Konzertkritik

Klänge aus höheren Sphären erfüllten Klosterkirche in Saarn

Der Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund singt im Kloster Saarn in Mülheim. Das hochwertige Konzert begeistert die Zuhörer.

Der Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund singt im Kloster Saarn in Mülheim. Das hochwertige Konzert begeistert die Zuhörer.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Der Jugendkonzertchor aus Dortmund begeisterte mit „I himmelen“ die Zuhörer in der Klosterkirche. Die Darbietung der Sänger war voller Magie.

Ein Chor-Erlebnis der besonderen Art erwartete die Zuhörer am Sonntag in der voll besetzten Saarner Klosterkirche: Unter dem Motto „I himmelen“ („Im Himmelreich“) gestaltete der Jugendkonzertchor der Chorakademie Dortmund unter der Leitung von Felix Heitmann Chorwerke vorwiegend nordischer Komponisten in einer Weise, die lange in Erinnerung bleiben wird.

Schon das einleitende „Kyrie“ aus der „Missa Papae Marcelli“ von Palestrina evozierte die Erinnerung an die Szene aus Pfitzners Oper „Palestrina“, in der Engelschöre dem Komponisten eben dieses überirdisch schwebende Klanggewebe eingeben.

Ein Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird

Der größte Teil des Programms bestand aus Werken skandinavischer Komponisten, die in unseren Breiten weniger bekannt sind. Hier führte der Dirigent Felix Heitmann, mit seinen Sängerinnen und Sängern jeder melodischen und harmonischen Nuance nachspürend, die Zuhörer durch faszinierende Klanglandschaften von strahlender Helle bis zu hypnotisch beschwörendem Dunkel, wie es etwa in Jan Sandströms fast an „Minimal Music“ erinnernden „Sanctus“ zu erleben war.

Paradoxerweise am „modernsten“ mutete Knut Nystedts „Immortal Bach“ an, obwohl keine einzige Note von ihm stammt. Dadurch, dass Bachs Choral „Komm, süßer Tod“ von verschiedenen Sängergruppen gleichzeitig in ganz unterschiedlichen langsamen Zeitmaßen gesungen wird, entsteht ein mystisches Klanggewebe, in dem auf magische Weise Zeit und Raum ineinander überzugehen scheinen.

Chor und Chorleiter zeigen hohe Professionalität

Wechselnde Aufstellungen des Chores und Gesten des Dirigenten, die auf einen bewussten Einsatz der stimmlichen Resonanzräume zielten, zeigten die hohe Professionalität, mit der die Inspiration realisiert wurde. Zu Beginn des Konzerts wurde gebeten, von Beifallsbekundungen zwischen den einzelnen Darbietungen Abstand zu nehmen. Sehr gut! So schwebte man anderthalb Stunden in höheren Sphären, aus denen man erst allmählich wieder auf den Boden zurück kam.

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