Gesundheit

Herzdruckmassage: Regelmäßiges Üben macht den Lebensretter

Im Notfall ist es gut, zu wissen, was zu tun ist: Herzdruckmassage kann man lernen und immer wieder üben. Foto:Jan Woita

Im Notfall ist es gut, zu wissen, was zu tun ist: Herzdruckmassage kann man lernen und immer wieder üben. Foto:Jan Woita

Mülheim.   Mit der Aktion „Hand ans Herz – Held werden“ hat das Evangelische Krankenhaus 2018 über 600 medizinischen Laien die Herzdruckmassage beigebracht.

Mal eben lernen, ein Leben zu retten: Mit der Aktion „Hand ans Herz – Held werden“ hat das Evangelische Krankenhaus Mülheim (EKM) im vergangenen Jahr über 600 medizinischen Laien die Herzdruckmassage beigebracht. „Diese Aktion läuft gut“, sagte eine EKM-Sprecherin auf Anfrage. Auch in 2019 wird es wieder Termine für die Kurztrainings zur Wiederbelebung geben.

Das erste im neuen Jahr findet am Donnerstag, 10. Januar, statt. Wie immer von 17 bis 19 Uhr im Konferenzraum im 10. Stock, Wertgasse 30. Man muss sich nicht anmelden, sollte aber zehn Minuten Zeit mitbringen.

EKM-Team schult auch außerhalb des Krankenhauses

Hintergrund der Aktion ist, dass der alarmierte Rettungsdienst in der Regel zwar minutenschnell vor Ort ist, aber dass ein beherzter Ersthelfer, der mit der Herzdruckmassage sofort nach einem Herzstillstand beginnt, nicht nur ein Leben retten, sondern auch die Wahrscheinlichkeit für bleibende Hirnschäden deutlich herabsetzen kann.

Nicht nur im Krankenhaus wurden 2018 Menschen geschult, die sich zu den Trainings eingefunden hatten. EKM-Teams gingen auch raus zu Gruppen: an der VHS waren sie, bei Siemens, bei der MWB, bei den Lions, bei der Sparkasse. In einer Kita wurden die Eltern geschult.

Für 2019 hat sogar eine vierte Grundschulklasse angefragt. „Das finden wir sehr gut: Man kann ja gar nicht früh genug anfangen“, so das EKM. Nämlich damit, die Scheu zu verlieren und zu lernen, wie einfach man ein Leben retten kann: Prüfen – ob ein lebloser Mensch noch atmet – rufen – die Notrufnummer 112, damit die Retter Bescheid wissen – und dann drücken: Und zwar wirklich so lange, bis der Arzt da ist.

„Wir versuchen, das alles ziemlich realistisch zu halten“

„Das ist ja wirklich gar nicht so schwer“, hören sie nun im EKM immer öfter. Gezeigt wird in der kleinen Lerneinheit zunächst ein Film, der die Drück-Technik vermittelt, dann wird, unter Anleitung, an einer Puppe geübt, die schon vorbereitet auf dem Boden liegt. „Wir versuchen, das alles ziemlich realistisch zu halten“, so die Sprecherin. Oberkörper freilegen, kurz und kräftig auf den Brustkorb drücken – 120 Mal pro Minute. Ärzte, Pflegekräfte oder Notfallsanitäter begleiten die Schulung.

Das Feedback der Teilnehmenden ist durchweg positiv, das wissen sie beim EKM auch aus der Auswertung der Fragebögen. Beim EKM freuen sie sich über jeden, der mehrmals kommt, zwei, drei Mal im Jahr wird es empfohlen. Übung macht eben nicht nur den Meister, sondern auch den Lebensretter.

Rund 50 000 Menschen erleiden pro Jahr außerhalb von Kliniken einen Herzstillstand. Einer von zehn kann danach wieder ein normales Leben führen. Dreimal mehr könnten es sein, wenn sofort mit der Wiederbelebung begonnen würde. Heruntergebrochen auf Mülheim wären das 30 Leben mehr – hat Dr. Ingmar Gröning, Chefarzt der Zentralambulanz am EKM, einmal ausgerechnet.

Die nächsten Termine

Die nächsten Termine für die Aktion „Hand ans Herz – Held werden“ sind am 10. Januar, 14. Februar, 14. März, 23. Mai.

Mehr Info: http://evkmh.de

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben