Wildblumenwiese

Eine Wiese gegen das Insektensterben in Mülheim

Gemeinsam mit den Mülheimer Grünen legte Bärbel Höhn Hand an die Schaufel und legte eine kleine Wildblumenfläche am Tiergehege im Witthausbusch an.

Gemeinsam mit den Mülheimer Grünen legte Bärbel Höhn Hand an die Schaufel und legte eine kleine Wildblumenfläche am Tiergehege im Witthausbusch an.

Foto: Zoltan Leskovar

Mülheim.  Die Mülheimer Grünen haben am Tiergehege im Witthausbusch eine kleine Wildblumenwiese angelegt. Dabei bekamen sie prominente Hilfe.

„Wussten Sie, dass es rund 560 Arten von Wildbienen gibt und dass wir in Berlin den Bundestagshonig als ein mahnendes Projekt ins Leben gerufen haben?“, fragte Bärbel Höhn im Witthausbusch. Die langjährige Vorsitzende des Umweltausschusses im Bundestag und ehemalige NRW-Umweltministerin, legte am Freitag selbst Hand an.

Gemeinsam mit den Grünen hat Höhn auf iner kleinen Fläche am Tiergehege eine Wildblumenfläche angelegt. Direkt neben dem großen Insektenhotel sollen jetzt noch diverse Staudenpflanzen dafür sorgen, dass immer mehr Insekten und vor allem Wildbienen angelockt werden.

Nährstoffarme Plätze haben Potenzial

In Mülheim sei das keine Selbstverständlichkeit. Aufgrund der maroden Haushaltslage seien solche Projekte leider noch zu selten alleine durch städtische Gelder umzusetzen, sagt Sylvia Waage, Leiterin des Grünflächenamtes. Dennoch könnten interessierte Bürger immer etwas im Kleinen beitragen, so Waage. Es gebe in Mülheim einige so genannte „Mager-Standorte“ – also Grünland, an besonders nährstoffarmen Plätzen – die dennoch grünes Leben zeigen. So zeige sich etwa großes Interesse von Insekten am Kreisverkehr in Heißen. Dort wurden Schotterflächen in Insektenwiesen umgewandelt. „Die Aktion ‘NRW summt’ war auch ein tolles Projekt und ist es auch heute noch“, sagt Waage.

Bärbel Höhn nutzte die Gelegenheit dazu, nochmals auf das Insektensterben als großes und globales Problem hinzuweisen. „Wir müssen uns bewusst sein, dass 30 Prozent der Obsternte den Bienen zugeschrieben werden müssen“, so Höhn. „Ein Glas Honig bedeutet rund 120.000 geflogene Kilometer und 1,5 Millionen Blüten, die angeflogen worden sind.“

Wilde Gärten treffen auf mehr Verständnis

Die Mülheimer Grünenpolitikerin Britta Stalleicken freut sich über das Verständnis von wilden Gärten. „Wir haben in der letzen Sitzung der Bezirksvertretung darüber gesprochen, dass ein Waldstück an der B1 ‘unaufgeräumt’ ist“, wundert sich Stalleicken. „Es war eine Frage der SPD, ob es nicht zu schmuddelig aussehen würde und eine Pflege angebracht wäre.“

Auch Bärbel Höhn kann es nicht verstehen, dass wilde Gärten und Landschaftsbereiche in den Wäldern, die nicht jeden Tag gestutzt werden, als ungepflegt angesehen und Steingärten immer mehr zum Trend werden. Die Oberhausenerin liebt ihren wilden Garten und die Artenvielfalt. „Ich habe nach der Zählung zehn verschiedene Singvogelarten im Garten“, sagt Höhn und ergänzt: „Und darüber hinaus sind aus zwei Eichhörnchen mittlerweile sechs Eichhörnchen geworden.“

Bäume wechseln den Besitzer

Für Bärbel Höhn ist dies ein klares Zeichen, dass ihr Garten funktioniert. Und wie es bei manchen Terminen ist, konnte auch die ehemalige NRW-Umweltministerin bei einer Bitte nicht nein sagen. Eine junge Kollegin der Mülheimer Grünen hatte Grünzeug bei einem Preisausschreiben gewonnen. So haben ein paar Bäume noch ganz spontan den Besitzer gewechselt. So wie nun die Wiese am Tiergehege, die demnächst – so die Hoffnung der Umweltschützer – bevölkert sein wird.

>>>Wichtig für Waldbienen

Wildblumen sind nicht nur hübsch anzusehen, sie sind auch wichtig für Wildbienen und andere Insekten.

So genannte Steingärten sind nicht nur Geschmackssache, sondern schaden auch der Natur.

Durch Aktionen, wie „NRW summt“ werden immer mehr Gartenbesitzer darauf aufmerksam, Insekten einen Raum zu bieten.

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