Naturfotografie

Haus Ruhrnatur zeigt faszinierende Naturfotos von Klaus Tamm

„Wir sind stolz, dass das Haus Ruhrnatur ein fester Anlaufpunkt für Naturfotografen geworden ist“: Kurator Holger Onnebrink hat für die neueste Ausstellung den renommierten Fotografen Klaus Tamm gewinnen können.

„Wir sind stolz, dass das Haus Ruhrnatur ein fester Anlaufpunkt für Naturfotografen geworden ist“: Kurator Holger Onnebrink hat für die neueste Ausstellung den renommierten Fotografen Klaus Tamm gewinnen können.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Seine Fotografien verleihen Tieren eine magische Ausstrahlung. Die vielfach prämierten Bilder Klaus Tamms stellt das Mülheimer Haus Ruhrnatur aus

Warm und kräftig bahnt sich rotes Licht den Weg durch eine schwarze Fläche. Das Auge sucht im Schwarz und Rot zunächst vergeblich nach Formen und Orientierung, bis es in der rechten unteren Ecke die schwarzen, aber prägnanten Umrisse eines Rotkehlchens im roten Gegenlicht ausfindig macht. Gespannt lauschend, majestätisch scheint es dort zu sitzen – ein Naturfoto von geradezu magischer Ausstrahlung.

Mystische Inszenierungen vom National History Museum hoch gelobt

Der international renommierte Naturfotograf Klaus Tamm hat dieses hochemotionale Bild „mit der Linse gemalt“, wie er sagt, bei sich um die Ecke in Wuppertal. 40 seiner fotografischen Gemälde sind seit Freitag im Haus Ruhrnatur zu sehen, die man sonst etwa im Londoner National History Museum findet. Sein „Wings of summer“ mit zwei Baumweißlingen auf einer Wicke, die Tamm in der Toskana mit dem Objektiv einfing, ist etwa 2015 Finalist im Wettbewerb „Wildlife photographer of the year“ geworden. Auch sie können im Café des Haus Ruhrnatur bewundert werden.

„Ich habe früher viel dokumentarisch fotografiert“, sagt Tamm. Mit seinem Urgroßvater und Vater – beide Jäger – ging er raus in die Natur, entwickelte sein Gespür für Pflanzen und Tier. Statt der Flinte drückte Tamm mit der Kamera ab. Und will heute diese Emotionalität zur Natur auch transportieren: Starke Farben wählt Tamm dafür, lässt die Umgebung des Tieres wie ein pointillistisches Gemälde verwischen. Das rein Dokumentarische ist ihm „eher langweilig“: Seine Inszenierungen verleihen daher selbst vermeintlich trivialen Tieren eine mystische Ausstrahlung: eine Eintagsfliege, eine Rennschnecke, Ameisen, Feldhasen.

Keine Nachbearbeitung: nur die Voreinstellung und das ,Tamm-Licht’

Der international vielfach ausgezeichnete Fotograf beschränkt sich dabei mit Ausnahmen auf Europa. „Man muss gar nicht wer-weiß-wohin fahren, um gute Motive zu finden“, sagt der Naturfotograf. Dabei gilt für Tamm allerdings auch: Keine Nachbearbeitung durch Photoshop und Co. „Ich erreiche die Effekte nur über das richtige Licht und die Voreinstellungen der Kamera“, versichert der Profi.

Für Holger Onnebrink, der die Fotoausstellung im Haus Ruhrnatur kuratiert hat, sind die Beiträge von Klaus Tamm eine Sensation und der bisherige Höhepunkt für „unser kleines Museum“ in einer Reihe von fotografischen Auseinandersetzungen. Onnebrink – selbst Fotograf – erinnert sich an eine frühe Begegnung mit Tamm: „Als wir unsere Kameras einpackten, kam er erst an. Dann war für ihn das richtige ,Tamm-Licht’.“

Haus Ruhrnatur ist zum beliebten Anlaufpunkt für Naturfotografen geworden

Begonnen hatten diese Ausstellungen im Haus Ruhrnatur übrigens mit Fotografien des Mülheimer Fotografen Dirk Vorbusch von der Gesellschaft für Naturfotografie (GDT). Herrmann Hirsch legte als jüngster von der Gesellschaft ausgezeichneter Fotograf nach. Zuletzt gab das Haus Ruhrnatur Einblicke in ein „Wildes Ruhrgebiet“ – faszinierende Aufnahmen von Tieren und Pflanzen, die im Verborgenen der vielen industriellen Brachflächen leben.

Dass nun Tamm voraussichtlich bis Juni 2020 die Museumswände schmückt und das Haus auf der Insel ein beliebter Anlaufpunkt für Naturfotografen geworden ist, „darauf sind wir stolz“, verrät Onnebrink.

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