Bonsai-Tage

Die 26. NRW Bonsai-Tage locken Gärtner nach Mülheim

Jelle Ferwerda aus den Niederlanden bereitet fünf Bäume für einen Wettbewerb vor.

Jelle Ferwerda aus den Niederlanden bereitet fünf Bäume für einen Wettbewerb vor.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Bei den NRW Bonsai-Tagen in Mülheim wurde unter anderem der Baum des Jahres gekürt. Experten geben Tipps für die Arbeit am lebenden Kunstwerk.

Die Alte Dreherei stand am Wochenende wieder ganz im Zeichen fernöstlicher Miniaturbäume. Die 26. NRW Bonsai-Tage lockten wieder viele Aussteller und Besucher in die großen Hallen am Schloss Broich. 71 Exponate in verschiedensten Pflegestadien konnten von Bonsai-Begeisterten bestaunt werden.

Den Titel „Bonsai des Jahres“ konnte Frank Theis aus Grevenbroich mit nach Hause nehmen. Seine 85-jährige Hainbuche, die Theis seit 2005 als Bonsai pflegt, überzeugte die Experten der Bewertungskommission.

Zwölf Arbeitskreise aus ganz NRW

Mitglieder der insgesamt zwölf Arbeitskreise des Regionalverbandes kamen aus ganz NRW, um sich untereinander auszutauschen und ihre schönsten Exponate zu präsentieren. Aber auch Anfänger und Interessierte waren willkommen und bekamen wertvolle Tipps mit auf den Weg.

Doch was ist das Faszinierende am „Baum in der Schale“, so die wörtliche Übersetzung von Bonsai, was begeistert die Menschen an der Kunst der Mini-Bäumchen? „Es ist tatsächlich ein bisschen wie die Bildhauerei“, sagt Ralf Beckers, der sich schon seit 32 Jahren mit der Gestaltung der Bäume beschäftigt und sein Hobby zum Beruf gemacht hat.

Gemeinschaftliche Entwicklung am lebenden Objekt

„Im Gegensatz zur Bildhauern dürfen wir unsere Bonsai nicht so intensiv bearbeiten.“ Über viele Jahre arbeiten Bonsai-Künstler an ihren Exponaten und so, erklärt Beckers, führt die Baumkunst nie zu einem endgültigen Ergebnis. „Es ist eine gemeinschaftliche Entwicklung mit einem lebenden Objekt“, erklärt der 57-Jährige Experte.

„Ich arbeite, dann arbeitet wieder der Baum und das wechselt sich immer und immer wieder ab.“ So sei das Wesen des Bonsai und so würde es, im Idealfall, von Generation zu Generation weitergeben. Denn das Kunstobjekt, so Beckers, überlebe den Künstler bei weitem. „Der älteste, noch heute gepflegte, Bonsai der Welt ist 800 Jahre alt“, schwärmt Beckers. Dieser stehe, wie sollte es auch anders sein, im Land der Bonsai-Perfektion. In Japan.

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