Umwelt

Kaminöfen sorgen für dicke Luft

Ist das Holz, das verbrannt wird, noch zu feucht, entwickelt sich viel Rauch, der auch stinken kann

Ist das Holz, das verbrannt wird, noch zu feucht, entwickelt sich viel Rauch, der auch stinken kann

Foto: WP

Mülheim.  Der Rauch aus manchen Feuerstätten wie etwa Kaminöfen zieht beim Nachbarn ins Fenster und sorgt so für dicke Luft. Wer weiß, was er verheizen kann, schafft dort leicht Abhilfe. Schornsteinfeger geben Ratschläge zum richtigen Betrieb der Anlagen.

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Drinnen sollen sie für Behaglichkeit sorgen, draußen aber verursachen Kaminöfen mitunter dicke Luft. Dann nämlich, wenn sich Anwohner durch den Rauch, der aus den Schornsteinen in ihrer Nachbarschaft dringt, belästigt fühlen. Peter Jansen, Schornsteinfegermeister für den Bezirk Dümpten, Winkhausen und Teile von Heißen kennt die Problematik: „Die Nachbarschaftsbeschwerden werden häufiger, was daran liegt, dass die Kaminöfen in den letzten Jahren einen wahren Boom erlebt haben und die Betreiber immer wieder Fehler machen.“ Etwa zu viel Holz auf einmal in den Ofen packen, wie Jansen erklärt, oder aber noch zu feuchtes Holz verfeuern.

Dass seine Nachbarn bei der Auswahl ihres Heizmaterials nicht immer ein glückliches Händchen haben, darüber hat Bernd Lüllau bereits des öfteren die Nase gerümpft. „Je nachdem, wie der Wind steht, bekommen wir den Rauch voll mit“, erklärt der Anwohner der Nikolaus-Ehlen-Straße, die am Hang zwischen Ober- und Unterdümpten liegt. Der Dümptener berichtet: „An einigen Tagen stinkt es so sehr, dass wir die Fenster nicht aufmachen können.“ Er frage sich manchmal, was mancher der Anwohner da verbrenne.

Lackiertes Holz gehört nicht in den Kamin

Dass aber Kaminöfenbetreiber wirklich Müll verbrennen würden, das käme in der Regel nicht vor, sagt Schornsteinfegermeister Peter Jansen. Vielmehr handele es sich dann um Holz, das sich (noch) nicht zum Verfeuern eignet, weil es noch zu viel Feuchtigkeit enthalte. Jansen: „Ist die Restfeuchte zu hoch und zudem die Luftzufuhr des Ofens gedrosselt, kann es zu einem Schwelbrand kommen, da verkokelt das Holz nur. Verbrennt hingegen richtig trockenes Holz, riecht man fast nichts.“ Lackiertes Holz oder solches, das mit Holzschutzmittel behandelt worden ist, hat im Kaminofen nichts verloren.

Auch Erik Hilbig, Bezirks-Schornsteinfeger für Styrum, Eppinghofen und Mitte, weiß um die Fallstricke beim Betreiben eines Kaminofens: „Das ist wirklich ein großer Trend, viele wollen mittlerweile einen haben. Aber nicht jeder Kaminofen ist für jeden Standort geeignet.“ Eine umfassende Beratung hält er daher für unerlässlich – am besten, bevor man einen Ofen anschafft. Denn auch zwischen den Geräten gebe es Unterschiede, betont Hilbig, etwa, ob man sie nur Holz oder auch Kohle betreiben kann.

Die Schornsteinfeger sind auch dafür zuständig, die Feuerstätten zu überwachen und die von ihnen ausgehenden Abgase zu kontrollieren. „Dass es eine kritische Feinstaubentwicklung durch solch einen Ofen gegeben hat, ist mir noch nicht vorgekommen“, sagt Hilbig. Generell schränkt er für seinen Kehrbezirk ein: „Ich betreue rund 500 Kaminöfen und hab nur drei Beschwerden gehört.“

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