Kultur

Haiku und Blechgeschmetter beleben die Mülheimer City

Ein starkes Programm aus Literatur & Ruhr haben die Akteure möglich gemacht, v.l.: Thorsten Ritter, Daniel Bach, Anette Dohrmann, Ivo Franz, Gesa Delija, Klaus Wiesel und Georg Reinders.

Ein starkes Programm aus Literatur & Ruhr haben die Akteure möglich gemacht, v.l.: Thorsten Ritter, Daniel Bach, Anette Dohrmann, Ivo Franz, Gesa Delija, Klaus Wiesel und Georg Reinders.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Literatur, Malerei, Musik locken am ersten Juniwochenende in die Innenstadt. Stadtführer Georg Reinders begleitet an besondere Orte in der City.

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Es wird ordentlich scheppern auf der Fußgängerverteilungsebene. Denn am ersten Julisamstag ziehen die Moerser Blechbläser in den U-Bahnhof Stadtmitte. Das Quintett sorgt nicht nur für beeindruckenden Sound an einem ungewöhnlichen Ort, sondern ist gleichzeitig Teil eines musikalisch-literarischen Streifzugs durch die City, den Stadtführer Georg Reinders entwickelt hat: Literatur und Ruhr.

Purzelnde Sprachgebilde

Schon in den Jahren zuvor hat Reinders mit „Klassik – Klang - Kopfsteinpflaster“ für Furore in der oft verschlafenen City gesorgt, ließ Tango in der U-Bahn tanzen und erzählte in Begleitung von Akkordeon und Fagott Geschichten über die Schloßbrücke und die Innenstadt. Jetzt sollen Musik, Malerei und Literatur im Mittelpunkt der Stadtrundreise stehen und wieder die positive Botschaft: „Jeder kann etwas dazu beitragen: Mülheim ist viel besser als sein Ruf.“

Und so hat Reinders ehrenamtlich Künstler und Akteure der Innenstadt für ein mehrstündiges Kulturprogramm von 13 bis 17 Uhr an sieben Stationen zusammengebracht: Im Kunstmuseum Temporär (Schlossstraße 28) lässt Physiker und Wortakrobat Ralf Blaha die Sprachgebilde purzeln, Veronika Mushkina dagegen zeigt ihre virtuose Gitarrenkunst. In der Ruhr Gallery (Ruhrstraße 3) verbindet die Mülheimer Malerin Christine Lehmann ihre von der ostasiatischen Kaligraphie geprägte Malerei mit der Tradition der Haiku-Gedichte. Saxophonist André Meisner mischt sich ein in den Sound der Duduk – ein armenisches Holzblasinstrument, gespielt von Hovhannes Margaryan.

Keats und der kleine Prinz

Künstler Hardy Bock stellt an der Kreuzung Konrad-Adenauer-Brücke die „Weltbaustelle vor“. Das gigantische Gemälde am ehemaligen Frauengefängnis über die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinen Nationen hat er gemeinsam mit Adam Massawa kreiert. Im Tanzhaus Mülheim (Löhberg 22) liest Oberstudienrätin Ingrid Behrendt aus „Der kleine Prinz“, begleitet vom Jazz und Folk des Trio Mobile. In der Buchhandlung am Löhberg 4 lässt Susanne Schümann die Liebe des Dichters John Keats zu Fanny Brawne aufleben. Anfang und Ende des kulturellen Spaziergangs ist der Rathausmarkt, wo ein kleines Weinfest gehalten wird.

Was drei Mal stattfindet, gilt gemeinhin als Tradition. Möglich machte dieses Mal wieder der ehrenamtliche Einsatz des Wahlmülheimers Reinders und die Akteure wie verschiedene Geschäftsinhaber der Innenstadt, lobt auch Citymanagerin Gesa Delija. Mehr Sponsoren denn je konnte Reinders überzeugen und damit noch mehr Professionalität für das Programm gewinnen.

Anmelden noch möglich

Das war auch notwendig, damit die Stadtführung kostenlos für die Besucher bleiben kann. Denn zwar nutzte der Stadtführer das sogenannte Bürgermitwirkungsbudget, das Land und Bund für die Belebung der City zur Verfügung stellten. Doch etwa die Bezirksvertretung 1 versagte ihm eine finanzielle Unterstützung. Im nächsten Jahr fällt das Mitwirkungsbudget flach, dann müssten Sponsoren einspringen, um die ehrenamtliche Bürgeridee weiter zu unterstützen. Oder die Führung müsste eine Gebühr nehmen, das möchte der Initiator jedoch vermeiden.

Wer sich mit Reinders mit auf die Reise durch die City machen möchte, kann sich hier per E-Mail anmelden: reinders@reisezeit-rheinruhr.de

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