. So wie dieses Friedensmal das Ergebnis gemeinschaftlicher Anstrengungen ist, so wichtig ist es, gemeinsam aufzustehen und für den Frieden zu kämpfen“, betonte Bürgermeister Christoph Fleischhauer in einer bewegenden Rede. Berührend auch die von Schülerinnen und Schülern der Geschwister-Scholl-Gesamtschule vorgetragenen Schicksale der auf den Schrifttafeln festgehaltenen Flüchtlinge und Kriegsopfer, die sie persönlich befragt hatten.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Volkschor Moers und der vielstimmigen Bitte „Oh Herr, gib uns Frieden“. Mit einem Friedensgebet von Pfarrerin Martje Mechels, die das Projekt für den Gemeindedienst für Mission und Ökumene Niederrhein betreut hat und dem traditionellen Lied „Ich hat einen Kameraden…“ des Gardemusikzugs ging die eindringliche Gedenk- und Einweihungsfeier stilvoll zu Ende. Anschließend stand für alle Besucher im evangelischen Gemeindesaal noch Grünkohl bereit. „Es ist wichtig und richtig, auch der heutigen Kriegsopfer zu gedenken und vor allem, dabei die Jugend als unsere Zukunft mit einzubeziehen“, fand ein von Konzept und Ausführung des Mahnmals überzeugter Teilnehmer aus Moers.

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