Ferienjobs

Ferienjobs in Mülheim: Auf eine faire Bezahlung achten

Ferienjob in einer Montagefirma: Riskante oder sehr anstrengende Tätigkeiten verbietet das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Ferienjob in einer Montagefirma: Riskante oder sehr anstrengende Tätigkeiten verbietet das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Foto: Stefan Scherer

Mülheim.  Zum Ferienstart gibt die DGB-Jugend wichtige Tipps für jobbende Schüler. Ohne schriftlichen Vertrag sollte man gar nicht erst anfangen.

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Die Sommerferien haben begonnen. Viele Jugendliche nutzen sie auch, um Geld zu verdienen. Aber welche Regeln gelten für Ferienjobs? Die DGB-Jugend in Mülheim, Essen und Oberhausen gibt aktuelle Tipps.

Das Wichtigste: „Auf jeden Fall sollte jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen“, rät Anna-Lena Priebe, Jugendbildungsreferentin in der DGB-Region Mülheim-Essen-Oberhausen. „Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.“

Gefährliche oder schwere körperliche Arbeiten sind für Kinder und Jugendliche generell tabu, genauer regelt dies das Jugendarbeitsschutzgesetz. Erlaubt sind leichte Tätigkeiten, zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen, Nachhilfe geben oder Botengänge.

Gefährliche und körperliche schwere Arbeiten sind verboten

Auch in Sachen Arbeitszeiten muss man einiges beachten: 13- und 14-jährige dürfen höchstens zwei Stunden pro Tag arbeiten, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich, und zwar zwischen 8 und 18 Uhr. Für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren sind maximal acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche erlaubt, der Arbeitszeitraum muss zwischen 6 bis 20 Uhr liegen. Ausnahmen gelten für ältere Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren, die etwa in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten dürfen.

Wer arbeitet muss auch Pause machen. Hier haben unter 18-Jährige bei viereinhalb bis sechs Stunden Arbeit am Tag Anspruch auf mindestens 30 Minuten, bei mehr als sechs Stunden auf 60 Minuten Pause.

Mindestlohn gilt nur für über 18-Jährige

Das Mindestlohngesetz gilt auch für Ferienarbeit, allerdings haben nur Jugendliche ab 18 Jahren den Anspruch auf 9,19 Euro je Stunde. Für Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt das Mindestlohngesetz leider nicht. Beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages sollte man das ganz besonders im Blick haben, denn auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden.

Falls es Probleme gibt und Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze halten, sollte man zusammen mit den Eltern etwas dagegen tun, rät Anna-Lena Priebe: „Bei Verstößen drohen heftige Geldbußen.“ Die örtlichen Aufsichtsbehörden, etwa die Ämter für Gewerbeaufsicht oder für den Arbeitsschutz, helfen weiter. Ausführliche Infos gibt es hier.

Unternehmerverband: Win-win-Situation für beide Seiten

Auch für den örtlichen Unternehmerverband sind Ferienjobs derzeit ein Thema: Jugendliche hätten so eine gute Gelegenheit, erste Einblicke ins Berufsleben zu bekommen, meint Hauptgeschäftsführer Wolfgang Schmitz. „Ein entsprechender Eintrag macht sich auch gut in jedem Lebenslauf.“

Für Arbeitgeber sei es eine Chance, zukünftige Nachwuchskräfte über einen Ferienjob zu gewinnen, so Schmitz. „Eine Win-win-Situation für beide Seiten.“

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