Mahnwache

Nach Gruppenvergewaltigung in Mülheim: Mahnwache für Opfer

Eine Teilnehmerin hält eine Ansprache an etwa 60 Personen, die an der Mahnwache für das Opfer des Mülheimer Sexualdelikts teilnahmen.

Eine Teilnehmerin hält eine Ansprache an etwa 60 Personen, die an der Mahnwache für das Opfer des Mülheimer Sexualdelikts teilnahmen.

Foto: Frank Oppitz / FUNKE Foto Services

Mülheim.  60 Personen haben in Mülheim eine Mahnwache für das Opfer des Sexualdeliktes gehalten. Aufgerufen hatten zwei rechte Bündnisse.

Etwa 60 Menschen sind am Sonntagnachmittag laut Schätzungen der Polizei auf dem Rathausmarkt zusammengekommen, um eine Mahnwache für das Opfer des Sexualdeliktes zu halten. Dazu aufgerufen hatten die rechtspopulistischen Bündnisse „NRW schaut nicht weg“ und „NRW stellt sich quer“.

Im Vorfeld der Veranstaltung teilten die Organisatoren über Whatsapp-Nachrichten mit, dass sie die Geschehnisse der vergangenen Tage anprangern wollen, aber auch die zunehmende Gewalt und sexuellen Übergriffe in den vergangenen Monaten und Jahren. Vor Ort wollten sie gegenüber der Redaktion keinen Kommentar abgeben.

„Der Umgang mit minderjährigen Tätern ist zu lasch“

„Opferschutz statt Täterschutz“ und „Nichts ist mehr sicher in unserem Land“ steht unter anderem auf den Plakaten und Bannern, die die Teilnehmer auf dem Rathausmarkt tragen. Viele von ihnen halten Handzettel mit ähnlichen Sprüchen hoch.

Auch Irene Mevißen gehört zu den 60 Teilnehmern. Die Mülheimerin ist die Mutter der 14-jährigen Joyce, die laut RTL-Berichten ebenfalls von einem der mutmaßlichen Täter bereits im September 2018 sexuell belästigt worden sein soll. Wie RTL berichtet, soll der 14-jährige Tatverdächtige, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, die Jugendliche im Vorjahr im Feldmannpark in Styrum belästigt haben. „Ich bin heute hier, weil der Oberbürgermeister endlich mitbekommen soll, was hier in unserer Stadt abgeht“, sagt sie. „Ich bin nicht nur für meine Tochter hier, sondern auch für alle anderen Kinder. Der Umgang mit minderjährigen Tätern ist viel zu lasch.“

Bündnis „Eltern gegen Gewalt“

Auch Martina, die ihren vollen Namen nicht nennen will, ist gekommen, um ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt zu setzen. „So geht es in Deutschland nicht weiter“, sagt sie. Gemeinsam mit dem Bündnis „Eltern gegen Gewalt“, einem privaten Zusammenschluss einiger Mülheimer, sei sie häufig auf Veranstaltungen wie dieser. „Mich machen solche Vorfälle einfach nur sprachlos. Dagegen muss man ein Zeichen setzen.“

Die Mahnwache wurde zuvor bei der Polizei offiziell angemeldet. Währenddessen habe es keine Zwischenfälle gegeben, teilte eine Sprecherin der Polizei mit. (lewi)

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