Landtagswahl

NRW-Wahl 2022: Der Überblick für Moers und Neukirchen-Vluyn

| Lesedauer: 13 Minuten
NRW-Landtagswahlen 2022: Basiswissen auf einen Blick

NRW-Landtagswahlen 2022- Basiswissen auf einen Blick

Jede wahlberechtige Person hat zwei Stimmen: die Erststimme und die Zweitstimme. Wer welche Stimme bekommt, erklären wir im Video.

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Moers/Neukirchen-Vluyn.  Am 15. Mai 2022 sind Landtagswahlen in NRW. Auch in Moers wird dann gewählt: Diese Wahlkreis-Kandidaten wollen in den Landtag einziehen.

  • Welche Kandidaten stellen sich bei der Landtagswahl 2022 in Moers und Neukirchen-Vluyn zur Wahl?
  • Wie sehen die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Landtagswahl 2017 aus?
  • Informationen rund um die Landtagswahl in Moers und Neukirchen-Vluyn finden Sie hier.

Am 15. Mai 2022 entscheidet sich bei der Landtagswahl auch in Moers und Neukirchen-Vluyn, wer Nordrhein-Westfalen in den kommenden fünf Jahren regiert. Bei der Wahl zum 18. Landtag von NRW sind insgesamt 13,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben – darunter rund 786.000 Erstwählende.

Landtagswahl in Moers und Neukirchen-Vluyn: Kandidatinnen und Kandidaten

Bei der Landtagswahl werden entweder direkt im jeweiligen Wahllokal oder per Briefwahl zwei Stimmen abgegeben, die Erst- und die Zweitstimme. Die Erststimme entscheidet, welche Direktkandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis in den Landtag einziehen. Die Zweitstimme zählt für die jeweiligen Parteien und bestimmt damit am Ende die Sitzverteilung im 18. NRW-Landtag.

Bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag, 15. Mai 2022 treten im Wahlkreis Wesel IV (Moers / Neukirchen-Vluyn) neun Kandidatinnen und Kandidaten an. Hier ist der Überblick über alle, die am 15. Mai in diesem Wahlkreis in den Landtag einziehen möchten.

Constantin Borges, FDP

27 Jahre, Bankkaufmann und Masterstudent, wohnt in Moers, geboren in Rheinhausen. In der FDP seit 2009. Stv. Vorsitzender FDP-Moers, stv. Vorsitzender FDP-Niederrhein, stv. Vorsitzender Junge Liberale Bundesverband. Lebensmotto: Leben und leben lassen.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Ich bin in die FDP eingetreten, da die FDP sehr konkrete Ansätze hat, die Zukunft unseres Landes und Europas zu gestalten. Die FDP will den Einzelnen stark machen und ihm helfen, sein Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. Jeder Einzelne wird von der FDP ermutigt und gefördert, eigenständig zu sein und Pilot des eigenen Lebens zu werden. Dieser Gedanke war für meine Lebenseinstellung immer zentral und ist immer noch wichtig für mich.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Wirtschaftspolitik und die Transformation zu deutlich geringeren CO2- Emissionen müssen gemeinsam gedacht werden. Wir müssen das Klima schützen, die Wirtschaft stärken und dabei innovatives Beispiel für andere Länder werden. Marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen sind entscheidend und auch die Digitalisierung von Bildung und Behörden haben für mich Priorität. Weiterhin möchte ich mich für mehr Talentschulen einsetzen, um die Bildung weiter zu stärken.

Holger Dunker, Team Todenhöfer

56 Jahre, Unternehmer (Gebäudeautomation), wohnt in Xanten, geboren in Oberhausen. Im Team Todenhöfer – Die Gerechtigkeitspartei seit Januar 2021. Beisitzer im Landesvorstand NRW sowie Vorstandsvorsitzender des Kreisverbandes Wesel. Zuvor lange Jahre in der CDU und auch kurze Zeit in der AfD. Lebensmotto: Geht nicht, gibt’s nicht.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Die Gesinnung des Parteiprogrammes hat mich motiviert, Ehrlichkeit, frei von Korruption, frei von Lobbyismus, halt eben ein neuer Politiker-Typ. Hier werden nicht nur Forderungen, sondern auch gleich Lösungen angeboten. Auch die konsequente Friedenseinstellung hat mich überzeugt. Nach den Ereignissen in der Ukraine ist Team Todenhöfer wohl die einzig verbliebene Friedenspartei.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Wir haben einige gute Punkte in unserem Wahlprogramm. Für mich persönlich ist das Thema NRW STAUFREI das Zentrale Thema. NRW ist Stauland Nr. 1 in Deutschland. Daher betrifft dieses Thema nahezu alle Menschen in unserem Land. Wir packen das Thema ganzheitlich an. Dazu gehört die Effizienzsteigerung bei den Autobahnbaustellen. Aber auch ein attraktiver und bezahlbarer ÖPNV gehört genauso zu dem Konzept wie gute Fahrradwege.

