Gesundheit

Mülheim: Sechs Prozent mehr Krankmeldungen zu Jahresbeginn

Die AOK Rheinland/Hamburg stellt für das erste Quartal 2020 einen deutlichen Anstieg bei Krankmeldungen fest, auch in Mülheim.

Die AOK Rheinland/Hamburg stellt für das erste Quartal 2020 einen deutlichen Anstieg bei Krankmeldungen fest, auch in Mülheim.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Mülheim.  Die Zahl von Krankmeldungen ist laut Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg deutlich angestiegen, auch in Mülheim. Was als Grund vermutet wird.

Während der Corona-Krise hat die AOK Rheinland/Hamburg zeitweilig eine rekordverdächtige Zahl von Krankmeldungen verzeichnet. Auch in Mülheim stieg der Krankenstand deutlich an.

Laut Zahlen der Krankenkasse waren im März 2020 in der Region Rhein/Ruhr so viele Arbeitnehmer wie seit 20 Jahren nicht mehr krankgeschrieben. Das geht aus Erhebungen des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) Krankenkasse hervor. Im März lag der Krankenstand an Rhein und Ruhr bei 7,6 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte er in diesem Monat bei 6,1 Prozent gelegen.

Höchster Anstieg in Mönchengladbach und im Kreis Heinsberg

Nach März ist die Quote wieder gesunken. Trotzdem lagen die Krankenstände 2020 weiterhin deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums. In den ersten vier Monaten dieses Jahres ist der Krankenstand in der Region Mönchengladbach/Kreis Heinsberg besonders signifikant gestiegen. Dort lag er zwischen Januar und April um 10,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Zu dieser Region zählt auch die Gemeinde Gangelt, die als einer der ersten Corona-Hotspots Deutschlands bekannt geworden ist.

In Duisburg und Oberhausen dagegen ist der Krankenstand im Vergleich am geringsten gestiegen (3,89 Prozent). Hier werden allerdings ohnehin traditionell höhere Krankenstände als im übrigen Rheinland verzeichnet. In Essen und Mülheim stieg der Krankenstand in den Monaten Januar bis April um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Institut vermutet telefonische Krankschreibung als Ursache

Die Experten des BGF-Instituts und der Gesundheitskasse gehen davon aus, dass zahlreiche Beschäftigte vor allem zu Beginn der Corona-Krise von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, sich bei leichten Erkrankungen der oberen Atemwege telefonisch krankschreiben zu lassen – also ohne eine Arztpraxis zu besuchen. Dafür spreche auch, dass trotz der hohen Krankenstände viele Fachärzte über leere Wartezimmer geklagt hätten.

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