Mobilität

Neues Orientierungssystem für Radfahrer mit Halt in Mülheim

Karola Geiß-Netthöfel, Axel Biermann und Harald Spiering vom RVR präsentieren in Mülheim die Stelle Aquarius, Knotenpunkt Nummer 4.

Karola Geiß-Netthöfel, Axel Biermann und Harald Spiering vom RVR präsentieren in Mülheim die Stelle Aquarius, Knotenpunkt Nummer 4.

Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Der Regionalverband knüpft nach niederländischem Beispiel ein Netz von Knotenpunkten. Sie erleichtern die Orientierung in einem großen Gebiet.

Orientierung ist bei Radtouren in fremdem Terrain das A & O. Natürlich kann man Navigationssysteme nutzen oder den Radroutenplaner im Netz. Aber auf diese modernen Hilfsmittel greift nur etwa jeder zweite Radfahrer zurück und das auch meistens nur ergänzend. Drei Viertel der Radfahrer verlassen sich nach Erkenntnissen des ADFC, der Interessenvertretung der Radfahrer, noch immer auf die Beschilderung und für über die Hälfte gehört weiterhin eine Karte ins Gepäck.

Pünktlich zum Saisonstart hat der Regionalverband Ruhr deshalb ein neues Orientierungssystem ersonnen und umgesetzt. Das 1200 Kilometer umfassende touristische Radnetz wird von einem dichtgeknüpften Netz von Knotenpunkten überzogen, das ein Radeln nach Zahlen ermöglicht. „Das haben wir uns bei den niederländischen Nachbarn abgeschaut“, sagte gestern RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel, die jetzt gemeinsam mit Axel Biermann, Geschäftsführer der Ruhr Tourismus GmbH, am Aquarius Wassermuseum in Styrum den letzten der 250 Knotenpunkte eröffnete. Jetzt müssen sich die strampelnden Ruhrtouristen nur die Nummern merken. So führt der Weg beispielsweise vom Aquarius, der Nummer 4, über die Knotenpunkte 3 (Kassenberg), 55 (Kettwig) und 83 (Essen-Werden) zur Villa Hügel (Nummer 52 am Baldeneysee).

Der Wirtschaftsfaktor Fahrrad

Zentrale Bahnhöfe, Sehenswürdigkeiten und Radwegekreuzungen wurden zu Knotenpunkten. Die Stele in Styrum zeigt eine Karte, die den Bereich von Dinslaken im Norden bis zum Duisburger Süden (Rahm und Großenbaum) sowie den Baldeneysee im Osten abbildet. Auf der Karte sind neben den Wegen und Knotenpunkten die Highlights der Industriekultur notiert.

Zusätzlich sind die Kilometer zwischen den Knotenpunkte, Ratstationen und die Mietstationen von Revierrad eingezeichnet. Der RVR hat schon in den 80er Jahren damit begonnen, ein touristisches Radwegenetz zu knüpfen, das auch zunehmend für Alltagsradler interessant wird.

Wichtigste Route: Ruhrtalweg

Zielmarke der nächsten Jahre ist ein rund 1900 Kilometer langes Netz. Die wichtigste Route ist der Ruhrtalradweg, der 2016 von knapp eine Millionen Menschen ganz oder teilweise befahren wurde. 150.000 Übernachtungen gingen in jenem Jahr auf Radtouristen zurück. Der Trend ist positiv, vor allem weil die Reichweite durch die E-Mobilität steigt und auf Messen ein größeres Interesse an der Region wahrgenommen wird, die durch Kultur, Natur und Event punkten kann. Welche Rolle Radfahrer für den Tourismus in der gesamten Region spielt, wird die Gesellschaft in diesem Jahr ermitteln. Schon jetzt ist bekannt, dass Übernachtungsgäste pro Kopf und Tag 80 Euro ausgeben, Tagesgäste 20 Euro.

Dieses System nützt nichts, wenn die Orientierungspfeile fehlen, verschmutzt, verdreht oder zugewachsen sind. Zur Überprüfung und Pflege des Netzes sind 28 Radwegepaten, die drei Mal im Jahr einen Streckenabschnitt abfahren und kontrollieren, unerlässlich.

Neue Radkarten für das Ruhrgebiet

Zum Start der Radsaison hat der RVR außerdem ein fünfteiliges Kartenset im Maßstab von 1:35.000 mit einem Begleitheft in einem Schuber herausgegeben. Die Karten sind reiß- und wasserfest und decken den Bereich von der niederländischen Grenze bis Schwerte und Unna im Osten ab. Das Heft gibt wichtige Infos zu den Orten und enthält 15 Routen von 30 bis 70 Kilometern.

Das Set ist im Buchhandel sowie in den Touristinfo zum Preis von 19,95 Euro erhältlich.

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