Gisela Feldhaus, Die Basis

56 Jahre, arbeitet seit zehn Jahren als systemischer Coach und Projektkoordinatorin in sozialen und kulturellen Projekten. Wohnt in Moers, geboren in Haltern am See. In dieBasis seit Mai 2021; von Juni 21 bis Januar 22 Vorstandsmitglied im Kreisverein Wesel. Lebensmotto zur Zeit: Jede Krise birgt eine Chance auf Wachstum.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Auf dieBasis aufmerksam geworden bin ich, weil ich unzufrieden war mit der Coronapolitik der Bundesregierung. Mir war das alles zu einseitig, und es war aus meiner Sicht überhaupt nicht evidenzbasiert. Menschen mit Angst steuern zu wollen – das kann nur schief gehen. In dieBasis habe ich aber viel mehr gefunden als Maßnahmenkritik: Menschen mit vielen richtig guten Ideen und dem Willen, die Probleme unserer Zeit wirklich anzugehen.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Die Einführung basisdemokratischer Verfahren und die Stärkung regionaler Strukturen. Die Machtkonzentration in der Welt ist an einem geradezu absurden Limit angelangt, Lobbyisten machen gar keine Lobbyarbeit mehr, sondern schreiben Gesetze einfach selbst, Gesundheit ist nur noch ein Markt und eine Vielzahl von Umweltproblemen werden auf das Klima reduziert. Damit muss sofort Schluss sein. Wir müssen endlich offen über Alternativen reden.

Dr. Renatus Rieger, AfD

64 Jahre, Diplom-Kaufmann, wohnt in Moers-Hülsdonk, geboren in Moers. 2014 Austritt aus der CDU, danach Eintritt in die AfD. Sprecher des AfD-Kreisverbands Wesel, Fraktionsvorsitzender der Moerser AfD-Fraktion, Kreistagsmitglied im Kreis Wesel. Lebensmotto: Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Ich bin ein Freiheitlich-Konservativer. Als solcher bin ich vor der Europawahl 2014 aus der CDU ausgetreten und später der AfD beigetreten. Ich tat das, weil die Union nichts mehr mit dem zu tun hatte, was ich einmal mit ihr verbunden hatte. Offenbar konnte diese Partei auf meine Stimme verzichten. Aber schließlich gab es ja eine Alternative – die AfD.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? „Grüne Ideen gedeihen nicht in den Quartieren der Arbeiter. Sie gedeihen in den Luxusvillen der Schickeria“, wusste einst ein großer deutscher Politiker zu sagen. Ich möchte mich für diejenigen einsetzen, die sich nach einem „normalen Leben“ sehnen. Einem Leben in Freiheit. Einem Leben in Wohlstand. Einem Leben in Sicherheit. Einem Leben ohne Angst vor der Zukunft. Das Wahlkampfmotto unserer Partei „Wer kämpft für deine Meinung? AfD – Wer sonst?“ richtetet sich an diese Menschen, die es verdient haben, ein gutes Leben zu führen und die nicht für Hirngespinste von Ideologen ausgenutzt werden sollten.

Tom Wagener, Grüne

47 Jahre, Beruf: Dipl.-Bauingenieur und Verkehrsplaner, Position: Prokurist, wohnt in Neukirchen-Vluyn, geboren in Ohlau (bei Breslau). Vorsitzender der Grünen-Fraktion im Rat der Stadt Neukirchen-Vluyn, Delegierter der Grünen-Kreisverbandes Wesel im Landesparteitag LDK NRW, Mitglied der Grünen Landesarbeitsgemeinschaft LAG Verkehr und Mobilität NRW. Bei den Grünen seit 2011. Lebensmotto: Mut und Zuversicht.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Erwartung an die Politik ist, dass sie auf die großen Fragen unserer Zeit ebenso große Antworten liefert. Etwa in puncto Klimawandel, Zukunftssicherheit, soziale Gerechtigkeit, aber auch innovative ökologische Schwerpunktsetzung in der Wirtschaft. Viele gute Ideen und richtige Antworten sehe ich bei den Grünen. Diese möchte ich weiterentwickeln und umsetzen.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? An Ereignissen wie dem Krieg in der Ukraine, aber auch der Corona-Pandemie oder der Flutkatastrophe im letzten Sommer sehen wir, wie leicht unsere Welt ins Wanken geraten kann. Die größte Gefahr ist jedoch die drohende Klimakatastrophe. Daher kann ich nicht nachvollziehen, wenn Entscheidungsträger heute noch vor dem Thema die Augen verschließen oder davon ablenken. Mein Antrieb ist eine klimaneutrale und sichere Zukunft - und mein zentrales Thema ist, wie wir den Weg dahin erfolgreich und sozial gerecht gestalten.

