Linksjugend in Moers

Plakat in Moers stellt Nazis und Polizei auf eine Stufe

Dieses Plakat wurde in Moers gezeigt.

Dieses Plakat wurde in Moers gezeigt.

Foto: NRZ

Moers.  Ein Plakat, das in Moers gezeigt wurde, sorgt für erheblichen Ärger. Die Linksjugend schweigt, Politiker und Gewerkschaftler finden klare Worte.

Ein Plakat, das vergangenen Samstag in Moers am Königlichen Hof gezeigt wurde, sorgt derzeit für erheblichen Ärger. Unter anderem steht dort: „fight nazis and cops“ – übersetzt also: bekämpft Nazis und Polizisten.

Weiter steht auf dem Plakat: „Never let the fascists have the streets“ – überlasse niemals den Faschisten die Straße und „linksjugend solid kamp-lintfort“. Am Königlichen Hof war vergangenes Wochenende einiges los. Unter anderem gab es Protest gegen einen Wahlstand der Alternative für Deutschland (AfD). Die Polizei musste einschreiten.

Ansprechpartner bei der Linksjugend solid im Kreis Wesel meldet sich nicht

Ob das Plakat auch in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt hat, ist zwar wahrscheinlich, konnte bis zum Donnerstag aber nicht geklärt werden. Der Ansprechpartner bei der Linksjugend solid im Kreis Wesel meldete sich trotz mehrfacher Bitte nicht in der Redaktion. Deshalb bleibt auch die Frage unbeantwortet, warum die unabhängige Jugendorganisation offenbar Polizisten bekämpfen möchte. Die Linksjugend im Kreis Wesel stellt sich im Internet so dar: „Die Linksjugend [’solid] ist eine politische Jugendorganisation, die sich für Demokratie und Gleichberechtigung, für bessere Bildung und Frieden einsetzt und den Kapitalismus überwinden will. Sie steht der Partei Die Linke nahe.“ Die Seite ist in den Internet-Auftritt der Linken im Kreis Wesel eingebunden. „Das geht gar nicht. Ich wüsste jedenfalls nicht, was ich gegen Polizisten haben sollte“, distanzierte sich am Donnerstag Ratsfrau Gabriele Kaenders (Die Linke) von dem Plakat.

Viele nehmen Anstoß an der Parole

Auch andere nehmen Anstoß an der Parole. „Wer Nazis und Polizisten auf eine Stufe stellt und zu Gewalt aufruft, muss sich fragen lassen, ob er viel mehr von unserer Demokratie im 70. Jahr des Grundgesetzes verstanden hat als die AfD! Auch das Blockieren des Zugangs zum Infostand der AfD lehne ich als undemokratisch ab! Extremisten bekämpft man nicht mit Extremismus!“, sagt der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Ingo Brohl aus Moers. Der Moerser Ratsherr Hajo Schneider sieht das ebenso: „Man kann Rechte und Polizisten nicht auf eine Stufe stellen. Dieser Ansatz ist politisch vollkommen falsch.“ Ein Foto mit dem Plakat, das unkommentiert auf der von ihm mitverantworteten Facebookseite „Moers ist bunt statt braun“ stand, sollte am Donnerstagabend entfernt werden.

Die Gewerkschaft der Polizei in NRW ist nicht überrascht

Stephan Hegger von der Gewerkschaft der Polizei NRW sagte auf Anfrage der Redaktion: „Das geht natürlich gar nicht, ist aber nicht verwunderlich. Mitglieder der radikalen Fußballszene und der linken Autonomen haben die Polizei als ein festgezurrtes Feindbild ausgemacht.“

Leserkommentare (6) Kommentar schreiben