Versteigerung

Briefmarkensammlung von Ex-Tengelmann-Chef wird versteigert

Erivan Haub leitete die Tengelmann-Gruppe 1969 bis 2000.

Erivan Haub leitete die Tengelmann-Gruppe 1969 bis 2000.

Foto: Ilja Höpping

Mülheim.   Erivan Haub baute nicht nur den Tengelmann-Konzern auf. Er sammelte bis zu seinem Tod 2018 besondere Briefmarken, die nun auf den Markt kommen.

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Eine der größten und bedeutendsten Briefmarkensammlungen aus Deutschland soll unter den Hammer kommen: Die des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub, der den Konzern erfolgreich in Mülheim aufgebaut und bis 2000 geführt hat. Die Versteigerungsserie macht am 8. Juni Station in Wiesbaden, dem Geburtsort des Ex-Unternehmers. Dabei sind besondere Schätze.

Zu den herausragenden Losen der Sammlung zählen der „Baden-Fehldruck 9 Kreuzer“ mit einem Startgebot von 800.000 Euro und der Alexandria Blue Boy mit einem Startgebot von einer Million US-Dollar, wie das Heinrich Köhler Auktionshaus in Wiesbaden mitteilte. „Dass eine solche Sammlung verkauft wird, ist relativ selten“, sagt der Geschäftsführer des Bundes Deutscher Philatelisten, Reinhard Küchler, in Bonn. Haub habe im Laufe seines Lebens eine der bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre weltweit zusammengetragen.

Versteigerungsserie startet im Juni in Stockholm

Der Milliardär war im März 2018 im Alter von 85 Jahren gestorben. Aktuell führt Christian Haub das Unternehmen, weil sein Bruder Karl-Erivan Haub seit dem 7. April 2018 verschwunden ist, nachdem er im schweizerischen Zermatt zu einer Skitour aufbrach. Die Sammlung seines Vaters Erivan Haub umfasst unter anderem Briefmarken und Briefe der Sammelgebiete „Altdeutsche Staaten“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“ sowie „Österreich und Lombardei-Venetien“. Bei der Versteigerungsserie, die am 1. Juni in Stockholm startet, sind in den kommenden fünf Jahren insgesamt 30 Auktionen weltweit geplant.

Aufgerufen werden rund 8000 Lose, wie das Auktionshaus Köhler mitteilte. „Viele der angebotenen Marken und Briefe waren seit Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht mehr am Markt“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Dieter Michelson.

Fehldruck ist berühmt geworden

Der Baden-Fehldruck hat den Angaben zufolge letztmals 1985 den Besitzer gewechselt. Ein unaufmerksamer Drucker habe in den 1850er-Jahren bei der Herstellung der 9-Kreuzer-Marke versehentlich zu grünem statt rosafarbenem Papier gegriffen – und damit eine philatelistischen Berühmtheit geschaffen. Das grüne Papier war eigentlich für die 6-Kreuzer-Marken vorgesehen. Die lokal vom Postmeister gedruckte Briefmarke Blue Boy der amerikanischen Stadt Alexandria wurde laut Mitteilung zuletzt in einer öffentlichen Auktion 1967 verkauft. (dpa)

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