Verkehr

Anwohner im Südviertel laufen weit für Parkplätze

Mehr Platz haben die Altstadtbewohner nebenan, seit es dort Anwohnerparken gibt.

Mehr Platz haben die Altstadtbewohner nebenan, seit es dort Anwohnerparken gibt.

Foto: Oliver Mueller

Mülheim.  Auf Facebook diskutieren WAZ-Leser die Parkplatzlage im Viertel. Manch einer sieht die Schuld in zu vielen Autos.

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Intensiv diskutieren WAZ-Leser die Parksituation in der Innenstadt, besonders im Südviertel. Denn seit Jahren kurven die Anwohner zwischen Muhrenkamp und Paul-Esser-Straße auf der Suche nach Stellflächen. Der Grund? Mitarbeiter der Krankenhäuser, Schulen und Innenstadtgeschäfte besetzen bis in die Abendstunden den kostenlosen Parkraum. Verschärft hat sich die Situation, seit vor zwei Jahren im Nachbarsquartier Altstadt das Anwohnerparken eingeführt wurde.

Facebook-Nutzerin Gudula Westhöfer erinnert sich: „Das war schon vor 20 Jahren, als wir dort noch gewohnt haben, ein Alptraum! Je nachdem, zu welcher Uhrzeit man nach Hause kam, konnte man etliche Runden in den Einbahnstraßen drehen, bis man das Auto irgendwo los wurde. Und dann musste man teilweise ein echtes Genie sein, um das Auto in irgendwelche Minilücken zu quetschen. Möchte nicht wissen, wie es da heute abgeht.“ Verständnis hat Nutzerin Katja Schwinkendorf ebenfalls für die Angestellten der Betriebe im Viertel: „Wo sollen die parken? Ich bin der Meinung, wenn man in die Stadt zieht, sollte einem das bewusst sein, dass die Parkplätze knapp sind.“

Tiefgaragen-Platz als Optimallösung

Mancher Anwohner hat auch schon einen eigenen Weg gefunden: „Wir haben uns einen Tiefgaragen-Parkplatz gemietet“, meint Nicole Fänger, „Fünf Minuten laufen ist kein Problem und der Wagen hat es auch noch besser.“ Ähnlich sieht es auch Nutzerin Yvonne Skoric: „Wohnen selbst in diesem Bereich und genau wegen dieser bescheidenen Parkplatzsituation haben wir uns einen Parkplatz in einer Tiefgarage gemietet. Laufe lieber fünf Minuten als 20 Mal im Kreis zufahren.“

Doch nicht alle sehen die Lösung in Anwohnerparken oder weiteren Parkplätzen: „Am idealsten wäre ein attraktiver ÖPNV, der dafür sorgt, dass weniger Menschen mit dem Auto in die Stadt müssen. Anwohner*innenparken ist gut, löst aber mit Sicherheit die Probleme nicht“, meint Timo Spohrs von den jungen Grünen.

Wundern über Selbstreflexion

Facebooker Jerry Jerome geht noch einen Schritt weiter: „Ich wundere mich manchmal um die Selbstreflexion der Menschen. Alle wollen mit dem Auto zur Arbeit und möglichst im Büro parken. Alle wollen einen Parkplatz vor dem Wohnhaus, welches mindestens vier Parteien hat, aber nur zehn Meter Bürgersteig davor. Wie soll das bitte funktionieren mit eh immer größer werdenden Wagen und am besten zwei davon? Aber Schuld sind immer die Anderen, oder die ‘da oben’.“

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