Soziales

Freilichtbühne Mülheim engagiert sich sozial

Peter Brill und Jürgen Arimond (rechts) präsentieren am 11. Mai auf der Freilichtbühne die Projekte, für die sie sich engagieren. Die Regler um Hans-Uwe Koch (l.) und Susanne Beckers freuen sich.

Peter Brill und Jürgen Arimond (rechts) präsentieren am 11. Mai auf der Freilichtbühne die Projekte, für die sie sich engagieren. Die Regler um Hans-Uwe Koch (l.) und Susanne Beckers freuen sich.

Foto: tost

Mülheim.   Im Mai geht ein Benefizkonzert über die Bühne, das zwei ehrenamtliche Projekte fördert: Schulmädchen in Malawi und den Wünschwagen für Todkranke.

Neben Konzerten und Kleinkunst spielen für die Regler Produktion an der Freilichtbühne auch zunehmend soziale Aspekte eine Rolle. Der Verein ist seit vergangenem Jahr Mitglied des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und richtete dessen Jubiläumsfeier aus. Auch in der bevorstehenden, mit 60 Terminen prall gefüllten Saison stehen mehrere Veranstaltungen auf dem Programm, bei denen es um mehr als nur um Spaß und Unterhaltung geht. Zu nennen sind da etwa der Pflingstgottesdienst (9. Juni) und das ökumenische Martins-Feuer (10. November) sowie das große Kinderfest (29. Juni) und das Jubiläumsfest der Waldorfschule zum hundertjährigen Bestehen am 27. September.

Bereits am Samstag, 11. Mai, geht ein Benefizkonzert (Einlass 18 Uhr) über die Freilichtbühne, das zwei Projekte unterstützt, die von starkem ehrenamtlichen Engagement getragen sind. Es ist ein Schulprojekt für Mädchen im afrikanischen Malawi sowie der vom Arbeiter Samariter Bund betriebene Wünschewagen, die sich den Erlös teilen.

Wünschewagen erfüllt die letzten Wünsche

Ziel des Wünschewagens ist es, sterbenskranken einen letzten Wunsch zu erfüllen. „Viele wollen noch einmal das Meer sehen oder an einen Ort reisen, mit dem sie besondere Erinnerungen verknüpfen“, erzählt Peter Brill, der sich seit drei Jahren für dieses spendenfinanzierte Projekt nach niederländischem Beispiel engagiert. Es kann auch ein Konzert oder eine Sportveranstaltung sein. Bundesweit sind inzwischen 22 Autos unterwegs, die besonders ausgebaut sind.

Große Fenster sollen den Gästen auf ihrer letzten großen Fahrt im Liegen einen Blick nach draußen gewähren, aber neugierige Blicke nach Innen abschirmen. Für den Gast ist die Fahrt kostenfrei, egal, ob sie mit einer Übernachtung verbunden ist, erklärt Brill, der selbst elf Fahrten begleitet hat. Aber nur jede zweite Fahrt kommt tatsächlich zustande. Zu schwach sind die Reisenden und sterben schon vor dem Start. „Der Tod selbst ist auf dieser Tour kein Thema, damit haben die Gäste dann schon abgeschlossen“, erzählt er. Weitere Informationen unter: www.wuenschewagen.de

Informationen zu den Projekten: abseits der Bühne

Jürgen Arimond engagiert sich für den Aufbau einer Oberschule in der Region Mganja im Südosten Malawis, wo es bislang noch keine weiterführende Schule für Mädchen gibt. Auch junge Mütter sollen in dem Land, das zu den Ärmsten der Welt zählt und eine hohe Aids-Rate hat, profitieren. „Bildung ist alles“, weiß Arimond. Bildung ist aber teuer, zudem nur in weiter entfernten Internaten möglich. Wer schwanger wird, fliegt raus. Zudem wird in den Familien die Arbeitskraft der Mädchen benötigt. „In Nazareth hat Schwester Josefa einen Ort geschaffen, an dem jeder Mensch gedeihen, Selbstvertrauen entwickeln, seine oder ihre Talente entfalten und all das mit der Gemeinschaft teilen kann“, sagt Arimond.

Über beide Projekte wird vor Ort intensiver informiert, aber eher abseits der Bühne. Auf der Bühne erklingt akustische Musik. Neben dem Sänger und Gitarristen Detlef Neuls, der durch Auftritt mit „Four to the Bar“ und Gitarren-Workshops bekannt ist, steht „Mondays on The Backporch“ auf der Bühne. In dem Quintett, das sich dem Bluegrass verschrieben hat, spielt Arimond die Mandoline. Das klingt sehr nach Filmen der Coen-Brüder.

Essen und Trinken an der Dimbeck

Die Freilichtbühne an der Dimbeck ist auch außerhalb der Veranstaltungen eine gute Adresse zum Entspannen. Der Biergarten hat freitags bis sonntags ab 15 Uhr geöffnet. Das gesamte Programm im Internet unter: www.regler-produktion.de

Das Gastronomie-Konzept hat sich bewährt. Bei den Veranstaltungen gibt es ein wechselndes Angebot mit Food-Trucks. „Das kommt gut an. Wir stellen fest, dass einige früher kommen, um hier zu essen“, freut sich Hans-Uwe Koch.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben