Rechte Gruppen

Kamp-Lintforter Ortsteil wird als „Nazidorf“ verunglimpft

Im August demonstrierten 150 Menschen in Hoerstgen für Toleranz und Demokratie.

Im August demonstrierten 150 Menschen in Hoerstgen für Toleranz und Demokratie.

Foto: NRZ

Kamp-Lintfort.  Anwohner im kleinen Kamp-Lintforter Ortsteil Hoerstgen finden Schreiben einer rechten Gruppe in ihren Briefkästen. Die Botschaft ist eindeutig.

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Im Kamp-Lintforter Stadtteil Hoerstgen haben Anwohner Schreiben der so genannten Volksgemeinschaft Niederrhein (VGN) in ihren Briefkästen gefunden. Darin bezeichnen die Verfasser den kleinen Ortsteil als „Nazidorf“ und kündigen an, dass „noch mehr Kameraden den Weg nach Hoerstgen finden“.

2016 war der Neonazi Kevin G. aus Moers nach Hoerstgen gezogen. Seitdem ist immer wieder die Rede von Drohungen, Sachbeschädigungen und Einschüchterungen. Ende vergangener Woche hatte die Stadt Kamp-Lintfort eine „Party“ auf dem Gelände von G. untersagt, scheiterte aber, weil dieser mit einem Eilantrag erfolgreich war (NRZ berichtete). Am Sonntag hatten VGN-Anhänger an der Pegida-Kundgebung in Duisburg teilgenommen.

Jetzt meldet sich die so genannte Volksgemeinschaft Niederrhein bei Menschen im Ortsteil. „Wenn Sie eines Tages merken, dass Sie Ihr Haus nicht verkaufen können, können Sie jederzeit gern mit uns sprechen.“ Ebenso heißt es in dem Schreiben: „Mit Ihrer kostenlosen Hilfe und unserer nationalen Gesinnung sorgen wir zusammen dafür, dass Hoerstgen nie so aussehen wird, wie z.B: Duisburg Bruckhausen oder Marxloh.“

Anwohner teilten der Redaktion mit, sie würden sich durch das Schreiben erneut bedroht fühlen. Es sei zudem am 9. November verteilt worden, dem Tag der Reichspogromnacht 1938.

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