Polizei

Geldautomaten in Moers gesprengt: Kripo fasst Bande

Ein Geldautomat nach einer Sprengung.

Ein Geldautomat nach einer Sprengung.

Foto: Gero Helm

Moers.   Eine Ermittlungskommission der Kreispolizei Wesel fasst bei Großeinsatz drei Tatverdächtige. Spuren führen zu Straftaten am ganzen Niederrhein.

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Nach intensiven Ermittlungen ist eine Ermittlungskommission der Kreispolizeibehörde Wesel einer dreiköpfige Bande von Geldautomatensprengern auf die Schliche gekommen.

Das Trio steht im Verdacht, einen Geldautomaten an der Franz-Haniel-Straße in Moers gesprengt zu haben, so eine Mitteilung der Kreispolizei und der Staatsanwaltschaft vom Donnerstag. Aber die drei Männer haben noch viel mehr auf dem Kerbholz. Es war in der Nacht zu Sonntag, 14. Oktober 2018, als um 2.12 Uhr an der Franz-Haniel-Straße ein Geldautomat in die Luft flog; die schwere Tresortür wurde mehrere Meter weit geschleudert. Zeugen beobachteten vermummte Personen, die in einem roten VW Golf mit Duisburger Kennzeichen vom Tatort flüchteten.

Trio kommt auch für andere Taten in Frage

Nach derzeitigen Erkenntnissen kommt das Trio auch für Sprengungen von Geldautomaten in Kevelaer und Mülheim-Kärlich in Frage. In zwei weiteren Fällen bereiteten sie Geldautomaten in Tönisvorst und Pulheim zur Sprengung vor, jedoch kam es aus bisher unbekannten Gründen nicht zur Explosion. Nur bei einer Tat gelangten die Täter an ihre Beute, vier mal gingen sie leer aus.

Im Rahmen eines groß angelegten Einsatzes am letzten Mittwoch, 13. März, durchsuchten Polizeibeamte aus Wesel und Krefeld mit der Staatsanwaltschaft Kleve die Wohnungen von drei Tatverdächtigen in Krefeld und nahmen einen 20- und einen 27-Jährigen vorläufig fest. In den Wohnungen stellten die Beamten neben Betäubungsmitteln auch tatrelevante Beweismittel wie die Tatbekleidung und Gasflaschenzubehör sicher. Der dritte Tatverdächtige, ein 28-Jähriger aus Krefeld, konnte nicht festgenommen werden: Er befindet sich derzeit wegen einer anderen Tat in Untersuchungshaft in Österreich.

Fluchtfahrzeug bei Einbruch in Tönisvorst gesehen

Die drei polizeibekannten Tatverdächtigen aus Krefeld im Alter von 20, 27 und 28 Jahren gingen bei allen Taten ähnlich vor und nutzten bei den Sprengungen die gleichen Werkzeuge, die sie zum Teil zurückließen. Nach intensiven Ermittlungen an den unterschiedlichen Tatorten und der zeitaufwendigen Spurenauswertung, so die Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft, konnte das Team der Ermittlungskommission schließlich einen Tatzusammenhang herstellen.

Aber damit war die Arbeit der Kripo noch lange nicht beendet: Der von den Tätern in Moers genutzte VW Golf wurde bei einem Einbruch in eine Schule in Tönisvorst gesehen. Ein Zeuge hatte dort mehrere verdächtige Personen mit Funkgeräten beobachtet und die Polizei verständigt. Vor Ort konnten zwei 19-Jährige aus Meerbusch und ein 20-Jähriger aus Krefeld festgenommen werden.

Zusammenhänge nach neuen Erkenntnisse deutlich

Mit diesen Erkenntnissen konnte die von Kriminaldirektor Roland Wolff eingesetzte Ermittlungskommission einen Tatzusammenhang zwischen den gesprengten Geldautomaten und diversen Einbrüchen in Mülheim-Kärlich, Krefeld, Grefrath, Korschenbroich, Willich und Meerbusch herstellen.

Weitere Erkenntnisse ergaben, dass die drei Beschuldigten aus Krefeld in wechselnder Besetzung auch für weitere Einbrüche in Schulen, Kindertagesstätten und Gaststätten in Frage kommen. Dass sich die Kripo nicht nur auf Indizien stützt, stellte Kriminaldirektor Wolff am Donnerstag im Gespräch mit der NRZ klar: „Wir haben Geständnisse.“

Kriminaldirektor Wolff: Hochgradig professionelle Arbeit

Roland Wolff erklärte außerdem, dass die Ermittlungen noch längst nicht abgeschlossen sind: „Es sind unheimlich viele Spuren, die wir auswerten müssen.“ Es würden sicher noch weitere Straftaten aufgeklärt werden können. Die drei Tatverdächtigen aus Krefeld seien wegen Delikten aus dem Bereich Eigentumskriminalität bekannt, so Wolff. „Die Kunst ist es, die Vielzahl der kleinen Spuren zu einem großen ganzen zusammenzufassen.“ Die Ermittler hätten „hochgradig professionell gearbeitet“.

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