Ibrahim Yetim, SPD

57 Jahre, gelernter Bergmechaniker, jetzt Landtagsabgeordneter, wohnt in Moers-Kapellen, geboren in Dinslaken-Lohberg. In der Partei seit 1991, Mitglied der SPD-Landtagsfraktion, Mitglied in der SPD-Stadtratsfraktion, Vorstandsmitglied der NRW-SPD. Lebensmotto ist Aufstehen, auch wenn es weh tut.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Für mich als Arbeiterkind war die Politik der SPD die richtige Partei, um gute Lebensbedingungen zu schaffen.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Ich kämpfe für ein NRW, das wirtschaftlich stark ist und unseren Wohlstand sichert sowie ein soziales und gerechtes Miteinander fördert. Durch Respekt, Zusammenhalt, Zuversicht und Fortschritt. In unserer Gesellschaft sollen diese Werte gelebt und von der Politik als Leitbild genutzt werden. D.h. wir müssen zuerst an den Menschen und dann an den Profit denken und uns trauen, neue Wege zu gehen, um die Krisen unserer Zeit zu meistern.

Manuela Zaitz, Die Partei

50 Jahre, Hundetrainerin, Autorin, wohnt in Moers, geboren in Essen. Seit 2020 Mitglied bei Die Partei, ebenfalls seit 2020 als sachkundige Bürgerin im Ausschuss für Bürgeranträge und im Aufsichtsrat der MoersMarketing GmbH sowie als beratendes Mitglied im Integrationsrat tätig. Seit 2021 zweite Vorsitzende im Kreisverband Wesel. Lebensmotto ist: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Jahre meines Lebens habe ich Politik als dröge empfunden. Ich habe mich schlecht vertreten gefühlt und hatte den Eindruck, als Bürger:in bekommt man nicht wirklich mit, was hinter den Kulissen passiert. Mit Sonneborns Buch über das EU-Parlament war meine Neugier geweckt, 2019 dann die Wahlwerbespots in denen Die Partei die Fernsehzeit für ihre Wahlwerbung Sea-Watch zur Verfügung stellte. Keine Lobhudelei auf die eigene Partei, nur traurige Fakten.

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Zentrales Thema für mich ist, dass ich morgens noch in den Spiegel gucken kann. Bei dem was teilweise während der Wahlphasen versprochen wird, was sinnlos an Kohle und Ressourcen verballert wird um zu plakatieren -gerne auch in mehreren Kampagnen- da darf man sich mal abheben. Dinge versprechen, die man nicht halten kann, das dürfen gerne andere tun, ich verspreche mein Bestes zu tun, es nicht zu verkacken.

Julia Zupancic, CDU

40 Jahre, Diplom-Ökonomin, selbstständig in der Strategie- und Marketingberatung, wohnt in Moers, geboren in Moers. In der Partei seit 2011, seit 2014 Ratsmitglied, seit 2016 umwelt- und stadtentwicklungspolitische Sprecherin, ab 2017 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, seit 2020 Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat der Stadt Moers. Lebensmotto: Es kommt immer alles, wie es kommen muss!

Warum sind Sie in die Partei eingetreten? Schon in der Schule habe ich mich als Klassensprecherin für die Belange meiner Mitschüler eingesetzt. Jahre später traf ich den damaligen Schülersprecher wieder, der sich an mich und meinen Einsatz erinnern konnte. Er selbst war bereits in der CDU aktiv und hat mich für die Parteiarbeit gewinnen können. Die Arbeit der CDU und die Möglichkeit, mich für meine Stadt und ihre Menschen einzusetzen, haben mich begeistert und das bis heute!

Was ist Ihr zentrales Thema im Wahlkampf? Ich bin überzeugt, dass wir Themen gemeinsam denken und verbinden müssen. Gute Bildung für jedes Alter und jeden sozialen Stand, gute Arbeitsplätze mit einer starken Wirtschaft vor Ort, die den Klimaschutz schon aus unternehmerischer Sicht nicht außen vor lassen kann, starke und belebte Städte und Dorfkerne, eine stabile digitale Infrastruktur, das alles geht nur, wenn wir es zusammen denken! Dafür stehe ich und das möchte ich voranbringen.

Von Hasan Özer (Die Linke) liegen keine Angaben zu den Fragen vor.


Der Zuschnitt
des Wahlkreises Wesel IV ist anders als bei der vergangenen Landtagswahl 2017. Damals gab es die beiden Wahlkreise Moers/Neukirchen und Kamp-Lintfort/Vluyn und Alpen, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten.

Bei der Landtagswahl am 15. Mai bilden Moers und die gesamte Kommune Neukirchen-Vluyn einen Wahlkreis. Kamp-Lintfort gehört jetzt mit Alpen, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Sonsbeck, Xanten und dem rechtsrheinischen Voerde zum Wahlkreis Wesel II.

Bei der Landtagswahl 2017 lag Ibrahim Yetim (SPD) mit 42,2 Prozentpunkten vorn und zog erneut in der NRW-Landtag ein. Die zweitmeisten Stimmen (34,6 Prozentpunkte) erhielt 2017 Ingo Brohl (CDU), der heutige Landrat des Kreises Wesel.

Personen, die ins Wählerverzeichnis eingetragen sind und nicht am Wahltag im Wahllokal wählen können oder möchten, haben die Möglichkeit der Stimmabgabe per Briefwahl. Interessentinnen und Interessenten wenden sich an ihre Kommune.

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