Gesundheit

Zentraler Notdienst: Kamp-Lintforter SPD will andere Lösung

Bleibt nur eine Anlaufstelle in Moers, würde sich die Wartezeit verdreifachen, fürchten die Kamp-Lintforter Genossen.

Bleibt nur eine Anlaufstelle in Moers, würde sich die Wartezeit verdreifachen, fürchten die Kamp-Lintforter Genossen.

Foto: Daniel Karmann / picture alliance/dpa

Kamp-Lintfort.  Kamp-Lintforts SPD will die Pläne der KV, nur noch eine Anlaufstelle für den ärztlichen Notdienst in Moers vorzuhalten, nicht kampflos hinnehmen.

Die SPD Kamp-Lintfort will die Pläne der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) im Kreis Wesel, die Anlaufstellen für den ärztlichen Notdienst von vier (Moers, Kamp-Lintfort, Rheinberg, Alpen) auf nur noch eine in Moers verbleibende Anlaufstelle zu reduzieren, nicht kampflos hinnehmen: „Das würde einen massiven Eingriff in die Grundversorgung der Menschen vor Ort bedeuten“, warnt SPD-Fraktionschef Jürgen Preuß und präsentierte am Mittwoch gemeinsam mit seinen Fraktionskollegen einen konkreten Gegenvorschlag.

Würden die Pläne nach derzeitigem Stand so umgesetzt , wäre die Notdienstpraxis am Moerser Bethanien-Krankenhaus statt für bislang gut 110.000 Menschen für 220.000 Menschen zuständig. In der Notdienstpraxis solle dann ein Arzt vor Ort sein, ein zweiter wie bisher im Rahmen eines Fahrdienstes zu den Patienten nach Hause fahren. Preuß: „Es wurde zwar angekündigt, dass der Wartebereich dann räumlich um das zwei- bis dreifache erweitert würde, das ganze soll aber nicht personell unterfüttert werden.“ Folglich müssten die Patienten dann mit Wartezeiten bis zum Dreifachen des Bisherigen rechnen.

Bedenklich stimme außerdem der Zuschnitt des neuen Einzugsgebietes. Dieses würde sich laut Berechnungen der SPD auf 394 Quadratkilometer erstrecken – „284 Quadratkilometer mehr als bisher“, so Preuß. Das würde wiederum auch die Wartezeiten für diejenigen verlängern, die den Weg nach Moers nicht bewältigen können und den Arzt zu sich nach Hause rufen.

Verschlechterung – auch für Moers

Die Verschlechterung der Versorgung träfe nicht nur die Kamp-Lintforter, sondern alle Menschen in der Region – auch die Moerser, sagt der SPD-Fraktionschef mit Blick auf die Wartezeiten. Der Vorschlag der SPD: Eine zweite regionale Notdienstpraxis in Kamp-Lintfort etablieren, angedockt an das St. Bernhard-Krankenhaus. „Das St. Bernhard-Krankenhaus kann entsprechende Räumlichkeiten anbieten“, weiß Preuß. Die Kassenärztliche Vereinigung solle entsprechende Gespräche mit den Verantwortlichen aufnehmen. Dieses könne gleichzeitig auch der erste Schritt zur Einrichtung eines so genannten integrierten Notfallzentrums vor Ort sein, wie es aktuell in Bund und Land diskutiert wird. „Unser Vorschlag hätte nur Gewinner und bedeutet auch für die niedergelassenen Ärzte immer noch eine Verbesserung zur aktuellen Situation “, sagt Preuß. „Wir haben mit vielen Ärzten gesprochen“, ergänzt Fraktionskollege Norbert Thiele. „Wir haben zwar nicht alle Ärzte hinter uns, aber viele sind mit unserem Konzept einverstanden.“

Um die Menschen vor Ort auf das Problem aufmerksam zu machen, startet die SPD eine Informationskampagne mit Flugblättern, Infoständen und Beiträgen in den sozialen Netzwerken. Bereits am Sonntag, 25. August, beim SPD-Sommerfest am Pappelsee, sollen entsprechende Unterschriftenlisten ausliegen. In der kommenden Woche sammeln die Genossen am Dienstag, 27. August, auf dem Prinzenplatz Unterschriften, am Mittwoch, 28. August, auf dem Markt im Geisbruch und am Samstag, 31. August, in der Fußgängerzone.

Die Unterschriften will die SPD persönlich nach Düsseldorf zur Kassenärztlichen Vereinigung bringen. Die Zeit drängt: Die Entscheidung soll noch im Oktober fallen, im April würde das neue Konzept umgesetzt.

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