Drama um Notre-Dame

In Mülheimer Kirchen gibt es keinen speziellen Brandschutz

In der Petrikirche auf dem Kirchenhügel in Mülheim gibt es eine zentrale Rauchmeldeanlage

In der Petrikirche auf dem Kirchenhügel in Mülheim gibt es eine zentrale Rauchmeldeanlage

Foto: Hans Blossey

Mülheim.   Könnte ein verheerender Brand wie in Notre-Dame auch Mülheimer Kirchen treffen? Wie sind sie gegen Feuer geschützt? Die Redaktion hat nachgefragt.

Das Wahrzeichen Frankreichs in Flammen – die Bilder der brennenden Kirche Notre-Dame in Paris werfen auch hierzulande Fragen auf. Wie ist es um den Brandschutz in Mülheimer Kirchen bestellt?

Generell gilt: „Bestimmte Brandschutzbestimmungen gibt es nicht. Kirchen werden wie normale Gebäude behandelt, sie sind auch nicht brandschaupflichtig wie Krankenhäuser, Schulen, Altenheime oder Versammlungsstätten wie die Stadthalle“, erklärt Feuerwehrsprecher Thorsten Drewes.

Jede Gemeinde entscheidet selbst, wie sie Kirchen schützt

„Kirchen fallen nicht unter die Versammlungsstättenverordnung, entsprechende baurechtliche Vorschriften gelten für sie nicht“, sagt auch Annika Lante, Sprecherin des Kirchenkreises an der Ruhr. Jede Kirche sei Eigentum der Gemeinde – und diese treffe ihre Vorkehrungen selbst. Rat könne sie aber von der Bauabteilung des Landeskirchenamtes bekommen.

„Jede Pfarrei entscheidet selbst, welche Sicherheitsmaßnahmen sie vorhalten will“, berichtet auch Wolfgang Cukrowski, Verwaltungsleiter in der katholischen Pfarrei St. Mariae Geburt. Das bischöfliche Generalvikariat, das eine Partnerschaft mit dem Tüv pflege, schicke aber Sicherheitsexperten raus, die den Kirchenvorständen beratend zur Seite stehen. „Thema Nummer ein ist dabei: Wie sind die Menschen in der Kirche geschützt?“, so Cukrowski. Da gehe es um Fluchtwege, Notausgänge, Feuerlöscher. Nicht immer können man beim Brandschutz machen, was man wolle. „Da guckt auch der Denkmalschutz drauf.“

Marienkirche: Brandschutz wird wohl Gesprächsthema

In der Marienkirche auf dem Kirchenhügel existiert keine Brandmeldeanlage so wie in manchem Dom. Es gibt Rauchmelder in Pfarrbüro und Pfarrwohnung, die sich direkt im Turm befinden. „Im Kirchenraum selber haben wir, dort wo Kerzen brennen, Rauchabzugshauben installiert“, erklärt Cukrowski. Das Dach von St. Mariae Geburt sei vor ein paar Jahren erneuert worden, der Glockenstuhl ist aus Stahl. Dennoch gebe es auch Holzbalken. „Wir werden über das Thema Brandschutz wohl in der nächsten Bauausschusssitzung noch einmal sprechen müssen.“

In der evangelischen Petrikirche, ebenfalls auf dem Kirchenhügel, hat man laut Pfarrerin Annegret Cohen das Dach besonders gesichert, die Holz- durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Aus Stahl sei auch der Glockenstuhl. Außerdem gebe es eine zentrale Rauchmeldeanlage, „die anzeigt, wo genau das Feuer ausgebrochen ist“. Ein Elektriker habe den Turm erst kürzlich bestiegen, um die Elektrik zu prüfen. Vor der Kirche gebe es einen Extrahydranten, der Löschwasser spende. In der Kirche sind Schaumlösch- statt Pulverlöschgeräte installiert, weil Pulver den Orgeln schaden könnte. Froh sei man darüber, dass unser Küster genau an der Kirche wohnt. Eine Pflichtaufgabe: nach Unwettern sofort checken, ob auch alles in Ordnung ist. Damit ein Feuer gar keine Chance hat.

>> BRANDGEFAHR AN DACH DER KLOSTERKIRCHE

„Ernsthafte Probleme“ sieht man in St. Mariä Himmelfahrt in Saarn auf sich zukommen, sollte einmal das Dach Feuer fangen. Das ganze Dachgerüst ist aus Holz. „Für so einen Fall kann man sich nur schwer absichern“, sagt Anneliese Rakowksi, Verwaltungsleiterin in der Gemeinde.

Im Kirchenraum selber habe man zum Schutz der Besucher aber alles abgesichert. Es gibt zum Beispiel Brandschutztüren, Fluchttüren oder Feuerlöscher. Mit Sachverständigen des Bistums werde regelmäßig geprüft, ob beispielsweise die Elektrik in Ordnung sei.

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