Kinderbetreuung

Mülheims Eltern warten auf Kita-Plätze – Vergabe dauert noch

Einen Betreuungsplatz für ihr Kinder wünschen sich derzeit zahlreiche Mülheimer Eltern.

Einen Betreuungsplatz für ihr Kinder wünschen sich derzeit zahlreiche Mülheimer Eltern.

Foto: Jan-Philipp Strobel / picture alliance / dpa

Mülheim.  Hunderte Mülheimer Eltern warten derzeit auf einen Kita-Platz. Das Jugendamt rät zur Geduld. Was Eltern tun können, wenn sie keinen Platz haben.

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Derzeit warten hunderte Mülheimer Eltern sehnsüchtig auf einen Kita-Platz für ihr Kind. Einige Zusagen sind schon vergeben, endgültige Entscheidungen aber noch nicht gefallen. Wir erklären, was Eltern tun sollten, wenn sie noch keinen Betreuungsplatz haben.

Die Mülheimerin Daphne Westendorf schildert die Lage drastisch: „Die heiß begehrten Kita-Plätze werden vergeben. Aufgrund der wenigen Plätze bekommt nicht jeder einen und das Hauen, (Be)Stechen, Betteln, Schleimen und Drohen hat begonnen.“ Eine Freundin habe sie angerufen, den Tränen nahe, weil sie keinen Platz bekommen hat. Eine andere jubele über eine Betreuung. Eine Kita-Leiterin habe gesagt: „Wir haben 300 Anmeldungen und zwölf Plätze werden frei, davon gehen sechs an Geschwisterkinder … Das heißt, die Chancen stehen sehr schlecht.“ Sätze, die so manche Eltern schon gehört haben dürften.

In Mülheim musste noch niemand seinen Rechtsanspruch einklagen

Doch wie prekär ist die Situation tatsächlich? Ingolf Ferner, beim Jugendamt zuständig für Kinderbetreuungsplätze, rät zur Geduld und ein wenig Gelassenheit. „Wer Anfang März noch keine positive Rückmeldung bekommen hat, sollte zu uns ins Jugendamt kommen“, sagt Ferner. „Wir schauen dann, wo noch Plätze frei sind.“ Bislang habe es noch keinen Fall gegeben, in dem eine Mülheimer Familie ihren Rechtsanspruch gerichtlich geltend machen musste. Heißt: Bislang hat jeder, der einen wollte, letztlich einen Platz bekommen.

Allerdings kann es sein, dass der zugewiesene nicht der Wunsch-Platz ist. Laut Rechtsanspruch muss die Betreuung innerhalb von drei Kilometern rund um den Wohnort gewährleistet sein – und mit einmal umsteigen per ÖPNV erreichbar sein.

5753 Kita-Plätze in Mülheim, 4574 im Ü-3-Bereich

Am 31. Januar wird die so genannte Betreuungsstruktur, die die verfügbaren Plätze in Mülheim beinhaltet, dem Jugendhilfeausschuss präsentiert. 5753 Kita-Plätze stehen für das Betreuungsjahr 2020/2021 zur Verfügung. Hinzu kommen 112, die zur Umsetzung der Inklusion frei gehalten werden. 1179 Plätze gibt es für Kinder unter drei Jahren, 4574 im Ü-3-Bereich.

Damit liegt die Betreuungsquote für Kinder zwischen drei und sechs Jahren bei 96 Prozent, die für Kinder unter drei Jahren bei 24,2 Prozent; zählt man die Kapazitäten in der Kindertagespflege hinzu, ergibt sich eine Quote von 46,9 Prozent. Das sind zwei Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Hat der Ausschuss die Vorlage des Jugendamtes genehmigt, werden die Daten bis zum 15. März beim Land über das Kibiz-Web eingetragen. „Erst dann ist der Hammer gefallen“, sagt Ferner.

Kita-Plätze: „Im Februar und März gibt es noch viel Bewegung“

Das Problem bei der Vergabe: Viele Eltern melden ihr Kind in zahlreichen Kitas an, bekommen vielleicht auch von mehreren eine Zusage, nutzen aber schließlich nur einen Platz. Weil die Träger untereinander nicht wissen, welche Familie vielleicht schon von einer anderen Einrichtung eine Zusage bekommen hat, können verbindliche Aussagen erst getroffen werden, wenn die Verträge unterschrieben sind. Dann tun sich in der Regel noch einige Kapazitäten auf. „Im Februar und Anfang März gibt es da noch viel Bewegung“, sagt Ingolf Ferner.

Er versteht den Unmut der Eltern, versuche aber zusammen mit seinen Kollegen so gut es geht den Wünschen gerecht zu werden. Auch wenn er nicht jedem seinen präferierten Betreuungsplatz versprechen kann: „Unser Ziel ist es, Klageverfahren zu vermeiden. Aber vor allem steht die Zufriedenheit der Eltern im Vordergrund.“

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