Abschiebung

Abschiebung von Mülheimer Flüchtling könnte gestoppt werden

Der aus Bangladesch stammende Flüchtling Mohammad Nasim (32) hofft auf die Zustimmung seines Härtefallantrages bei der Landesbehörde, um in Mülheim zu bleiben.

Der aus Bangladesch stammende Flüchtling Mohammad Nasim (32) hofft auf die Zustimmung seines Härtefallantrages bei der Landesbehörde, um in Mülheim zu bleiben.

Foto: Martin Möller

Mülheim.   Der vor drei Jahren eingereiste Mohammad Nasim soll abgeschoben werden. Er hat nun zwei Optionen, in Deutschland zu bleiben oder zurückzukehren.

Der aus Bangladesch stammende Altenpfleger Mohammad Nasim soll abgeschoben werden. Flüchtlingshilfe und Teile der Politik machten sich für den 32-Jährigen stark. Es gibt nach Auskunft der Ausländerbehörde aber noch zwei Optionen, in Deutschland zu bleiben oder zurückzukehren.

Lutz Zimmermann (5vor12) fragte im Integrationsrat gezielt nach den Möglichkeiten sowie dem Ermessensspielraum, um die drohende Abschiebung zu verhindern. Die Ausländerbehörde sei grundsätzlich an die Entscheidungen des Bundesamtes gebunden, erklärte Leiter Udo Brost erneut. Hintergrund: Die Qualifizierung von Nasim als Altenpfleger reiche laut Brost in Deutschland nicht aus, daher wäre eine zusätzliche Ausbildung eine Option, erstmal in Deutschland bleiben zu können. Es lag zunächst kein bestehender Ausbildungsvertrag vor. „Eine Ausbildung zum Koch trat er nicht an. Dann legte er später einen Vertrag zur Altenhilfe- und Pflegeausbildung zum 1. Oktober 2019 vor - unmittelbar vor seinem Abschiebungstermin. Und zum 1. April wären noch Plätze frei gewesen.“

Härtefallantrag bei Landesbehörde

Die Ausländerbehörde beantragte Papiere zur Ausreise nach Bangladesch und buchte einen Flug. Denn: Als Bihari zählt Nasim zu einer Minderheit in seiner Heimat, ihm wurden jegliche Papiere verwehrt. Es wurde sogar seine Identität in Frage gestellt. Weil am Tag des Fluges der Luftraum über Pakistan zwei Stunden vorher gesperrt wurde, wurde der Flug eingestellt.

Nun liegt ein Härtefallantrag bei der Landesbehörde. „Wenn er abgelehnt wird, müssen wir ihn ausweisen“, sagt Brost. In den nächsten Tagen rechnet die Betreuerin von Nasim mit einem Bescheid, der durchaus positiv ausfallen könnte. Eine Option wäre für den Flüchtling laut Brost noch, in Bangladesch bei der deutschen Botschaft zu beantragen, die Ausbildung in Deutschland im Oktober anzugehen, um wieder einreisen zu können.

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