Bietspiel

Bietspiel: Eiche von Familie Fölting knackt fast den Rekord

Christa und Gerhard Fölting messen den Umfang ihrer Eiche nach.

Christa und Gerhard Fölting messen den Umfang ihrer Eiche nach.

Foto: Tamara Ramos / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Das Ehepaar Fölting bietet mit bei unserem Bietspiel: Wer kennt den dicksten Baum? Ihre Eiche im Garten liegt knapp unter dem aktuellen Rekord.

3,83 Meter – nur knapp verfehlt der Baum von Christa und Gerhard Fölting den aktuellen Bietspiel-Rekord von 4,05 Meter. Trotzdem ist die Nordamerikanische Eiche, deren Krone sich über den gesamten Garten und das Dach des Hauses der beiden Mülheimer erstreckt, ein Hingucker. „Als wir hier vor etwa 40 Jahren das Grundstück gekauft haben, haben wir uns dazu entschieden, den Baum stehen zu lassen“, so Gerhard Fölting. Gemeinsam mit zwei Platanen ist die Eiche der Rest eines Waldstücks, das hier direkt am Speldorfer Friedhof lag.

Die Eiche sei vermutlich aus der Zeit um 1870 und 1880, sagt er. „Mir wurde mal von einem Experten erklärt, dass diese Bäume staubresistent seien und deswegen häufig im Ruhrgebiet gepflanzt wurden.“

Bäume bringen Kühle

Für das Ehepaar sind die drei Bäume hinterm Haus eine kleine Oase. „Gerade jetzt im Sommer ist es sehr angenehm, wenn man so viel Schatten hat“, sagt Christa Fölting. Vor allem aber die Kühle, die durch die Eiche und die Platanen entsteht, sei ein großer Pluspunkt. „Das sind schon zwei bis drei Grad Unterschied – zur Stadtmitte noch mehr“, erklärt ihr Mann.

Und auch die beiden Enkelkinder profitieren von der Entscheidung der Großeltern, die Bäume damals nicht entfernt zu haben.

Mit der Hilfe ihrer Eltern haben sie sich ein eigenes Baumhaus in die Krone gebaut. In etwa zwei bis drei Meter Höhe hängt nun das „Häuschen“ – alles selbstgemacht. „Das war das wichtigste“, so Gerhard Fölting.

„Wir dürfen allerdings nicht mehr hochklettern – die Altersgrenze liegt bei 50, wie das Schild am Stamm zeigt“, ergänzt er lachend.

Gutachter kontrolliert Bäume

Der Garten des Ehepaares ist nicht nur für die Kinder eine Spielwiese. Auch für sie ist es ein Nutzgarten. „Wir sind keine Experten oder Gärtner“, sagt der 73-Jährige. „Wir wollen es pflegeleicht haben.“

Da habe ihr Mann dann nach langem Hin und Her auf den gut gepflegten Golfrasen verzichtet, merkt Christa Fölting an. Denn durch die Wurzeln sei es kaum möglich, einen gepflegten Rasen zu haben.

Alle zwei Jahre kontrolliert ein Gutachter die Bäume. Zum einen sei das wichtig, um festzustellen, ob sie noch gesund sind, so Gerhard Fölting. „Zum anderen aber auch aus versicherungstechnischen Gründen. Wenn da oben mal ein großer Ast abbrechen sollte, dann haben wir definitiv einen Schaden am Haus.“

Menschen und Tiere profitieren

Bisher hat das Ehepaar die Entscheidung, die Bäume stehen zu lassen, nie bereut. Das sei auch ihre Motivation gewesen, bei dem WAZ-Bietspiel mitzumachen, sagt der Mülheimer. „Wir wollen zeigen, dass man nicht die ganze Natur wegmachen muss, wenn man ein Haus baut.“

Gerade in Zeiten des Klimawandels sei es so wichtig, möglichst viele Bäume stehen zu lassen. Nicht nur sie profitieren von der dicken Eiche. Auch für viele Tiere ist er ein Lebensraum. „Wir haben viele Vögel und Eichhörnchen hier – er ist einfach der King unter den Bäumen“, sagt die 67-Jährige lachend.

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