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In Neukirchen-Vluyn werden exklusive US-Fahrzeuge verkauft

Hier kommen häufig nicht alltägliche Autos auf die Hebebühne: KfZ-Techniker-Meister Norbert Korn und Geschäftsführer Felix Trox (von links) in der „Trox Car Company“ in Neukirchen-Vluyn.

Hier kommen häufig nicht alltägliche Autos auf die Hebebühne: KfZ-Techniker-Meister Norbert Korn und Geschäftsführer Felix Trox (von links) in der „Trox Car Company“ in Neukirchen-Vluyn.

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Neukirchen-Vluyn.  Chevrolet, Dodge und Ford Mustang in Neukirchen-Vluyn: Seit Februar werden aus den USA importierte Fahrzeuge in der „Trox Car Company“ verkauft.

Draußen weht die amerikanische Flagge, im Eingangsbereich steht ein knall orangenfarbener Ford Mustang, hier hat ein Pick-up Moerser Kennzeichen: Mit der „Trox Car Company“ ist im Februar dieses Jahres etwas US-Flair auf das Mischgebiet an der Niederrheinallee eingezogen. Wie der Wechsel von der Landeshauptstadt für Unternehmer Felix Trox, der nun in seiner Heimat importierte US-Fahrzeuge verkauft, funktioniert hat: „Egal ob Düsseldorf oder der Niederrhein - es ist ein Nischenmarkt, in dem wir uns bewegen.“

Interessenten dieses Nischenmarktes haben nicht zwangsläufig eine hohe Affinität zu den USA, eher zu „Fahrzeugen mit ganz langer Tradition“, sagt Trox und erinnert an den Kinofilm „Le Mans 66 - Gegen jede Chance“. Einige Kunden hätten außerdem bei Reisen in den USA die Fahrzeuge zu schätzen gelernt. Es seien oft Menschen, die nicht unbedingt dem Mainstream folgten, die zu ihm kommen - schwerpunktmäßig aus der Region im Umkreis von 250 Kilometern.

Von Florida nach Neukirchen-Vluyn: In Deutschland werden noch Umrüstungen fällig

Einen weitaus längeren Weg legen aber die Fahrzeuge zurück, die Trox in Neukirchen-Vluyn zum Verkauf anbietet. Er erwerbe sie überwiegend bei Auktionen, größtenteils in Florida. Von der amerikanischen Ostküste aus gehe es rund zwölf Tage über Wasser nach Europa. Bis sie aber tatsächlich zum Verkauf zugelassen werden können, müssten noch Umrüstungsarbeiten erfolgen, etwa die Lichttechnik betreffend. „Die meisten US-Fahrzeuge haben keine Nebelschlussleuchten, in Deutschland gibt es dafür keine Zulassung.“

Klassisch technische Reparaturen bietet Trox zwar nicht an, mit Norbert Korn hat er aber einen Kfz-Techniker-Meister mit an Bord. So befinden sich hinter dem Verkaufsraum auch Hebebühne und Werkzeug. Viel geschehe beim Autoverkauf über das Internet, daher weiß Trox aber auch um die Sorge und das Misstrauen vieler Kunden vor „nicht deklarierten Schäden“ - und betont die Bedeutung der Fahrzeughistorie „Carfax“.

Exklusive Fahrzeuge - aber auch die Klimadebatte beschäftigt den Unternehmer aus Neukirchen-Vluyn

Viele der Fahrzeuge, die hier zum Verkauf angeboten werden sind nicht alltäglich. Die Preisspanne liege im Schnitt zwischen 25.000 und 40.000 Euro, mal gebe es Ausreißermodelle bis zu 80.000 Euro. Trox betätigt einen elektronischen Schlüssel und lässt den Motor eines schwarzen Dodge Challenger einmal laut aufheulen. Das seien eben die traditionellen Muscle-Cars („breit, Achtzylinder-Motor, lauter Sound“), Kostenfaktor: knapp 40.000 Euro. Das sei aber nur ein Standbein, so Trox. Er verweist auf elektronische Fiat-Modelle, Pick-Ups und Minivans für Familien. Wobei „mini“ täuscht an dieser Stelle - mit wenigen Handgriffen verstaut Trox fünf Sitze und verwandelt den großen Chrysler Pacifica in ein Auto mit viel Laderaum.

Große Fahrzeuge, CO2-Vebrauch, Klimaschutzdebatte - diese Entwicklung verfolgt auch Trox. „Wir sind uns bewusst, dass die Muscle-Cars eine aussterbende Generation sind.“ Es gebe aber auch Licht am Ende des Tunnels: Ford habe den elektronischen Mustang angekündigt - und „Tesla-Fahrzeuge kommen auch aus den USA“.

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