Sportabzeichen

Nur wenige Erwachsene machen das Sportabzeichen in Mülheim

Diejenigen, die in Mülheim ein Abzeichen mit einer hohen Wiederholungszahl abgelegt haben, wurden vom Mülheimer Sportbund geehrt. Sportwart Klaus Stockamp (l.) ehrte Rolf Steinborn, Wilfried Reese (beide 45 Sportabzeichen) und Günter Lippke (40 Sportabzeichen).

Diejenigen, die in Mülheim ein Abzeichen mit einer hohen Wiederholungszahl abgelegt haben, wurden vom Mülheimer Sportbund geehrt. Sportwart Klaus Stockamp (l.) ehrte Rolf Steinborn, Wilfried Reese (beide 45 Sportabzeichen) und Günter Lippke (40 Sportabzeichen).

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Mülheim.  Der Mülheimer Sportbund nimmt jedes Jahr viele Sportabzeichen ab, aber kaum Prüfungen von Erwachsenen. Das hat mehrere Gründe.

Der Stadtsportverband Mülheim hat 2018 insgesamt 3196 Sportabzeichen abgenommen, belegt damit beim Wettbewerb des Landessportbundes erneut Platz 3. Doch nur wenige Erwachsene legen jährlich ihr Sportabzeichen ab. In Mülheim waren nur 398 Sportler.

„Ich sehe alle fünf Jahre oft dieselben Gesichter“, sagte Klaus Stockamp, Sportwart beim Mülheimer Sportbund (MSB), der denjenigen die Urkunden im Haus des Sports verlieh, die eine besondere Zahl erreicht haben (10, 15, 20, usw.). Die geehrten Sportler legen regelmäßig ihr Abzeichen ab. „Sie sind stolz drauf“, weiß Stockamp.

Viele kennen das Sportabzeichen gar nicht

Es hänge an den rund 170 Vereinen, die dem MSB angeschlossen sind. Sie müssen Prüfer haben, um ihre Mitglieder zum Sportabzeichen zu animieren und daran zu binden. Trotz Werbung sei das Interesse der Sportler allerdings gering. Kinder und Jugendliche werden über die Schulen animiert. Vielen seien das Sportabzeichen und die Leistungsanforderungen nicht bekannt, denken die MSB-Verantwortlichen. Und manchen reicht eine Urkunde im Leben. „Viele wollen sich auch nicht sportlich messen und haben Respekt vor den Anforderungen“, sagt Patricia Geck, die die Abzeichen abwickelt.

Ein Problem ist auch das Schwimmen, was bei Erwachsenen alle fünf Jahre nachgewiesen werden muss. Ein zusätzlicher Weg nach dem Sportplatz. Jüngere erwachsene Leute sind selten dabei. Und wer lange keinen Sport gemacht hat, überwindet den berühmten inneren Schweinehund nicht. Dabei gibt es nach dem Olympischen Gedanken mit der Staffelung über Bronze zu Gold die Möglichkeit, sich mit Training zu steigern. Nach der Reform im Jahr 2013 ist das Leistungsspektrum dadurch sogar größer geworden.

Gewohnheit und Ehrgeiz führen zum Erfolg

Zwei Männer, die über viele Jahre fleißig sind, haben 2018 zum 45. Mal die Prüfung in Gold geschafft: Wilfried Reese und Ralf Steinborn. „Ich gehe gerne zum Sport, in der Gemeinschaft macht es Spaß. Dass ich es immer noch schaffe, hält mich jung“, sagt Wilfried Reese. Er hat das Sportabzeichen kennengelernt, als es noch keine Fitnessstudios gab und ist deshalb dabei geblieben. Rald Steinborn merkt an: „Ganz mühelos ist es im Alter nicht, gewisser Ehrgeiz steckt dahinter.“ Mittlerweile ist er aber vom Joggen aufs Walken umgestiegen – um weiter dranzubleiben.

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