Wohnen in Moers

In Moers wird Wohnraum für sozial Schwache immer knapper

Sie diskutierten über Wohnraum in Moers (v.l.): Christoph Wilczok (Vivawest), Mark Rosendahl (SPD), Maria Skora-Gewinner (AsF), Jens Kreische (Wohnungsbau), Anja Reutlinger (SPD) und Dezernent Thorsten Kamp.

Sie diskutierten über Wohnraum in Moers (v.l.): Christoph Wilczok (Vivawest), Mark Rosendahl (SPD), Maria Skora-Gewinner (AsF), Jens Kreische (Wohnungsbau), Anja Reutlinger (SPD) und Dezernent Thorsten Kamp.

Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Services

Moers.  Bei 700 Wohnungen läuft die Mietpreisbindung in den kommenden zehn Jahren aus. Und es gibt noch andere Probleme beim Thema Wohnen in Moers.

In Moers wird sozialer Wohnraum immer knapper. Die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung wird in den kommenden zehn Jahren weiter sinken, wie der städtische Planungsdezernent Thorsten Kamp mitteilt – und es gibt noch andere Probleme.

Kamp sagte in einer Diskussion de SPD am Montagabend in den SCI-Volksschule zum Thema Wohnen, derzeit gebe es in Moers 4300 geförderte Wohnungen. In den kommenden zehn Jahren laufe die Förderung jedoch aus, es bestehe dann keine Mietpreisbindung mehr. Kamp: „Wir können gar nicht soviel nachfinanzieren wie aus der Bindung läuft.“

Das sieht auch Jens Kreische so. Der designierte Geschäftsführer der Wohnungsbau Stadt Moers sagte: „Wohnraum mit Quadratmeterpreisen von fünf bis sechs Euro wird knapp in Moers. Zum Beispiel haben Leute, die Transferleistungen beziehen, immer weniger Möglichkeiten, eine passende Wohnung zu finden.“ Nach Kreisches Angaben hat das städtische Tochterunternehmen Wohnungsbau Stadt Moers zurzeit keine Leerstände.

Bereits vor zwei Jahren hatte die NRZ berichtet, dass sich die Zahl der Wohnungen mit Mietpreisbindung seit 2008 um 42 Prozent verringert hat. Vor einem Jahr gab es an gleicher Stelle schon einmal eine Diskussion zum Thema.

Maria Skora-Gewinner, in Rheinkamp Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF), sieht die Entwicklung kritisch. Sie fordert zum Beispiel mehr bezahlbaren Wohnraum für alleinerziehende Mütter und wohnortnahe Kindertagesstätten. Nicht nur ihre Hoffnung richtet sich hier vor allem auf das Areal des Mercator-Berufskollegs.

Das Kolleg zieht auf den Berufsschulcampus, der zurzeit an der Repelener Straße entsteht. Die Entwicklung des Mercator-Areals hatten Ende vergangenen Jahres CDU und Grüne auf Kreisebene forciert. Skora-Gewinner könnte sich hier beides vorstellen: Preiswerte Wohnungen und eine neue Kindertagesstätte. Thorsten Kamp sieht für die Fläche in der Nähe des St. Josef-Krankenhauses eine „gemischte Struktur“.

Neben der Entwicklung beim sozialen Wohnungsbau gibt es offenbar noch ein großes Problem in Moers: Müll. „Es gibt Mülltourismus auf Spielplätzen, in Kellern und auf Dachböden, das grenzt an Verwahrlosung“, sagte am Montagabend Christoph Wilczok von Vivawest. Der Anbieter modernisiert zurzeit im Moerser Stadtteil Eick-West einen großen Komplex. Negative Erfahrungen mit Müll gibt es auch bei der Wohnungsbau, wie Jens Kreische sagte: „Die Mülltüten werden einfach neben dem Container abgestellt, das geht zu Lasten der Allgemeinheit.“

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Beim städtischen Tochterunternehmen Wohnungsbau Stadt Moers steht ein Wechsel an der Spitze an. Die beiden langjährigen Geschäftsführer Roland Rösch (seit 1992) und Rainer Staats (seit 2009) gehen zum 30. Juni 2021 in den Ruhestand. Eine Nachfolgeregelung ist vorbereitet.

Prokurist Jens Kreische (Foto) und Tobias Pawletko (bisher Stadtverwaltung Moers) sollen die Geschäftsführung übernehmen. Der Rat hat bereits zugestimmt, die Gesellschafterversammlung ist Anfang März.

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